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'acerba ferita! deh per pietà! non mi dir, che ti tolse la vita, quel ingrato chi l'ebbe da te34."

"Diess hat M a j o gar nicht; und im Folgenden: Grazie ai Numi! parti; auch in der Arie: Tardi rimorsi atroci, besonders bei Odo il suon delle querule voci, wird er himmelweit übertroffen. M a j o hat hier den Charakter des Orestes verfehlt; Pomp gibt er, und prächtige Musik, aber wenig treffendes Gefühl."

"Und so ganz im edlen Charakter voll tiefen Gefühls nimmt Orestes bei J o m e l l i in der Arie der achten Scene des zweiten Akts vom Pylades Abschied: Prendi l'estremo addio, non mi lasciar cosi! Ah quante volte, oh Dio, misero in questo morir degg'io35!"

"M a j o hat diese Arie wieder nicht; sie ist unendlich mehr wert, als bei ihm die Trennung in der zehnten Scene des ersten Akts im begleiteten Recitativ nebst dem Duett; welches J o m e l l i mit gutem verstand weggelassen hat. Die Poesie ist Empfindelei, und wird, auch noch so schön declamirt und gesungen, im Largo der Musik unerträglicher."

"Diess ist aber auch das Beste im J o m e l l i . M a j o vergütet und überwiegt es mit andern unnachahmlichen Schönheiten."

"So wie M a j o den Charakter des Orestes verfehlt hat, so J o m e l l i den Charakter der Iphigenia, dem es bei ihm noch überdiess an Einheit mangelt, und der für jede Scene besonders gemacht ist."

"Die Scene, worin J o m e l l i hauptsächlich mit dem Jüngling wetteifert, ist die neunte oder letzte des ersten Akts, wo der Dichter den Schmerz der Iphigenia, – nachdem ihr Orestes, noch unbekannt, gesagt hat, dass er der Mörder der Klytämnestra seiund zugleich ihre Begierde, den Mord zu rächen, so übertrieben schildert."

"Diese Scene gehört unter das Vortreflichste, was M a j o im Ausdruck tragischer und schmerzlicher Gefühle geliefert hat; sie zeigt, wie viel Italien und die Musik an diesem jungen mann für die Zukunft verloren. Der Charakter der Iphigenia ist so rein, so voll Gefühl und Unschuld in Melodie und Harmonie, und dabei so voll neuer und hoher Schönheit, dass sie entzücken wird, so lange Musik dauert. Man merkt dabei sogar das Uebertriebne des Dichters nicht mehr, und denkt nur an die Situazion."

"Das Recitativ Chi resister potrìa, ist auch bei J o m e l l i vortreflich; aber ohne Vergleich grösser, natürlicher und schöner bei M a j o . Der Text selbst verdient hier Lob. Im Majo ist diese Scene die achte des zweiten Aufzugs."

"Doch ist bei J o m e l l i schon etwas Kleinliches, Empfindendes in der Begleitung zu der Stelle: Sospendi, o madre, i rimproveri tuoi, le tue querele. Wie schön bittet sie dagegen bei M a j o ! J o m e l l i liebt zuweilen die Mahlerei einzelner Stellen und Worte; diese zerstört aber meistens den Ausdruck des Ganzen, und fällt ins Kleinliche. Das dolente, sbigottita, pallida, lacera, insanguinata haben beide vortreflich ausgedrückt; doch M a j o natürlicher, schöner, und mit mehr Mannigfaltigkeit."

"Zu Anfange der Arie: Ombra cara, che intorno t'aggiri, frena il pianto, sospendi i lamenti36, hat M a j o ' s Iphigenia den wahren Ausdruck einer bis zur Schwärmerei tief gerührten und ergriffnen Seele; die Töne der Melodie sind eigentlicher Accent Griechischer Grazie."

"J o m e l l i ' s vier lange Takte auf O – – – – mbra, und zwei auf ca – – ra, die ersten durchaus in demselben Tone, sind übertrieben, bloss teatralisch, und ausser der natur: sie dienen nur dazu, dass eine schöne starke Kehle und Brust sich hervortun kann; und so ist die Mahlerei auf dem intorno hier gewiss kleinlich, und fast eben so kleinlich der Ausdruck auf sospiri und flebili accenti. In der Mitte lässt J o m e l l i das Wort Ombra, gar acht Takte lang auf zwei Tönen halten. Del tuo scempio hat er nicht sehr glücklich im drei Achteltakt gesetzt. M a j o geht viel vortreflicher in der Einheit der Empfindung, wie in einem Strome, fort; und was Schönheit und Neuheit der Musik betrift, so findet gar keine Vergleichung statt: J o m e l l i ist gegen ihn mager und armselig."

"M a j o bleibt diesem Charakter der Iphigenia immer treu. Welche schöne Scene, wo Iphigenia sich mit dem Toas vermählen und hernach umbringen will, wenn Orestes dadurch fortgekommen ist! Accresca pietoso al viver tuo quei giorni il cielo, ch' a me scema il rigor d'averso fato! und welche bezaubernde Arie: Se il labbro si lagna, mi basta se dice, per me l'infelice la vita perdé! J o m e l l i hat dafür zu Ende des zweiten Akts eine lange Scene mit einem Duett angebracht, worin die augenblickliche Empfindung sehr langweilig bis zum Unsinn aus einander gedehnt ist."

"In der fünften Scene des zweiten Akts hat J o m e l l i der Iphigenia