vom Amint und der Argene aufgehalten werden, hernach ausreissen und einander in die arme laufen, und Aristea, die den Megakles schon tot glaubte, ihm sagt:
Ingrato! e tanto
m' odi dunque, e mi fuggi,
che, per esserti unita
s'io m' affretto a morir, tu torni in vita6?
wird es ein wahres Puppenspiel." "Doch sind einige ergreifende Situazionen darin, höchst schöne Arien, und das vortreflichste Duett der ganzen Italiänischen lyrischen Poesie." "J o m e l l i erscheint hier in der Fülle seiner Kraft. Wir wollen nur, das Vortreflichste durchgehen."
Erster Akt.
Scene 3.
Quel destrier, ch' all' albergo è vicino
Più veloce s'affretta nel corso.7
"Diese Arie gehört unter die vortreflichsten der pittoresken Musik; der Galopp des Pferdes herrscht durchaus in der Begleitung der zweiten Violine; und es ist in der Melodie und der gesammten Harmonie eine Pracht und ein jubel, die bezaubern."
"L o l l i konnte sich dabei hervortun. Man muss sie als eine reizende Verzierung betrachten."
"In dem Schäferchor
O carē selve! o cara
Felicē libērta!
der den einfachen gehörigen Charakter der Fröhlichkeit hat, ist merkwürdig, dass auch J o m e l l i den Sylben lang declamirte, wie die ältern Komponisten, besonders P e r g o l e s i , bei der so bitter getadelten Stelle: Cujūs anīmam gēmentem. Man muss ein grausamer Pedant sein, wenn man wegen einer solchen Naivetät einem Meister, der so viel edle und gewiss geschmackvolle Menschen entzückte, Genie und Kunst absprechen will. Es trägt allerdings zum Ausdrucke bei, wenn es selten, nur bei leidenschaft, und nicht zu anhaltend lange gebraucht wird, in welchen Fehler P e r g o l e s i verfallen sein mag."
S c e n e 8. "Ganz vortreflich für eine Contrealtstimme. Das Recitativ mit Begleitung ist voll Grazie und Fülle von Klang, und meisterhaft declamirt. Es macht noch mehr Lust, wenn man weiss, dass J o m e l l i mit der B u o n a n i in einem Liebesverständnisse lebte. Besonders ist die einfache Begleitung der zweiten Violine neu und voll wirkung. Die plötzliche Abwechslung von Ton bei Imparate inesperte donzelle – Ognuno vi chiama suo ben von G dur in A moll, F dur, Es dur, C moll, G moll; und Guadartevi da lor – son tutti inganni8, beschliesst voll Grazie."
S c e n e 9. "Dieser Monolog des Megakles: Che intesi eterni dei, quale improviso fulmine mi colpi9! gehört zum Kern der ganzen Oper, und macht gleichsam das Herz derselben aus. J o m e l l i zeigt einen grossen Kunstverstand, und ein feines richtiges Gefühl für Poesie, dass er bei allen seinen Opern immer so das Wesentliche heraushebt. Diese Stelle ist klassisch bearbeitet; der Sieg der Freundschaft in der Seele über die Liebe. Das höchste Opfer wird ihr in einer heftig und zärtlich Geliebten gebracht. Jomelli schwingt hier recht die tragische Keule. In der Declamazion und Begleitung liegt eine erstaunliche Kraft von Darstellung: alle inneren Gefühle des höchst leidenschaftlichen Menschen werden hörbar hervor in die Luft gezaubert; und da ist nichts von Schlendrian, nichts von dem weichlichen Neuern der P i c c i n i und P a e s i e l l o : alles aus der höhern menschlichen natur, wovon der Meister selbst war."
"Das Ueberraschende, das Erstaunen, vortreflich
gleich anfangs durch die Begleitung; und die Blitze der Gedanken: è, che non sono rigide a questo segno le leggi d'amistà! perdoni il prence10 – die überlegung des eignen Interesse vortreflich wieder durch die Begleitung. E questa vita di Licida non è? u.s.f. Diese edlen fragen eben so meisterhaft durch die Begleitung; non fu suo dono? non respiro per lui? Diese Gefühle werden erstaunlich durch die Begleitung verstärkt; blosse Declamazion kann sie unmöglich so ausdrücken: so etwas konnte die Griechische Musik nicht leisten."
"Voi soli ascolto oblighi d'amistà; vortreflich mit
dem Uebergang in das reine C dur. Palpito, e sudo solo in pensarlo; – nur nicht in Gegenwart der Aristea – schliesst recht lyrisch leidenschaftlich."
S c e n e 10. "Diese letzte gehört unter die aller
schönsten Scenen des M e t a s t a s i o . Die Situazion ist einzig, und wirklich Griechisch reizend und schön. Der Charakter der Aristea ist höchst edel zärtlich. Das Duett: Ne' giorni tuoi felici, krönt das Ganze, welches mit dem feinsten Kunstgefühl bearbeitet ist."
" J o m e l l i hat das Duett als ein grosser Meister
bearbeitet; der Gesang, die Melodie ist entzückend, und in der Harmonie viel Schönheit. Unruh und Begierde bei der Aristea, das Wahre zu erfahren; Zurückhaltung der leidenschaft und des wahren beim Megakles: machen dessen Charakter; und doch spricht süsse heftige Liebe. Ich glaube, dass J o m e l l i den Charakter besser getroffen hat, als z.B. P a e s i e l l o , dessen Musik dazu unter den neuern man für die schönste hält. Megakles musste seinen Vorsatz ausführen, und konnte bei doppeltem Kampf und Sieg also nicht den weichlichen F mollton in