einer Seite nichts als Waldung und Fläche am Creek, auf der andern Waldung und ein kleines Dorf von guten Indianern zu sehen? Wolltest du dort die liebe Erde, durch ordentliche Feldarbeit bewegen, dir Nahrung zu geben, so will ich sorgen, dass du ohne Pacht und Kauf dahin kommst, will dir durch gute Menschen ein Loghouse erbauen lassen, und einen rechtschafnen Mitarbeiter geben; aber du musst dich bald entschliessen, während meine Freunde noch in der Gegend fischen. Ich will für alles, einem genügsamen Menschen, Nötige sorgen Deine Bücher, und das Beste so du rettetest, sollst du dabei behalten: dort kannst du lernen Menschen ertragen, Ueberfluss und Stolz verachten, den Wert mancher Kräuter und Tiere, ja, den von dir selbst kennen; aber Geduld und Fleiss müssen dich geleiten.
Ich dankte ihm, und ergriff den Vorschlag mit Freuden, zeigte ihm meine arme, und sagte: dass ich Gärtner-Arbeit verstünde, und als sehr junger Mensch, meinem onkel, welcher mich und meinen Bruder erzog, den Versuch machen half, ob der Abbee Roziers recht habe, zu behaupten, dass ein mit dem Spaten umgegrabenes Feld doppelt soviel trage, als ein nur gepflügtes. – Mein Quäker freuete sich und sagte:
Nun so gehe in Segen, und werde ein guter Ackersman! Ich will für alles Nötige sorgen, denke mit deiner Frau an mässige Kleidung und auch an Weiber-Arbeitzeug. – Ich eilte zu Emilien; die sanfte liebende Seele war froh, noch einen lebhaften Wunsch, noch eine Hoffnung in mir zu sehen, mit Vergnügen und Zärtlichkeit folgte sie mir an den See Oneida. Ach, ich sagte ihr nicht, dass wir vielleicht ganz allein leben, oder nur Indier sehen würden. Ich fühlte da am lebhaftesten für mich, dass ich fern von jeder Spur europäischer Sitte, Kunst und Regierung sein würde. Emilie fühlte sich glücklich über mein heiteres Aussehen, und fand den Entwurf auf einer Insel zu leben ganz herrlich. Die in dem Blute unserer Nation liegende Leichtigkeit alles zu fassen, alles tunlich zu finden, und im Vertrauen auf unsern Geist und Tätigkeit, alles zu unternehmen, hat immer in Krieg und Frieden unserm vaterland grosse Vorteile geschafft. Dieses angebohrne Selbstvertrauen beseelte uns, und versicherte uns Glück und Vergnügen; deswegen kauften wir beinahe eben so viel Blumen- als GemüsSaamen, folgten unserm Quaker in allem, nur nicht in der Wahl der Betten, indem wir auch für den Winter nur Matratzen mit Schafwolle gestopft, statt der amerikanischen Federbetten nahmen, und allein grosse lederne Pfühle mit Federn gefüllt, nebst einigen wollenen Decken kauften; alles andre blieb der Kenntniss, und dem Gutdünken meines alten Quakers überlassen, welcher mir in wenig Tagen ein Verzeichniss aller meiner in Kisten gepakten Sachen gab, das was ich hatte, wurde damit vereint, und gute Quaker-Kleidung für uns auf die Reise und auf die Insel angeschaft hatte. Recepte zu Sprossbier, zu Ahornzucker, zum wilden Bienen, und Wander-Taubenfang kamen auch zu unserm Vorrate. Ich führte Emilien den Tag vor unserer Abreise zu unsern Freund, welcher ihren Mut bewunderte, und durch seinen herzlichen Segen stärkte. Er hatte zwei Fuhrleute bestellt, und gab uns Briefe an die Fischer, welche wir am See Oneida treffen würden. Bald würden wir, setzte er hinzu, Europäer zu Nachbarn auf dem land erhalten, indem diese Gegend zu der Grafschaft Onotaga gehöre und der Congress den schifbaren Creek-Fluss, welcher sich in den See Oneida ergiesst, zu Beförderung des inländischen Handels benutzen, und an dem Ufer des See's Oneida eine Stapelstadt erbauen wolle. Diese Aussicht war uns sehr tröstlich; mich freuete aber, dass die Stadt noch nicht stand, und ich also noch einige Zeit, weit von Menschen entfernt leben, und dabei einen Wunsch meiner Emilie erfüllt sehen würde, ohne etwas von dem meinigen zu opfern; denn bei der Bereitwilligkeit mir überall zu folgen, hatte sie immer die Bedigniss gemacht, dass wir nahe an einem Flusse wohnen möchten. Ich hatte in meinem Herzen vieles dagegen, denn Flüsse werden von Menschen und Tieren besucht, und der Vorschlag von der Insel war mir tausendmal willkommner, weil er mein Fliehen vor Nachbarn, und Emiliens Verlangen nach wasser befriedigte. Nun war aber noch ein grosser Punkt zu besorgen; meines Quäkers Freunde sollten mir einen Gehülfen schaffen, und ich wollte keinen haben; bemerkte mit Vergnügen, dass Emilie mit mir gleich dachte, aber aus sorge, ich würde, wenn ich allein arbeitete, meine Kräfte zu sehr anstrengen, wollte sie lieber eine starke arbeitsame Magd, am liebsten eine Witwe, welcher sie die Kinder besorgen wollte, während die Mutter im feld, um zu arbeiten sein würde. Der Quaker fragte:
Warum willst du nicht lieber einen braven Knecht? – Emilie war verlegen, und sagte: guter Vater! wie, sollten wir einen alten Mann sich viel plagen lassen? und ein junger bei uns in der Einsamkeit, würde sich bald unglücklich fühlen. Der leisere Ton in welchem Emilie diess sagte, das Erröten dabei, wurde von unserm Freunde so gut verstanden, dass er sie bei der Hand sasste, liebreich auf sie blickte, und wirklich wie ein Patriarch sprach:
Du hast recht, meine Tochter! Zieh hin und glaube, dass wer so für seinen nächsten denkt, von seinem Gotte nie vergessen sein wird. Bereite dich aber auf das Entbehren einer Magd, denn fleissige Witwen ohne Kinder sind nicht