Waldblumen bestreut: eine herrliche Reihe von Bäumen beschattete uns, und die Insel zeigte sich gegen über. Madame Vandek schien noch im haus beschäftigt: ich mit ihrem mann im Gespräch auf- und abgehend, wurde sehr überrascht, auf einmal zwischen einem Bouquet von Bäumen, einen grossen jungen Mann von 27 Jahren mit leichtem edlen Schritt, und einer schönen Frau von etwa 24 Jahr, recht geschmackvoll Europäisch gekleidet, mit einem allerliebsten Knaben von drei Jahr, gegen uns kommen zu sehen. Ich betrachtete sie erst schweigend, dann bat ich aber Vandek mit einem Blicke voll Verwunderung, mir diese Art rätselhaften Auftritts zu entüllen. –
"Es ist Herr und Frau von Wattines aus Flandern, die bei uns wohnen." –
Eine solche Erscheinung, sagte ich, hätte ich in dieser Gegend nicht vermutet. – Je näher sie kamen, desto höher stiegen die Gefühle des Erstaunens in meiner Seele; mein geistvoller Vandek lächelte, und indem er auf seine wohnung deutete, sagte er, seinen Friessrock fassend: "nicht wahr, das schlichte Gewand des Batavers passt besser zu einer Holzhütte, als die Eleganz eines Hofmanns?" – Ich war nun überzeugt, dass die zwei guten Fremdlinge zu den zerstreuten Emigrirten des französischen Adels gehörten, und der Ausdruck: H o f m a n n , dessen sich Vandek bedient hatte, sagte mir, dass Herr von Wattines einst bei hof lebte, und nun hier! tönte in meiner Seele, da ich auf das Loghouse, den See und die halbe Wildnis umher blickte. – – Der Mann erschien mir, als ein durch Sturm zur Erde gebogner junger Baum, den eine sorgsame Hand an einen nahstehenden Wildstamm sanft erhob, und festband, um wieder in gerader Richtung fortzuwachsen. Die Frau war mir eine schöne, mit einem Sprössling, in das Gras ihrer Blätter sich bis zum Brechen neigende Nelke. Ich musste, so bald ich ihnen genannt war, mich etwas entfernen, um meine Rührung zu verbergen, und ging den Seribas entgegen, mich ganz zu sammeln. – Wir speissten vergnügt, tranken vortreffliches Bier, auch Jerseier Cider; doch denken Sie sich meine Empfindungen, als ich folgende geschichte hörte: – nachdem ich gefragt wurde, wie mir das eingebeitzte Fleisch schmeckte? und ich bei der Antwort: v o r t r e f f l i c h ! zugleich meinen Teller hinreichte, und mir noch ein Stück ausbat, ich aber alle mit bedeutender Miene, doch sehr freundlich aufeinander blicken sah, rief ich mit einer Art von sorge, doch dabei lächelnd: habe ich etwas, gegen die Sitten am See Oneida, Unschickliches getan, da ich das zweite Stück forderte? –
Nicht das mindeste. Im Gegenteil freuen wir uns, dass ein Europäer in den ersten Tagen diese Speise freiwillig isst, da wir dieses nur durch Not lernten. – Diese Bemerkung dünkte mich sonderbar, und ich dachte sogleich an Büffelfleisch, sagte es, und kaute mit eben so kluger Miene, wie Wein-Prüfer Wein kosten. Alle Augen waren auf mich geheftet; ich blickte auch in der Runde nach ihnen, wobei ich zugleich wiederhohlte: dass ich dieses Fleisch sehr zart und schmakhafter fände, als unser Europäisches Ochsenfleisch. Vandek sagte nun:
Sie haben uns alle davon essen sehen; es wird Ihnen also nicht am Namen, sondern an der Sache liegen, und nicht zuwider sein, dass es die Lende von einem Bären war, womit ich meine Gäste bewirtete. – Der Gedanke wirkte mechanisch auf mich, denn ich sagte mit einem sichtbaren Stutzen:
Bärenfleisch! – Alle schwiegen; aber ich setzte schnell hinzu:
Sie sehen, was Gewohnheit den Worten für eine Gewalt gibt; da ich bei dem Bilde eines Bären etwas zurück schauderte, ungeachtet ihr Beispiel bei Tische, und meine so eben gemachte Erfahrung des Wohlgeschmacks dieses Fleisches, mich daoor schützen sollten. Aber ich habe jetzt doppelte Freude; einmal, ein Vorurteil verlohren zu haben, und, mir sagen zu können, dass rechtschafne Menschen in den Wäldern dieses fernen Bodens, die Bären zu den angenehmen Nahrungsmitteln zählen können. Sie müssen, setzte ich hinzu, mir diese Jagd bekannt machen.
Sehr gerne, sagte einer, aber nicht wie Herr von Wattines diesen Bären fing.
Sie können leicht vermuten, dass der Ton in welchem dieses gesprochen wurde, meine Augen nach Hrn. v. Wattines lenkte, und mich wünschen machte, die geschichte dieses Fangs zu hören. – Der edle Mann sagte:
Ich stimme mit meinen Freunden in den herzlichen Wunsch, dass ja niemand anders und ich selbst auch nie wieder in den Fall komme, eine solche Jagdgeschichte zu erzählen. – Nun deutete er nach einem teil des See's, gegen die Länge des Waldes hin, und sagte:
"Dort war ich, um etwas wild aufzujagen; der Bär kam langsam zwischen den Bäumen, hervor; ich zielte, und glaubte ihn richtig gefasst zu haben, schoss, traf ihn, aber nicht tödtlich; sah ihn nach mir laufen, und eilte so schnell ich nur konnte einem Kahne zu, der am Ufer lag, und stiess ab. Das Tier schwamm mit mehr Schnelligkeit, als ich rudern konnte, und war nahe dabei seine Tatzen anzulegen, wodurch er den Kahn umgestürzt, und ich also entweder damit unter das wasser gebracht und ertrunken, oder in seine Klauen geraten wäre; denn mein Schwimmen konnte mich nicht retten, und keine Seele war in der Gegend