davon, auf etwas erhöhetem Boden traf ich Carmils ersten Garten, mit einem Laubhüttchen und zwei Bänken, wo väterliche Liebe das, für Sonnenblumen, zu ihrem kleinen Vorrate Oehl bestimmte Feld umarbeitete, ordnete, kleine Wege machte, und Linien zog, in welchen er Grübchen bezeichnete, wohin der Kleine die Saamenkörner einlegte, welche von den Händen der Unschuld, wie die Mutter sagte, wirklich besonders gesegnet schienen, und zu einem Wäldchen en quinconce erwuchsen, worin die Kinder unter einem Blumenschatten spatzierten. Längst der Anhöhe hin, machte er sorgsam eine Verzäunung, damit die Kinder keinen Schaden nähmen, und die Mutter mit ihnen, den in der Tiefe mit wirklichem Kunstfleisse und Kenntniss angelegten Endtenfang sehen, und sie durch Fütterung anlocken könnten. – Alles, selbst der Platz für die Hühner, ist mit nettem geometrischen geist abgemessen und eingeteilt. Das nicht weit von der Hütte gegen Mittag liegende Stück Land wurde mit unsäglicher Mühe, für die mitgebrachten Obstbäume zubereitet und verwendet. Wattines versuchte auch den ZuckerAhorn aufzuziehen. Diese Bäume stehen alle gut, und versprechen Ertrag; auch sind noch wilde Bienen da, denn mehrere der selbst gezogenen Stöcke, nahmen sie mit nach der neuen wohnung, um dort wie hier, nicht nur Wachs zu ihren Lichtern, und Honig zur Speise, sondern auch eine Art sehr guten Wein, und Essig zu erhalten. –
Teurer Freund! sagte ich zu Vandek, wie viele Kräfte, und wie viele Verdienste schlummern auf ewig in dem Menschen, welchen alles zur Hand gelegt und getragen wird.
Ja, erwiderte er, die Wattines können durch diess, was sie als zwei einzelne Menschen vier Jahre hindurch an Arbeit, Erfahrung und Nachdenken getan haben, unserer ganzen Colonie ein lebendes Model des anhaltenden Fleisses, und ein sicherer Wegweiser, zu stillem wahrem Glücke des Erdelebens werden.
Meine geliebten, vaterländischen Freunde sehen, dass ich heute nur mit den einfachen Umrissen und Merkstäben, des mühsamen Weges einer in Verbannung lebenden Tugend beschäftigt bin; aber Sie können leicht denken, dass ich alles anwenden werde, auch die eigentliche geschichte der Wattines, die von ihrem zug in diese Einöde, und die der Entwürfe ihres so schön verwendeten Lebens zu erfahren; denn es ist beinahe unglaublich, was dieser Mann und diese Frau bewirkten. Vandek und ich verzehrten unser mitgebrachtes Vesperbrod auf der Bank, welche Wattines an dem obersten Ende der Insel, neben schönem Gesträuche und vertieften Blumenbeten anlegte, von welcher Stelle man einen grossen teil des See's übersehen kann. Sie ist nicht weit von der Hütte, wo Wattines mit Frau und Kindern 4 Jahre wohnte, ohne von Jemand besucht worden zu sein: ohne alle andre hülfe, als G e d u l d , F l e i ss und L i e b e . Ich äusserte Vandek meine Begierde mehr von ihnen zu wissen, indem das Abmessen des Weges von Flandern und Versailles, nach dieser Insel, und die Uebersicht von allem, was diese jungen Leute hier getan haben, meine ganze Seele beschäftigte. Er fand meine Neugierde sehr natürlich, und sagte: was er von ihnen wisse, sei, dass sie in französisch Flandern, diesem so sehr bevölkerten, und so schön angebautem land gebohren wurden, durch den Wohlstand ihrer Familien eine vortreffliche Erziehung genossen haben, und zu äusserst glücklichen Aussichten bestimmt waren. Emilie ward im 18ten Jahre durch die unselige Revolution zu einer Vater- und Mutterlosen Weise gemacht, und aller Güter beraubt, so, dass ihr beinahe nichts, als ihr Bräutigam Wattines blieb, welcher, nachdem sein Oheim und sein Bruder ermordet worden, seinem eigenen tod und dem Anblicke der Ungeheuer entfloh, welche ihm seine Verwandten und Freunde tödteten Die Seele und die Grundsätze des edlen jungen Mannes waren verwundet. Der mit dem Blute seines guten Königs und so vieler tausend rechtschafnen Menschen benetzte Boden war nicht länger Vaterland für ihn. Er raffte das Wenige, was er und seine geliebte Emilie noch hatten, zusammen, und eilte einen Weltteil zu erreichen, wo er keine Mörder der Unschuld, keine Räuber des Vermögens der Witwen und Waisen sehen würde. Amerika war also sein Zufluchtsort, aber unsere grossen Städte zu reich und prachtvoll. Angebaute, oder bevölkerten Orten nahe liegende Pachtöfe waren ihm zu teuer, für die kleine Summe geretteter Pfennige, wie er uns sagte. Der Zufall machte ihn mit einem alten, aber auch armen Quaker bekannt, welcher ihn nicht weit von seinem Garten, trostlos und Menschenscheu herum gehen sah, ihn anredete, ihm Teilnahme zeigte, und durch sein sanftes Zureden den Kummer seiner Seele ergiessen machte. Dieser wackere Mann sagte zu ihm:
Du bist arm, und willst weder mit Reichen noch vielen Menschen leben, willst du aber arbeiten und Gott vertrauen, so nimm einen teil des Erdreichs an der uns abgetretenen Seite des See's Oneida, oder der Insel, die werden sehr wohlfeil gegeben, und nimm einen treuen Mann zu dir, welcher Arbeit und Ertrag mit dir teile.
Diesen Vorschlag ergriff Wattines mit Eifer. Der Quaker schafte ihn die Freiheit, die Insel zu bewohnen, half ihm alle nötigen Bedürfnisse einfach aber dauerhaft anschaffen, gab ihm Unterricht in Ansehung der auf der andern Seite des See's wohnenden Indier und ihrer Behandlung, wiess ich Fischer an, welche ihn auf die Insel begleiteten und die Holzhütte bauen halfen. Nach dieser Leitung zog er mit seinem zärtlichen weib hierher. Wie ich sie entdeckte, habe ich Ihnen kurz erzählt. Von dem ganzen Gange ihres