bin ich? Was ist mir geschehen? ist diess vielleicht der natürliche Schauder vor dem furchtbaren Uebergange? Ha, ich glaubte nicht, dass der Anblick des Todes so schrecklich wäre!
Aber welch ein froher und zugleich wilder Schall? Woher? man sehe! macht auf!
O entsetzlicher Anblick! die Schiffe, die Gefangnen! Vergebens erwartet ihr mich, ihr Stolzen! ich werde nicht kommen, meine Verteidigung ist diese. – Ge
O Gott! aber muss ich endlich so sterben! – Die Bande, die Ketten!
Ich Elende! Alle weichen von mir weg, und mir bleibt allein übrig – welche grausame hülfe! – meine Standhaftigkeit. 5 Dieses ist die einzige, welche der vorige H e r z o g v o n W i r t e m b e r g von den Opern, die J o m e l l i für seine Feste schrieb, hat herausgeben lassen. Durch wessen Schuld die andern zurückgeblieben sein mögen?
Wer sie, so wie einige der folgenden, nicht kennt, kann, wenn er will, die wenigen Blätter, die sie betreffen, überschlagen. Manchem Freund der grossen Künstler ist es doch wohl angenehm, daraus wenigstens ihre Existenz bestimmt zu vernehmen; auch ohne das Anerbieten im Vorbericht dieses Werks. 6 Undankbarer! so sehr hassest du mich also, und fliehst mich, dass du, wenn ich eile zu sterben, um mit dir vereinigt zu sein, ins Leben zurückkehrst? 7 Ein Ross, das sich der wohnung nähert, beschleunigt schneller seinen Lauf. 8 Lernt unerfahrne Mädchen! jeder nennt euch sein Liebstes – Nehmt euch vor ihnen in Acht! es ist lauter Betrug. 9 Was hab' ich vernommen, ewige Götter! welch ein unerwarteter Donnerschlag! 10 O die gesetz der Freundschaft sind nicht bis auf diesen Punkt streng; der Prinz verzeihe! 11 Der Wille Jupiters, der Schatten meines Vaters, das Vaterland, der Himmel, das Versprechen, die Ehre, das verbreitete Gerücht ruft mich zu den Küsten Italiens. 12 Als einen schlechten Auswurf der Fluten nehm' ich ihn vom Ufer auf. 13 Armer Vologes! ach, dass ich dich verliere! und dich verliere auf ewig! – Mein Herz aber, ha Tyrann! das wirst du nicht erhalten. 14 Du verlangst mein Herz? Das Herz will ich dir geben. (Vor sich.) Aber treulos! was rede' ich! Grausamer, hoff' es nicht, nein, nein! Aber warte, aber höre, aber hemme den Zorn; ja, das Herz will ich dir geben.
Welch ein Abgrund von Qualen! überall ist Gefahr; ich habe keinen Rat, keine Vernunft mehr. 15 Welch eine düstre Zurüstung von Schrecken und Trauer! welch eine klägliche und wilde wohnung von Finsterniss und Schatten! O weh! träum' ich, oder wach' ich? Ich höre, oder mich dünkt zu hören die stimme, das Aechzen des sterbenden Gatten.
Und diese schwarze tiefe Dunkelheit, die da aufsteigt! – Ha, barbarischer Tyrann, du hast meinen Gemahl ermordet. 16 Blasser Schatten, der du hier dich aufhältst, blutige Gestalt, die du um mich her irrst, was rufst du mich? was willst du von mir? 17 Bei der blossen Vorstellung vergeht mir der Atem, bricht mir der Schweiss aus, erstarr' ich. 18 Auf diesem toten gesicht will ich mein krankes Leben aushauchen. 19 Schon im Jahre 1632 wurde eine Oper Phaeton zu Rom aufgeführt. Auch G r a u n musste einen in Musik setzen. 20 Tyrannische Götter, nicht so viel Strenge! besänftigt den Kummer eines armen Herzens. 21 Verdammt mich das harte ungünstige Schicksal zu sterben: ha! so will ich wenigstens als ein Tapfrer fallen, ohn' einen Schatten von Feigheit.
Die ganze Welt rede dann zu ihrem Erstaunen von meinen Unfällen; und die Sterne mögen erröten über ihre Grausamkeit. 22 Ich höre das Wiehern der erhitzten Rosse. 23 Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füsse lege; u.s.f. Ps. 110. 24 Stör' ich je deine Ruhe, so habe mein Herz keinen Frieden! 25 Porus starb also! Wenn der Himmel mich von meinem teuren Gatten trennt; u.s.f. 26 Die süsse Gattin sich rauben sehen. 27 Armer Kleiner, du weisst dein Schicksal nicht. 28 Ha, du wendest den blick anders wohin! 29 Dircea bin ich, gehe zum tod, habe kein Verbrechen. 30 Wenn ich dir alle meine Leiden sagen könnte, so würde' ich dir vor Wehmut das Herz zerteilen. 31 Das Gastmal. 32 Teure stimme meines Geliebten, ich höre dich, erkenne dich wieder. 33 Feucht und nebelicht steigt schon die dunkle Nacht herauf. 34 O, aus Barmherzigkeit, verbirg mir wenigstens die herbe Wunde dieser Brust! O, aus Barmherzigkeit! sage mir nicht, dass der Un35 Empfange das letzte Lebewohl, lass mich nicht so! Ach, wie vielmal, o Gott, soll ich Armer an diesem Tage sterben! 36 Teurer Schatten, der du herumschwebst, weine nicht, halte mit Klagen ein. 37 Die hoffnung grünt mir wieder im Busen; meine Standhaftigkeit hat den Sieg davon getragen; ich eile zum Triumphe. 38 Wozu mich entschliessen? Was kann ich tun? Ich verzehre mich in Tränen, verlange zu sterben,