Ausdrücke der sehnsucht zufrieden zu sein, mit welcher ich unsere Insel betrachtete, und wirklich den innigen Wunsch hegte, mit meiner Emilie und meinem kind wieder glücklich da zu sein. Meine Augen sahen lange hinüber, und folgten mit Trauer dem zunehmenden blauen Nebel der sie deckte. Mein Begleiter schwieg immer, nur als ich um mich sah, zeigte er mir seinen Beifall über die Liebe zu meiner Erde. Hast du auch Mais und Squash? ich sagte ja M a i s , aber das andre kenne ich nicht. Du sollst es haben, und dann deine Erde noch mehr lieben. Ich fragte ihn nun, wo er das Englische lernte? er antwortete mir mit einem Gemisch von Trauer, Stolz und Freude: von meinem Vater Nesquehiounah, welcher als Obrist Louis den Amerikanern ihre Freiheit erwerben half. So war ich auf einmal in einer Familie, mit welcher mein Vater und mein onkel gegen die Engländer gekämpft hatten, und der Sohn eines Indianers, dessen geschichte ich in meinem vaterland mit Widerwillen anhörte, war nun in dem Wohnsitze seines Vaters Schutzgeist meines Lebens und meiner Familie. O die Alten hatten recht, an ein Wesen zu glauben, das sie Verhängniss nannten.
Von diesem Nesquehiounah hatte ich nie etwas sagen hören, die Ausdrücke, in welchem Wattines von dem mann und seinem Sohne sprach, mussten mich begierig machen, mehr zu hören. Ich bat ihn daher, mir diese von ihm geäusserte sehr wichtige. Anmerkung bei dem Aufentalte unter den Oneidas zu sagen. Er antwortete: vielleicht, mein Freund! liegt das Besondere welches ich in dem zufälligen Zusammentreffen mit einem Sohne des Colonel Louis sah, nur in der durch mein Schicksal und die Einsamkeit geschärften Einbildungskraft, welche mir alles, was mich betraf, mit einem eigenen Werte und Farbe darstellt; aber von dem Vater meines Wohltäters will ich Ihnen erzählen:
Er war eigentlich ein Iroquese, diente den Amerikanern mit Geist und Eifer, so gut, dass er zum Obrist gemacht wurde. Er hatte ganz europäische Kleidung, Waffen und Sitten angenommen, sprach englisch, französisch und selbst holländisch. Man konnte ihn für den Rechtsgelehrten und Geographen seines Vaterlandes halten; denn er kannte alle Jagddistriete und Gerechtsame jedes Stammes und jeder Nation seiner Landsleute; die Lage und Länge der Gebirge, den Lauf der Flüsse, die Anzahl der Dörfer und wehrhaften Indier. Er war mutvoll, von einem vortrefflichen charakter, hatte mehrere Jahre mit Europäern gelebt, und am Ende des krieges erschien die Macht der Gewohnheit so unüberwindlich in dieser schätzbaren männlichen Seele, dass er unvermutet 1785 zu einem seiner amerikanischen Freunde in Neuyork kam, noch einmal mit ihm zu frühstücken und zu rauchen, ehe er abreise. Da er schon ganz wieder in der Kleidung eines Mohawks war, staunten ein paar Europäer, welche gerade aus dem Schiffe gestiegen waren, ihn mit einer Art von Schauer an, staunten aber noch mehr, als er ihrem gemeinschaftlichen Freunde die Hand schüttelte, und in sehr deutlichem Englisch sagte: "habe ich dir gestern nicht versichert, dass der Obrist Louis das Letztemal bei dir sei, dass der Weg, welcher zu meiner Hütte führt, geebnet und gereinigt ist? Die Oneidas haben mir ein Stück Land und Wald an dem See hier gegeben, (indem er auf die Charte deutete) mein Weib und meine Kinder haben schon meinen Wigwham dort aufgerichtet und mein Feuer angezündet, ich kann nicht mehr nach meiner alten wohnung in Canada zurück; weil die Kriegsleute des Königs Georg wissen, was durch mich geschehen ist, würden sie sich rächen wollen, und ich und die Meinigen stritten wieder gegen sie; aber die Blätter des Baums meines Lebens fangen an abzufallen, der Kopf des Nesquehiounah wird weiss, nachdem ich mich so viele Monden bewegt und bemühet habe, will ich nichts mehr als meine Pfeife in Ruhe rauchen, unter dem Schutze meines Wigwham gegen Wind und Regen, wo ich bei Sonne und Mond in dem Schatten schlafen kann, wo sollte ich sonst meine Bärenfelle hintragen, als an einen Ort des Friedens? Meine Augen werden dunkel und meine Ohren verrostet; ich bin zum Jagen zu alt. In dem nahen Flusse bei meinem Wigwham will ich Salmen fangen, mein Weib wird sie räuchern und aufheben, meine Kinder gehen auf die Jagd und pflanzen Mais. Ruhe ist Reichtum und Nahrung der Alten, deswegen habe ich die europäische Schale abgelegt, und meine Rinde wieder genommen." Nun sagten die Fremden auf französisch zu dem Hausherrn: ist diess nicht ein Wilder? aber wie erschraken sie, als der Indier ihnen in ihrer Sprache ganz rasch erwiderte:
"Ein Wilder! Ihr Leute vom Aufgang der Sonne seid sonderbar. Ich ein Wilder! O, ich habe lange genug bei den Weissen gelebt, um überzeugt zu sein, dass sie, nicht die Menschen im wald, Wilde genannt werden sollten. Haben wir Gefängnisse und Prozesse? Sind wir nicht frei wie die Vögel, und sie Sclaven wie Hunde? haben wir so viel Leidenschaften, Laster, Krankheiten und Kummer als sie? Nein, wir ehren das Alter und sie verachten es. Ihre brennenden wasser machen uns oft toll, aber ich und die Meinigen sagen: das Land, wo der Tag anfängt, ist ein böses Land, die Sonne geht nur vorbei, es ist nicht so gut wie das Unsere, wo sie zur Ruhe geht. Hört ihr! ein Jesuit sagte mir in meiner Jugend, dass unser Leben zu leer sei. Ich weiss jetzt, dass