; e son questi
Gli ultimi tuoi congedi? Ove s' intese
Tirannia più crudel! Va scellerato,
Va pur; fuggi da me; l'ira de' Numi
Non fugirrai. Se v'è giustizia in cielo,
Se v'è pietà, congiureranno a gara
Tutti tutti a punirti. Ombra seguace
Presente ovunque sei
Vedrò le mie vendette. Jo già le godo
Immaginando; i fulmini ti veggo
Gia balenar d'intorno" – – etc.
Geh; aber tauche das glorreiche Schwert erst in
diese Brust. Die mitleidige Tat hilft beiden: Dir
Achilles, dass Du anfängst, Dich zu Mord und Ver
derben zu gewöhnen; und ich vermeide wenigstens
ein langsameres Sterben. Du gehst froh davon,
ohne dass jemand da ist, der Dich aufhält. – –
Ha, Treuloser! ha Meineidiger! Barbar! Verräter!
Du gehst; und das ist Dein letzter Abschied? Wo
hörte man je eine grössere Tyrannei! Geh Böse
wicht, geh nur! fliehe von mir! dem Zorn der Götter
wirst Du nicht entfliehen. Wenn Gerechtigkeit,
wenn Erbarmen im Himmel ist: so werden sie alle,
alle um die Wette sich verschwören, Dich zu stra
fen. Als ein folgender Schatten, gegenwärtig wo Du
weid' ich mich daran in der Vorstellung; schon sehe'
ich die Wetterstrahlen um Dich blitzen –.
"M e t a s t a s i o war hier als Nachahmer auf das Vorbild, a u ss e r sich, geheftet, und schöpfte nicht i n sich. Andre Dichter nach ihm schrieben glücklicher seine Kopie für ihre Armiden fast nur ab."
"Es ist in dieser Oper kein Duett und kein Terzett; aber warum sollen ewig dieselben Formen in jeder wiederhohlt werden? Selbst dieses gibt der Musik im Ganzen nun wieder eine neue reine Keuschheit nach dem immerwährenden Französischen Lärmen."
H i l d e g a r d hatte bei dieser Musik neue unaussprechliche Empfindungen; mit solcher Allgewalt und Vertrauteit rührte noch nie ein Meister ihr Herz.
"Ich huldige Ihrem Genius," sagte sie endlich; "Sie haben ganz das so seltne Gefühl und die Kunst der Sprache der Töne, und reden sie mit einer solchen Gewandteit und Fertigkeit, und immer nach den Gegenständen, schmeichelnd, edel-lieblich und zärtlich, heroisch, strahlend und blendend, und klagend und drohend den Schmerz der Verzweiflung, dass Sie völlig Tyrann Ihrer Zuhörer sind, und mit ihnen machen können, was Sie wollen."
Die Mutter fügte hinzu: "Achilles hat in der Musik Ihre Physiognomie; und wer Sie kennt, sieht S i e in seinen Melodien."
Die Tochter fiel ein: "O, alles regt, alles bewegt sich darin, und ist hohes Werk der natur. Ich möchte ihn schon auf dem Teater sehen!"
Glücklich und froh erwiderte L o c k m a n n : "Stolze Erhebung und der süsseste Lohn für mich ist Ihr so lebhafter Beifall; doch bitte' ich Sie, meinen Namen zu verschweigen. Es ist immer eine gefährliche Sache um das erste Urteil des Publikums! Nur Wenige empfinden gleich anfangs klar und zuverlässig: die Menge entscheidet, und folgt nur zu oft den Anregungen von Neid und Kabale. Die grössten Meisterstücke der neuern Zeit, ein Tartüffe von M o l i e r e , ein Se cerca se dice von P e r g o l e s i – ich bin übrigens weit davon entfernt, mein jugendliches Produkt mit ihnen in Vergleichung zu stellen – haben so unterliegen müssen."
"Wohl wahr," versetzte H i l d e g a r d ; "der nahe geborgte Glanz des Mondes wird oft mehr verehrt, als das ewig lodernde Quellenfeuer des Sirius. So soll es Ihrem Werke freilich nicht ergehen. Doch schweigen wollen wir."
Der junge Künstler konnte nicht länger bleiben; bis zum Rausch und Taumel begeistert, und doch bescheiden, küsste er Mutter und Tochter dankbar die Hand, versprach im nächsten Konzert die Hauptscenen mit voller Musik aufzuführen, und entfernte sich.
"Gewiss," fuhr die Mutter selbst nun ferner fort, "ein ausserordentlicher junger Mann, der bald allgemeine Bewunderung erregen muss!"
H i l d e g a r d , noch in die Fülle ihrer Empfindungen verloren, setzte sich still und rasch an das Fortepiano. Die Mutter ging in Gedanken auf und ab, setzte sich aber, als ihre Tochter das Vortreflichste wiederhohlte, bald neben sie. Das Tornate sereni begli astri d'amore, einen wahren Zauber, sang diese zweimal und dreimal. Die Mutter hohlte den Sohn; auch er hatte noch nie etwas so Schönes, Schmeichelndes und Zärtliches gehört. Sie konnte nicht umhin, ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit den Komponisten zu nennen. Er erstaunte; so auch über das Dille che si consoli; doch am meisten über das erhabne und feurige Ove son? Che ascoltai! Mi sento in fronte le chiome sollevar. Das Guitarreliedchen, Se un core annodi, spielte er gleich auswendig, so sehr gefiel es ihm; und eben so den dityrambischen Kontretanz am Schlusse der Symphonie. F e y e r a b e n d kam herbei; es war ein fest und ein Genuss.
Nach Tische ward vor dem Schlafengehen das Köstlichste noch einmal gesungen und gespielt. H i l d e g a r d konnte nicht einschlummern; sie stand nach Mitternacht auf, setzte sich