der Griechen, die alle nicht erzwungen, sondern natürlich herbeikommen, geben dem Ganzen Pracht und Haltung."
"Der Charakter der drei Hauptpersonen ist durchaus meisterhaft beobachtet."
"Die Gewittersymphonie mit dem bald einfallenden Chor der Priesterinnen, unter Anführung der Iphigenia, ist ganz in Einem Guss, originell pittoresk, besonders in dem Zug der Wolken, welchen die Hörner durch den vier Takte lang angehaltenen Ton bei dem Zephyrspiel der andern Instrumente im Andante vortreflich darstellen; und sie ergreift, vorzüglich durch das hohe Pfeifen der Piccolflöten, gleich stürmisch erhaben."
"Man kann in Musik nicht leidenschaftlicher ausdrücken, als Iphigeniens Traum ausgedrückt ist, besonders bei den Worten: Mon père percé de coups – c'étoit ma mère – c'est Oreste."
"Reizender Seelenklang gleich in der ersten Arie der Iphigenia: O toi, qui prolongea mes jours."
"Die Chöre sind durchaus schön und voll Gefühl."
"Toas tritt dann auf, und macht einen herrlichen Kontrast mit dem zarten Jungfräulichen der Priesterinnen, besonders in der Arie: Des noirs pressentimens. Eine Stelle von grosser pittoresker wirkung ist: Je crois voir sous mes pas la terre s'entrouvrir, et l'enfer prêt à m'engloutir dans ses abîmes effroyables. Und eben so: Tremble! ton supplice s'apprête! Melodie, Rhytmus und Begleitung stellen recht den Charakter des barbarischen Königs dar."
"Der Anfang
des zweiten Akts
ist lauter zarte Empfindung im kurzen Vorspiel von Instrumenten. Vortreflich sind die Gefühle beider Freunde ausgedrückt, wie sie im Tempel allein sich sammeln. Schöne leidenschaftliche Musik in der Arie des Orestes: Dieux, qui me poursuivez. Diess ist gerade das Tragische, wenn ein grosser Mensch in verwikkelte Umstände kommt, wo er nicht anders handeln kann."
"Der Charakter des Pylades, als eines zärtlichen, klugen und standhaften Freundes, ist gut gehalten; seine Arie: Unis de la plus tendre enfance, himmlisch."
"Vortrefliches Recitativ im Duett, wie beide von einander getrennt werden, voll wirkung auf dem Teater."
"Göttliche Scene des Orestes darauf, wie er, allein, zur Ruhe kommt und einschlummert; das Sinken der Wellen nach dem Sturm, ist in der Begleitung höchst sinnlich ausgedrückt."
"Der Chor der Eumeniden in der vierten Scene, schrecklich, und voll Darstellung des Wesentlichen vom Ganzen; welches nichts anders ist, als Qual und Pein über Muttermord, und Erduldung der Todesangst; alles im reizenden Gewande der Fabel und alten Sage. G l u c k s Musik ist zugleich pittoresk, und gibt den Schwung der fackeln an. Die blasenden Instrumente – Flöten, Hoboen, Klarinetten, Fagotten, und besonders Posaunen – tun grosse wirkung."
"Iphigenia kommt gegen das Ende dazu, und das Gespräch zwischen Orestes und ihr, worin sie ihn ausfragt, ist ganz göttlich. Die Musik steigt durch mancherlei Töne bei A g a m e m n o n bis in Des dur, und kommt hernach, wo er seine Mutter als Mörderin nennt, in B moll. Es ist das Höchste von musikalischer Declamazion."
"Die Schlussarie der Iphigenia: O malheureuse Iphigénie, hat grossen lyrischen Schwung, und drückt die gewaltige Fülle des Leidens im Herzen vortreflich aus. Doch merkt man, dass sie sich von der andern Musik unterscheidet. Mit geringer Veränderung ist es die göttliche, in Neapel berühmte Musik zu se mai senti spirarti sul volto."
"D e r d r i t t e A k t
ist von der grössten wirkung auf dem Teater."
"Die wehmütige Declamazion und Melodie der Iphigenia schmelzt vorher das Herz, damit die heftigen Schläge hernach desto tiefer eindringen. Das Spiel der schwesterlichen Sympatie ist in der Poesie vortreflich. Himmelschöne Seelenaccorde in Iphigeniens Arie: D'une image, hélas! trop chérie."
"Die Scene, wo sie den Orestes wählt, um ihn nach Argos zu senden, ist in der Poesie, vorzüglich aber in der Musik, äusserst rührend und zart behandelt, voll der natürlichsten Darstellung und meisterhaftesten Declamazion."
"Das Duett in der vierten Scene: Et tu prétens encore, que tu m'aimes? ist erhabner Wetteifer der Freundschaft und Heldengrösse; es gehört unter die allerrührendsten und schönsten. Der Dichter hat die Scene vortreflich behandelt, damit sie nicht blosse alltägliche Moral würde. Der Ton C moll ist gut gewählt."
"Das nun folgende Recitativ des Orestes gehört aber zu dem Allerstärksten, was ich auf dem Teater kenne: Quoi! je ne vaincrai pas ta constance funeste! Die Wiederhohlung des ne sais-tu pas? mit immer höher steigender leidenschaft, die Verstärkung und Erhöhung der stimme bis zum Schreien, und die Fülle der Begleitung, hauptsächlich die Accorde der stürmenden Posaunen, mit den Klarinetten und Hoboen, und gegen das Ende mit den rauschenden Geigen – setzen die kleinste Fiber der Zuhörer in Erschütterung, und machen den Triumph der Musik über alle Künste; denn keine andre kann solche gewaltige Empfindungen hervorbringen."
"Die Arie des Pylades nach diesem Sturm: Ah, mon ami, j'implore ta pitié; ist entzückend: sie tut durch ihre reine Seelenaccente dem Herzen wohl."
"In der fünften Scene setzt Orest es endlich durch in einem vortreflichen kurzen Gesange, worin er drohet, dass er sich selbst das Leben nehmen will."
"Pylades beschliesst den Akt mit einer schönen Arie an die Freundschaft,