der Seele haben, aus dem dieser ihn singen lässt. J o m e l l i ' s und P e r g o l e s i ' s A dur, welches in das erhabne E dur übergeht, ist viel treffender."
Zweiter Akt.
S c e n e 7. "Die Begleitung der Arie des Clistene: den von den Instrumenten, ist merkwürdig, und zeigt, dass J o m e l l i , und nicht M a j o , der Erfinder davon war."
"Licida machte eine armselige Figur in der Poesie. Welche Albernheiten: Crede Megacle sposo, e se ne affanna? und in der achten Scene: L'amor mio, caro amico, non soffre indugio. Man begreift am Ende gar nicht, warum er den König auf der Strasse anfällt."
S c e n e 9. "Sie hat Aehnlichkeit mit der, wo Armida verlassen wird."
"Aristea:
Senti, ah no – dove vai? –
Ah t'oppresse il dolor, cara mia speme –"
"Das ganze Recitativ ist voll von ächtem Patos, und gehört unter das Vortreflichste. Bei dem im ersten Akt war der Entschluss; und hier die Tat. Das Ganze bildet sich stückweise auf diese Art in der Phantasie des Zuhörers. Die neuern Pariser Opernschreiber haben mehr Verschmelzung ausgefunden."
"Bei Ah che farem di nuovo a quest' orrido passo, macht der enharmonische gang gute wirkung. Der Ausgang ist voll leidenschaft und vortreflich."
"Die Arie darauf: Se cerca, se dice, ist ein Meisterstück von Ausdruck und musikalischer Schönheit; sie gehört unter das Vortreflichste der Italiänischen lyrischen Bühne." S c e n e 11. "Aristea:
Tu me da me dividi,
Barbaro, tu m'uccidi,
ist ganz vortreflich nach dem leidenschaftlichen Texte gearbeitet, so dass man die Musik gar nicht merkt."
"Der zweite Akt schliesst sich mit einem begleiteten leidenschaftlichen Recitativ, und der prächtigen Bravourarie des Licida; doch von so wenig Kern, als der Charakter selbst hat."
Dritter Akt.
S c e n e 1. "Die Arie der Aristea ist eine Perle, solch ein schöner Gesang, und so schöne Begleitung mit den synkopirten Accorden, und alles neu; mit dem allgemeinen Text treflich für ein Konzert: Cara son tua cosi, che per virtu d'amor risento anch'io i moti del tuo cor."
S c e n e 3. "Die Arie des Megakles ist meistens Kunst zur Verzierung mit dem obligaten Horn und der obligaten Hoboe: Lo seguitai felice. Jomelli hat nachher diese Art viel vortreflicher ausgearbeitet."
"Die Arie der Argene: Fiamma ignota nell' alma mi scende, ist ein Meisterstück von Schönheit und wenig stimme hat und glänzen will. Die Melodie ist immer in der Mitte, und geht nur ein paarmal bis in das zweigestrichne Gis. Der Text, und der Ton E dur ist feierlich, und die Begleitung, selbst Melodie, vom höchsten Reiz."
"Es ist in dieser Oper alles ausgearbeitet; auch die Arie des Aminta darauf: Son qual per mare ignoto naufrago passaggiero, hat die Begleitung von einem empörten Meere."
"Marsch und Chor sind, obgleich nicht ausserordentlich, doch gut und passend."
S c e n e 7. "Signor tu piangi; ein vortrefliches Recitativ mit Begleitung. J o m e l l i hat es hernach zu Neapel mit viel mehr Ausdruck wieder gebraucht. Die Arie ist schön mit der Begleitung."
"Noch ist das Terzett schön mit dem Chor: I tuoi strali terror de' mortali; so wie der Schluss."
H i l d e g a r d wollte den andern Morgen die ganze Oper für sich durchstudiren; und beide sangen jetzt nur die zwei grossen Scenen mit dem Duett: ne' giorni tuoi felici; und der Arie: Se cerca, se dice, nachdem H i l d e g a r d ihren Bruder und F e y e r a b e n d e n dazu gerufen hatte.
Alsdann wurden dieselben Scenen von P e r g o l e s i , und alles, was noch von ihm da war, auf Verlangen der Mutter herbeigehohlt, und die erstern damit verglichen.
Man kam darin überein, dass P e r g o l e s i Ne' giorni tuoi felici für seine zeiten ganz vortreflich ausgedrückt hätte; J o m e l l i ihn aber an Würde und ächtem Ausdruck der zwei ersten Verse überträfe, so wie in den folgenden
Ah! che parlando o dio! tu mi trafiggi il cor,
Ah! che tacendo o dio! tu mi trafiggi il cor, P e r g o l e s i göttlich wäre, und J o m e l l i ihm nachstehen müsse.
Man wiederhohlte die Melodie besonders, und die Melodie mit Begleitung noch einmal von beiden recht mit Lauterkeit und Besonnenheit; und es entstand folgendes Urteil:
"Wenn man unparteiisch das Ganze betrachtet; so gleicht die Komposizion von P e r g o l e s i einem schönen Gemählde von R a p h a e l , und bleibt in ihrer Einfachheit wahrer und keuscher, als die von J o m e l l i , in welcher schon Uebertreibung, und nicht genug Wahrheit, inzwischen weit mehr Fülle von Musik ist