A l e x a n d e r , in jeder Rücksicht eines Helden, dem A p e l l e s waren."
"Ihre geschmackvolle Bemerkung, gnädige Frau, bringt mich darauf, hier ein Wort darüber zu sagen, worin ich glaube, dass die Vollkommenheit der Sänger und Sängerinnen, oder überhaupt der Meister, die für die dramatische Kunst arbeiten, bestehe."
"Zu den vortreflichen gehört wesentlich dreierlei: Genie; Kunst; und Welt, oder Kenntniss der ersten Menschen ihrer Zeit."
"Erstens Genie. Der Meister muss sich in den Charakter seiner Personen und deren Leidenschaften versetzen können, und diess mit Tönen ausdrücken."
"Zweitens Kunst. Es muss den ganzen Umfang der Harmonie, der Kehlen und Instrumente kennen."
"Drittens Welt. Er muss wissen, was schicklich, guter Ton und Vortrag ist."
"Es gibt vielleicht keinen, oder doch nur wenige, die in allen diesen drei Stücken gleich vollkommen sind."
"Selbst bei unserm G l u c k kommt zuweilen der Pedant und der Wilde zum Vorschein. Bei J o m e l l i oft der Pedant, oder Musikmeister. P i c c i n i , S a c c h i n i , S a r t i , P a e s i e l l o haben viel Welt; aber es fehlt ihnen oft bald an Genie, bald an Kunst."
"Uebrigens kenn' ich kein glückseligeres Leben, setzte er hinzu, als mit so erstaunlichen Vorzügen, wie die G a b r i e l i , auf den ersten Teatern von Europa die Herzen, Ohren und Augen zu entzücken, zu glänzen, und auch nur die kurze Spanne ihrer Jugend so bewundert zu werden."
Das Herz hüpfte H i l d e g a r d e n im leib bei diesen Worten; die jungen Sphären hoben mächtiger das Gewand auf und nieder, und ihre schönen grossen Augen strahlten ein hellbrennendes süsses Licht.
Auch L o c k m a n n sass heiter; Leben und Seele glühte in ihm, und er dünkte sich zum Halbgott im Olymp aufgenommen, als sie ihm gegen Ende der Mahlzeit einen feurigen lieblichen Syrakuser mit zarter Hand einschenkte, darauf den Andern, und sich selbst ein Spitzgläschen voll goss, anstiess, und scherzend sagte: "Neapel und die Musen! mir bald dahin eine glückliche Reise!"
Nach dem Lobe dieser anmutigsten Stadt und Gegend von Europa, und nach andern Reden, wobei das Gespräch allgemeiner und lebhafter wurde, stand man auf und ging in den Garten, um unter den Linden den Kaffee zu trinken.
L o c k m a n n bewunderte die schönen Anlagen, bequemen Spaziergänge, und auserlesenen Pflanzen, Blumen, Stauden und Bäume; besonders aber den himmlischen Platz der alten Linden um die klare frische volle Quelle, wovon der kleine Bach in die Wasservertiefung rann. Die angenehmsten Aussichten, welche die Gegend darbot, waren sowohl im haus, als im Garten mit Kennerblick benutzt.
Der junge H o h e n t h a l erzählte, wie sein Vater den ganzen Raum dazu, der Quelle, der alten Linden und der Anhöhe wegen, von verschiednen Besitzern zusammengekauft habe; und berührte dessen Grundsätze in Anlegung desselben.
"Ein Garten, fuhr er fort, ist das Pflanzenreich im Dienste des Menschen."
"Die Engländer schwärmen, wenn sie in ihren Gärten die natur haben wollen, wie sie ist, sich selbst überlassen. Die Anarchie kann hier eben so wenig statt finden, als in der bürgerlichen Gesellschaft. R i c h a r d s o n affektirt so die natur in seinen Romanen, und wird unerträglich langweilig."
L o c k m a n n erwiderte: "Sie haben Recht; alle Kunst geht auf Zweck für Menschen."
F r a u v o n L u p f e n . Die Franzosen in ihren alten Gärten waren Tyrannen, und machten die Bäume zu Krüppeln, oder schnitten sie in alberne Figuren. H i r s c h f e l d ist jedoch komisch, wenn er Alleen so haben will, wie die Bäume in Wäldern wachsen.
H o h e n t h a l . Die natur im Dienst des Menschen braucht nie zur Unnatur zu werden.
F e y e r a b e n d . Die S c i p i o n e n waren edel, gross und herrlich, erhabne Menschen, und dienten doch dem Römischen volk; S u l l y H e i n r i c h dem Vierten; Türenne Ludwigen; S c h w e r i n und W i n t e r f e l d und Z i e t e n dem grossen König F r i e d e r i c h . Man kann aber gleich an einem grossen Garten sehen, ob der Besitzer ein M a r k A u r e l , ein Tyrann, oder blosser Affe ist.
Frau v o n L u p f e n . Man muss die natur nehmen, so wie man sie vor sich hat; und dann zum Nutzen und Vergnügen treflicher Menschen verschönern und brauchen.
L o c k m a n n . Alpen und Genferseen, und die prächtigen Wasserfälle der Schweiz wird man dieser wohl lassen müssen; und so Rom seine Wasserleitungen, Tempel, Teater und