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Art träumen zu können?

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Karl Wilmont an Mortimer

Paris.

Ich habe keine Ruhe und kann ihn auch nicht finden. Es ist mir oft, als triebe es mich in ein Haus hinein, dass er dort sein müsse, und wenn ich hineintrete, ist er doch nicht da. Eine unbeschreibliche Ungeduld quält mich Tag und Nacht, ich träume nur von ihm, und oft glaube ich am Morgen, dass er zu mir in das Zimmer trete. Ich laufe an öffentlichen Örtern herum, ohne zu sehen und zu hören. Dann empört sich meine Wut in mir von neuem und eine gänzliche Erschlaffung aller Kräfte folgt dieser Anspannung.

Ach, wie kommt mir das Leben vor? Von Torheiten wird es zusammengehalten, damit es nicht zerfällt; je älter und schwächer der Mensch wird, je mehrere dieser Narrheiten fallen ihm aus, und der Tod besteht am Ende darin, dass die letzte Torheit aus dem Menschen springt und so dem geist Platz macht; und so sterbe ich vielleicht, wenn ich meine Rache ganz aufgebe. Denn was will ich denn damit, oder was kann sie mir helfen? Man möchte zuweilen alles nur für Scherz halten. klägliche Leben wäre erst zu Ende, damit mir besser und ruhiger würde. – Und doch muss ich ihn suchen und finden, dann werde ich sterben! –

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Eduard Burton an Mortimer

Bondly.

Was sagen Sie, lieber Freund, wenn ich ganz offenherzig gegen Sie werde? – Doch weiss ich nicht schon Ihre Meinung im voraus? Und es kann sein, dass eben dies die Ursache ist, warum ich noch frage.

Ich sehe den alten Ralph und seine Tochter täglich; Betty hat sich meines Herzens bemächtigt, ich kann es mir selber nicht ableugnen, mein Blut fliesst wieder froher durch die Adern, die Welt und das Leben sind mir wieder lieb. Wenn ich ihr nun meine Hand gebe, und ich dann ein stilles und glückliches Leben mit ihr führe; – kann ich mehr und anders wünschen? Das Bild Ihres häuslichen Glücks hat mich zuerst auf diesen Wunsch geführt. – Ich mag nichts weiter hinzusetzen; leben Sie wohl!

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Mortimer an Eduard Burton

Roger Place.

Was kann ich Ihnen sagen? – Erwarten Sie keine langweiligen Spässe von mir, denn ich betrachte jetzt manche Dinge in der Welt recht ernstaft; ich liess es mir wohl ehedem zuschulden kommen, über manche Arten des menschlichen Glücks zu spotten, aber die zeiten sind jetzt vorüber. – Heiraten Sie das Mädchen und kümmern Sie sich um die ganze übrige Welt nicht; so lautet mein Rat. Es freut mich, dass die Menschen dadurch glücklich werden, die ich damals so innig bemitleidete, als ich sie zum ersten Male sah.

Mein kleiner Georg ist frisch und gesund. Amalie lässt grüssen.

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Ralph Blackstone an Eduard Burton

Paris.

Dieselben haben mir gestern Ihre gütige Meinung eröffnet, und ich will nun nach der bewilligten Bedenkzeit meine Antwort auf Dero gütigen Antrag sagen. Sie erhalten sie hiemit schriftlich, wie wir ausgemacht hatten. Ich kann über die Ehre und über den gütigen Vorschlag nichts sagen, ich kann nichts dagegen einwenden, mein Herr Baron, als dass wir es nicht verdienen. – Doch das Glück verdient der Mensch nie, und habe ich doch auch mein bisheriges Unglück nicht verdient. – Ich bin, indem ich schreibe, gerührt bis zu Tränen, meine Augen tun mir weh und das Schreiben wird mir ungemein sauer, denn ich habe seit lange keine Feder in die Hand genommen. Mag es denn also geschehn wie der Himmel will; meine Tochter betet Sie an, noch aber weiss sie keine Silbe von dem Plane. Sie wird vor Freude aus den Wolken fallen, sie wird sich in ihrem Glücke nicht zu finden wissen. Doch, das lernt sich bald, leichter als Elend, die menschliche natur neigt mehr zum Glücke hin, und das ist auch natürlich. Ich bin aber selbst wie im Traume, denn ich Elends, aber doch nicht um so viel Freude und Ehre; dergleichen freche Gedanken sind mir nie in den Sinn gekommen. Ich glaube, dass manche Menschen schon auf dieser Welt zu Engeln werden, und zu solchen Menschen gehören Sie ganz gewiss und ohne Zweifel: solche Menschen muss es geben, damit man an Gott und an seine Barmherzigkeit glaubt. – Nehmen Sie meine Schreiberei nicht übel, mein Herr, in der Jugend wusste ich eine Büchse gut loszuschiessen, aber mich nicht in Worten gut auszudrücken, und Sie wissen, wie es geht, im Alter holt man so etwas nur selten nach: aber Sie nehmen wohl den guten Willen für die Tat, und ich wünschte wirklich von Herzen, es stünde hier eine recht feine und zierliche Antwort, die Hand und Fuss hätte, wie man zu sagen pflegt, und Lebensart verriete und in lauter ehrerbietigen Ausdrücken abgefasst wäre. Es ist mir aber nicht gegeben, und ich nenne mich auf meine einfältige Art Ihren ergebensten Freund und Diener, Ralph Black

stone.

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William Lovell an Rosa

Paris.

Und sollt ich den letzten Pfennig wagen und verlieren, so muss ich weiterspielen, und entweder nichts übrigbehalten, oder meinen Verlust wiedergewinnen! Rund ist das Rad der Glücksgöttin, und sie ist blind. Ich will es mit dem Zufalle und mit allen Teufeln aufnehmen; bleiben Sie mir doch, bleibt mir doch Andrea übrig. Was ist Furcht und Vorsicht? – Schwache Stützen des Schwachen! – Ich kann auch ohne ihre hülfe auskommen, und es