, in gemessner Bewegung, oder in Bewegung, nach dem Takt der Musik; kurz, Mimik nach Musik."
"Der Marsch ist der einfachste unter allen Tänzen."
"Menuet ist gleichsam ein zärtlicher Spaziergang zweier Personen um einander, in gemessnen Schritten; kurzer Inbegrif einer Liebesgeschichte."
"Der Deutsche Tanz ist ein freudiges Wälzen auf und ab."
"In den Contretänzen wird beides von einer Gesellschaft vermischt, und mit Jubelsprüngen vermehrt."
"Bei andern Nazionaltänzen geschieht diess gleichfalls, komisch oder ernstaft, kriegerisch oder demütig, bittend und schmeichelnd, nach dem Charakter des volkes."
"In den Balleten will man zuweilen Handlungen nachahmen, wo das wenigste durch den Körper, und das meiste mit dem verstand, durch Beihülfe der Sprache, verrichtet wird; aber alles, was nicht in musikalische Bewegung gebracht werden kann, taugt wenig für den Tanz."
"Schritte und Sprünge, mein lieber F e y e r a b e n d , machen jedoch den Tanz nicht allein aus. Wir finden bei den Griechen Beschreibungen von Tänzen, in welchen wollüstige Jonierinnen mit einander wetteiferten, wo Fuss und Hand gar nicht wesentlich ins Spiel kamen."
Er sagte das letzte mit einer Wendung zu F e y e r a b e n d e n , dass die Andern es kaum verstanden, und die Mutter, die am entferntesten war, es gar nicht hörte.
"Nur muss alles nach dem Takt und nach Noten gehen; diess ist das Wesentliche."
"Der Tonkünstler muss die Arten der Bewegung, und die Leidenschaften sehr wohl kennen, Gefühl genug in seinem Herzen, und Schwung der Phantasie haben, um dazu vortrefliche Musik voll Rhytmus und Melodie hervorzubringen."
"Unsre Meister hudeln sie oft hin, als das Leichteste; und bilden sich albern genug ein, es sei schon hinlänglich, wenn nur das Metrum beobachtet werde. Allerdings gibt es auch H o r a z e , S a p p h o e n und P i n d a r e für die Tanzmusik; aber sie sind so selten, wie jene für die lyrische Poesie."
Die Mutter antwortete: "Was Sie da sagen, gefällt mir ungemein; gewiss sollte der Tonkünstler in Balleten seine Tänzer und Tänzerinnen studiren, wie die Sänger und Sängerinnen in der Oper. N o v e r r e , den ich in Stuttgard oft gesprochen habe, war auch ganz der Meinung, dass Tänzer und Tänzerinnen die Musik, und nicht ihre erlernten Schritte und Sprünge, tanzen sollten."
"Ich war gerade zugegen, als V e s t r i s eine Chaconne tanzte, welche J o m e l l i für ihn geschrieben hatte. Sie wird noch lange unübertroffen bleiben, so erhaben ist sie in ihrem Rhytmus, und so reizend in ihrer Melodie; mir gleichsam noch ein lebendiges Bild von dem unvergleichlichen Tänzer."
"N o v e r r e war Genie für seine Kunst, und ist auch der Mann, der sie auf ihren Gipfel gebracht hat. Er hielt die edle Pantomime für die Seele des Ballets; nicht die Capriolen, acht und zehnfache Entrechats, und künstliche Schritte. Seinen Tänzern und Tänzerinnen empfahl er nichts so sehr, als sich ihren eignen Empfindungen zu überlassen, damit sie den wahren Ausdruck träfen; auch verbot er ihnen streng alles Nachäffen. Kein Balletmeister hat je von dem Charakter, den Talenten, den Schönheiten seiner Personen so viel Vorteil zu ziehen, und sie so ins rechte Licht zu stellen gewusst."
"Er war zugleich vortreflicher Dichter und Mahler. In seinen guten Balleten herrscht Einheit der Handlung, schön durch das Ganze verteilt, an die sich das Interesse hängt. Dadurch entstand, wie von selbst, eine Reihe von Gemählden in lebendiger Folge, in reizenden Gruppirungen. Er hatte deshalb die Meisterstücke der bildenden Künste wohl studirt, trieb die Magie der nächtlichen Beleuchtung sehr weit, und schuf sich, zur Vollkommenheit der Täuschung, ein Ideal von Teaterperspektiv."
"Ueberall war er zugegen; bei dem Zeichner der Kleidungen: keine Tänzerin durfte sich nach ihrer blossen Laune kleiden; bei dem Teatermahler: die Hintergründe mussten zu seinen Drapperien passen, die Figuren darauf in gehöriger Proporzion hervorgehn; bei dem Maschinisten: um die Scenen leicht und schnell zu verändern; (er rühmte sehr die erstaunliche Einfachheit und Fertigkeit der Engländer in der Maschinerie); besonders bei dem Tonkünstler: er selbst schrieb D e l l e r n zuweilen Melodien und Instrumente vor. Der Tonkünstler war sein Hauptmann; mit diesem arbeitete er ganz gemeinschaftlich."
"Es ist eine Lust," sagte L o c k m a n n sehr vergnügt und heiter, "sich mit Personen von so viel Geschmack und Kenntnissen über solche Gegenstände zu unterreden."
"Die Hauptregel bleibt immer, dass ein Künstler nichts wagen soll, was er mit seiner Kunst entweder gar nicht, oder gegen andre Künste nur langweilig und schwerfällig, leisten kann."
"Pantomime allein ist eigentlich für Personen, die sich der Worte nicht bedienen dürfen, aus Furcht von Feinden gehört oder verstanden zu werden; oder die sich der Sprache nicht bedienen können, weil die einen Peruanisch und die andern Kastilianisch reden: oder überhaupt, weil sich das, was sie empfinden, fühlen, denken und bedürfen, mit Worten entweder gar nicht, oder doch nur schwach, sagen lässt."
"Zwischen solchen wird ein Ballet, ja