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Geberde.

Der Fürst wollte L o c k m a n n s Flug in eine ihm angemessnere Sphäre nicht hemmen. Ihn begleitete dessen Segen, als er von ihm schied. Der dankbare Künstler versprach ihm aus seinen neuen Komposizionen alle die Ove son? che ascoltai? und die

Tornate sereni

Begli astri d'amore!

Fussnoten

1 Man sehe T. II. S. 253. 2 M o z a r t hat diesen Kunstgriff, das Ganze zusammen zu halten, in seiner allgemein bewunderten Zauberflöte zu Anfange des zweiten Akts, mit einigen Zügen glücklich nachgeahmt. 3 Da wirst Du sehen, wer ich bin; nein, ich rede nicht vergebens mit Dir. 4 Und der Schall der Trompete, der in Erschrecken setzt. 5 Wenn der Blitz des Schwertes flammt. 6 Mir zittert das Herz, es ist keine hoffnung mehr. 7 Teure Kinder, noch eine Umarmung! gieb mir, o Gattin, noch einen Abschiedskuss! O Kinder, o Gattin! teure Pfänder meines Herzens! Ach, o Gott, ich kann Euch nicht verlassen, noch meinen Schmerz verbergen! 8 kommt, o Kinder, drückt den unglücklichsten der Väter an Eure Brust. 9 Ja, ich bin Sabino. 10 Du beschimpfst mein Blut. 11 Schon hör' ich die gräuliche dumpfe stimme des Todes, die mich zum grab verlangt. 12 Und sehe um mich herschweifen die verhassten Haufen grässlicher Gestalten. 13 In welchem harten Augenblicke sag' ich Dir das letzte Lebewohl! – So naht denn von einem unglücklichen Leben das traurige Ende. 14 Standhaftigkeit, meine Seele! wenig Augenblicke deines Leidens sind übrig. 15 Der Tod ist ein Uebergang: ihn bewölke kein Schatten von Furcht. 16 Ha, so werde denn das böse Schicksal vollendet! 17 A n d r e a s C o m p a r e t t i . Observationes de aure interna anatomicae. Patavii. 18 Dieser hat ihn, unter dem Namen J, in der Orgel der Dreifaltigkeits-Kirche zu Berlin anbringen lassen. 19 Oedip bei Kolon angelangt, in S a c c h i n i ' s Meisterstücke, ruft recht eigentlich darin aus: Dieux justes! dieux clémens! Besonders herzzerreissend ist er eben da in der Verwechselung der Terzquartsext. 20 Antigone, die zärtliche Tochter, vermischt bei solchen Seelenaccenten ihre Tränen mit den Tränen des Oedip: Jouissons du bonheur de confondre nos larmes. 21 Man wird der Londoner Dame leicht verzeihen, dass sie die alte Sage aus den zeiten des B o c c a z her zu hülfe nimmt, um ihren wilden Einfall durchzusetzen.

Wilhelm Heinse

Erzählungen

Erzählungen für junge Damen und Dichter

Erstdruck: Lemgo (Meiersche Buchhandlung),

1775. Die Antologie von Rokoko-Erzählungen

unterschiedlicher Autoren wurde von Wilhelm

Heinse im Winter 1773/74 zusammengestellt.

Sie erschien im Herbst 1774, vorausdatiert auf

das Jahr 1775, ohne Angabe von Heinses

Namen.