die Einer dazu, angesehen alle in mir sesshafte Stockböhmen – Pariser – Wiener – Leipziger – Baireuter – Höfer – Dubliner- Kuhschnappler (und ihre Weiber und Töchter dazu) durch mich zum Leben kommen würden, unter denen allemal gegen 1000000 über 500 sein werden, die keine Vernunft annehmen und doch keine haben. Duenna, du kennst die Menschen noch wenig, bloss zwei, denn die Schlange ist keiner; aber ich weiss, was ich produziere, und dass ich mit meinem limbus infantum zugleich ein Bedlam aufmache. – Beim Himmel! ich zittre und klage, wenn ich in die Jahrgänge der Jahrhunderte nur zwischen die Blätter hineingucke und nichts darin sehe als Blut-Kleckse und bunte Narren-Quodlibets – wenn ich die Mühe überrechne, bis ein Jahrhundert nur eine leserliche Hand schreiben lernt, die so gut ist wie die eines Elefantenrüssels oder eines Ministers – bis die arme Menschheit durch die Trivial- und Winkelschulen und durch die Hausfranzösinnen hindurch ist, so dass sie mit Ehren in lateinische Lyzeen, in Fürsten- und Jesuiterschulen gesetzt werden kann, bis sie gar den Fecht- und Tanzboden, die Zeichenstunden und ein dogmaticum und clinicum besuchen kann. Beim Henker! mir wird schwül – dich nennt freilich niemand die Brutenne des künftigen Starenflugs, den Kabliau-Rögner, in welchem Leuwenhoek 9 1/2 Millionen Stockfisch-Eier zählt; dir legt mans nicht zur Last, Evchen, aber deinem mann, der hätte gescheuter sein (wird man sagen) und lieber gar nichts zeugen sollen als solches Gesindel, wie die meisten Räuber sind – gekrönte Imperatoren auf dem römischen Tron und Stattalter auf dem Römischen Stuhl, wovon jene sich nach Antonin und Cäsar und diese nach Christus und Petrus nennen werden und unter welchen Leute sind, deren Tronstuhl ein Lüneburgischer Torturstuhl der Menschheit und ein Steinischer Geburtstuhl des Gottseibeiuns ist, wenn er nicht gar ein umgekehrter Grêve-Platz wird, der zugleich zu Hinrichtungen des Ganzen und zu Freudenfesten der Einzelnen dient.28 – Auch wird man mir den Borgia, den Pizarro, den hl. Dominikus und den Potemkin vorwerfen. Gesetzt auch, ich wüsste den Vorwurf dieser schwarzen Ausnahmen abzulehnen: so werde' ich doch einräumen müssen (und Anti-Adams werdens utiliter akzeptieren), dass meine Abkömmlinge und Kolonisten keine halbe Stunde leben können, ohne eine Torheit zu denken oder zu begehen – dass der Riesenkrieg der Triebe in ihnen keinen Friedenschluss, selten einen Waffenstillstand erhält – dass der Hauptfehler des Menschen bleibt, dass er so viele kleine hat – dass ihm sein Gewissen beinahe zu nichts dient als zum Hassendes nächsten und zum kränklichen Gefühle fremder Übertretungen – dass er seine Unarten nicht eher wegwerfen will als auf dem Totenbette, an das ihm ein Beichtstuhl geschoben wird, wie die Kinder vorher zu stuhl gehen, ehe sie zu Bette gebracht werden – dass er die Sprache der Tugend lernt und liebt und den Tugendhaften anfeindet, wie die Londner sich französische Sprachmeister halten und den Franzosen selber gram sind. – – Eva, Eva, wir werden schlechte Ehre einlegen mit unserer Hochzeit; Adam heisst nach dem Grundtext rote Erde, und wahrlich es werden meine Backen ganz daraus bestehen und erröten, wenn ich nur an die unaussprechliche und unausgesetzte Eitelkeit und Einbildung unserer Urenkel denke, die gerade mit den Jahrhunderten schwillt. Keiner wird sich bei der Nase zupfen als etwa einer, der sich selber rasiert – der hohe Adel wird auf die Deckel der geheimen Gemächer sein Familien-Wappen brennen lassen und den Schwanzriemen seiner Gäule in seinen Namenzug verschlingen – die Rezensenten werden sich über die Skribenten, diese über jene stellen – der Heimlicher v. Blaise wird sich von Waisen die Hand küssen lassen, die Damen von jedem, und Höhere den ausgenähten Rocksaum. Heva, ich hatte meine prophetischen Extrakte aus der Weltistorie bloss erst bis ins 6te Jahrtausend fortgeführt, als du gerade unter dem Baum anbissest und ich aus Einfalt dir nachass und mir alles entfiel; – Gott weiss, wie erst die Narren und Närrinnen der übrigen Jahrtausende aussehen! Jungfer! wirst du jetzt den Sternocleidomastoideum, welchen Sömmering den Kopfnicker nennt, gebrauchen und damit dein Ja sagen, wenn ich dir die Frage vorlege: willst du gegenwärtigen Hochzeitprediger zu deinem ehelichen Gemahl haben? –
Du wirst freilich versetzen: wir wollen wenigstens die zweite Pars anhören, worin die Sache auch von der andern Seite betrachtet wird. – Und wahrlich, wir hätten allerdings beinahe vergessen, andächtigste Zuhörerin, zur
II. Pars
zu schreiten und miteinander die Gründe zu erwägen, welche Protoplasten oder erste Eltern bewegen, es zu werden und sich zu kopulieren und dem Schicksal zur Säe- und Spinnmaschine des Leins und Hanfes, des Flachses und Wergs zu dienen, dessen unübersehliches Netzwerk und Zuggarn es um die Erdkugel windet. – Mein Hauptbeweggrund – und deiner hoffentlich auch – ist nach meinem Gefühle der Jüngste Tag. Denn falls wir beide die Entrepreneurs des Menschengeschlechts werden: so werde' ich alle meine Enkel, die am Jüngsten Tage aus der verkalkten Erde aufdampfen, in den nächsten Nebenplaneten sich zusammenstellen sehen zur letzten Heerschau und unter diesem Kinder- und Enkelsegen Leute antreffen, die Verstand haben und mit denen sich ein Wort reden lässt. – Männer, deren Leben durch lauter Donnerwetter ging und die es in einem verloren, wie nach dem römischen Glauben die Günstlinge der Götter vom Donner erschlagen werden, und die gleichwohl in keinem Gewitter Augen oder Ohren zubanden. – Ferner stehen dort, sehe' ich die vier herrlichen heidnischen Evangelisten, Sokrates, Kato, Epiktet, Antonin