neue, und der gute Wattines eilte, während dem Eifer der phantastischen Arbeit seiner Frau, einen teil unserer Erndte heimzubringen, um mich zu schonen: und ordnete dann, als ich fertig war, alles um die Urnen herum so schön, dass der Platz wirklich das Ansehen eines, den Todes-Göttern geweihten Hayns bekam. Der gute Wattines war weit entfernt, sich die Empfindung zu denken, welche mich einst ergriff, als ich ihn bat, mit mir in vollem Mondenschein zu den Urnen zu gehen, und wir bei dem schönen Anblicke des Ganzen, von dem liebenswürdigen geist der Griechen sprachen, welcher jede idee und jede Empfindung, in edlen Bildern darzustellen wusste. Als wir nahe genug waren, die Nahmen unserer geliebten Verwandten deutlich zu sehen, erinnerte sich Wattines an den Glauben dieser seelenvollen Nation; dass die Verstorbenen oft ihre Denkmähler umschwebten, und setzte hinzu: dass unsre geliebten Verlornen uns segnen würden, dass wir so getreu, bis in diese ferne Gegend ihr Andenken mit uns brachten. Ich dachte, ach mögen sie da sein, und in meiner Seele den Wunsch lesen, Gott zu bitten, dass er Wattines und mich auch zu sich nehme. Es war ein höchst feierlicher und schaudervoller Moment, in welchem wir beide stillschweigend da standen, und bei der vorübergehenden gänzlichen Beleuchtung der Urnen, sie voll Ehrfurcht und Wehmut betrachteten, zugleich aber auch das leichte Flüstern der Blätter von den umstehenden Bäumen hörten, und es durch ein dumpfes Gefühl, für das leise Geräusch von Fusstritten nahmen; denn ich zitterte ein wenig, und fühlte an Wattines Arm, dass auch er schauderte. Ich verbarg meine Furcht, indem ich mit einer Hand auf die Inschrift von unsern Eltern deutete, und er unterdrückte seine Bewegung, da er laut ausrief: A c h Gott lohne ihre Tugend und ihre L e i d e n : ich aber hinzusetzte: und unterstütze uns in der zugemessenen Prüfung; dabei verschloss ich aber meine Augen vor den sich verlängernden Schatten der Bäume, und wandte mich gegen den Rückweg. Wattines hatte diese Bewegung in mir bemerkt, sagte aber nichts, sondern warf noch feste Blicke auf die Aschenkrüge, erhob mit einem halb erstickten Seufzer die Augen zum Himmel, umfasste mich mit einem Arm, und führte mich langsam zurück; aber nie mehr gingen wir des Nachts zu den Denkmählern, nie sprachen wir von diesem Spatziergange, als erst hier, da ich ihm meine damals gehegten Gedanken sagte, er mir aber seine Besorgniss wegen den in mir liegenden Trauerphantasien eröfnete, von welchen er Ueberspannung befürchtete.
Wattines bedeckte nun die Wand an dem Herd und den Rauchfang, welchen er mit vieler Mühe und Geschicklichkeit gemacht hatte, auch mit Ton, wobei er mir von den vortrefflichen Eigenschaften des Tons erzählte, dass er die Ecke der Hütte, wo der Feuerherd war, vor Brand beschützen würde, welches mir unendliche Freude machte, indem mir schon oft für unsere Hütte bange war; aber so sehr ich damals den Ton schätzte, weil er mich vor Feuer und Wassersgefahr bewahrte, so geschah kurz darauf etwas, welches mir auf lange Zeit den Gedanken, und selbst das Wort, T h o n verhasst und schmerzlich machte. – Vandek sagte mir da, dass sie alle bei diesem Teile von Emiliens Erzählung staunten, und begierig zuhörten, als die liebe Frau sagte: dass sie wegen Ton die heftigste Gemütserschütterung erlitten habe, und die allerempfindlichste Vorstellung von ihrem mann hörte. – Einen Vormittag, da ich Mais mit Sauerampfer kochte, und in meiner kleinen Vorratskammer etwas von dem noch übrigen geräucherten Speck holte, bemerkte ich bei dem Zurückkommen, dass Wattines mit einem hölzernen Napf in der Hand, und etwas Salz hinweg eilte, dabei aber wie mich dünkte, sehr tiefsinnig und ernst auf den Herd blickte. Da ich wusste, dass er es nicht liebte gefragt zu werden, wenn er etwas von neuer Arbeit oder Probestücken vorhatte, so schwieg ich, war aber desto begieriger unterrichtet zu sein, indem er mit einem teil der nachdenkenden Miene, die er bei dem Weggehen hatte, wiederkam, und den noch nassen, aber rein gespülten Napf an seine Stelle setzte, aber von ganz andern Dingen sprach, ungeachtet er meine unruhige Wissbegierde sehr deutlich bemerkte. Erst lange nach diesem Vorgange, als unsere Gemüse, Mais, Bohnen und Buchweizen-Erndte heimgebracht war, erst da sagte er, den Napf in die Hand nehmend:
jetzt, meine Emilie! werde ich diesen Napf gewiss nie zu dem Gebrauche nötig haben, wozu ich ihn das erstemal holte. Diese Art Vorrede spannte meine so lange genährte Erwartung noch höher, und er sagte:
Ich dachte bei dem Tongraben und meinen arbeiten von ihm, an die ausserordentliche Nutzbarkeit dieser Erdart, und am Ende erinnerte ich mich, gelesen zu haben, dass die kleine Völkerschaft der Altanes in Louisiana, wenn ihnen bei langen Reisen, bei einer unglücklichen Jagd, einer missratnen Fischerei, oder andern Zufällen die Lebensmittel fehlen, so essen sie weich gekneteten Ton. – Mein Herz fing an beängstigt zu werden, und als Wattines hinzusetzte, ich war unsicher, ob ich unsere Felder geschickt genug anbaute und bepflanzte, und befürchtete, dass wir von ihrem Ertrage den Winter hindurch nicht beide genug Vorrat haben würden; da wollte ich mich mit diesem Nahrungsmittel bekannt machen, und es ein wenig mit Salz würzen; aber dem Himmel sei Dank! es ist nicht nötig. Ich hörte das letzte kaum, denn ich war starr vor