. Musik, und schon Poesie für sich, verlangt kürzere Absätze, als Prose, weil man darin in stärkern Tönen spricht, und öfter Atem schöpfen muss."
"Zwei, drei, oder vier gleiche Teile machen wieder den Takt aus; alle Arten desselben sind aus zwei, drei, oder vier zusammengesetzt."
"Die Musik unterscheidet sich von der gewöhnlichen Aussprache durch bestimmt abgemessene Töne; und darin liegt bereits die notwendigkeit des Takts."
"Mit dessen Teilen verhält es sich, wie mit den Sylben der Füsse bei Versen. In der Poesie der Griechen müssen wir dessen Mannigfaltigkeit und Vollkommenheit aufspüren, da alle andern Sprachen, besonders die neuern, selbst die Italiänische, von der Vollkommenheit der ihrigen so weit abstehen."
"Ihr schnellster und kürzester Fuss besteht aus zwei kurzen Sylben."
∪∪ Pyrrichios.
"Ein Waffentanz hatte den Namen davon. Dieser Takt fehlt uns; er müsste der Zweisechzehnteltakt sein. In Balleten findet man jedoch zuweilen dessen Charakter, in den fortlaufenden vier Achteln des Zweivierteltakts."
"Nach diesem kommt der Fuss von drei kurzen Sylben:
∪∪ T r i b r a c h y s ."
"Der Dreisechzehnteltakt. H ä n d e l setzte noch Tänze darin. Bei uns ist er abgekommen; doch hat unser Dreiachteltakt bei raschen Walzern denselben Charakter."
"Die Griechen nahmen an: eine lange Sylbe ist immer gerade zwei kurzen gleich, und zwei kurze Sylben sind gleich einer langen. Folglich waren dem T r i b r a c h y s an Dauer der Zeit gleich:
∪ – der J a m b o s ;
– ∪ der T r o c h a i o s ."
"Die Griechischen Dichter und unsre Tonkünstler vermischen sie mit dem vorigen; die letzteren nur nicht nach so bestimmten, dem Ohr abgelauschten Regeln. Jambos und Trochaios sind in ihrem Charakter einander entgegen." Zeit fühlt: so drückt auch Eine Note schon alle drei Kürzen aus; welches bei Versen auch der allerlängsten Sylbe nicht gestattet wurde. Hierin weicht die Musik von der Poesie völlig ab; ein ganzer Schlag kann sogar zwei und dreissig Kürzen ausdrücken."
"Dann folgt
–– der S p o n d e i o s ."
"Unser Zweivierteltakt."
"Bei diesem entsteht schon mehr Mannigfaltigkeit von Sylben und Füssen. Ihm gleich an Dauer der Zeit sind:
∪∪∪∪ der P r o k e l e u s m a t i k o s .
– ∪ ∪ der D a k t y l o s .
∪ ∪ – der A n a p a i s t o s.
∪ – ∪ der A m p h i b r a c h y s ."
"Die Tonkünstler verwechseln diese wieder nach Belieben. Den Amphibrachys nahmen die Griechen in ihre anapaistische Versart nicht auf; und äusserst selten den Prokeleusmatikos."
"Darauf kommen fünf kurze Sylben."
∪∪∪∪∪
"Dieser Fuss besteht aus dem P y r r i c h i o s und T r i b r a c h y s , wird von den Griechen nicht gebraucht, und hat keinen besonderen Namen. Ihm gleich sind:
∪––
der B a k c h i o s ;
– ∪ – der A m p h i m a k r o s , auch K r e t i k o s
genannt;
– – ∪ der A n t i b a k c h i o s ;
– ∪ ∪ ∪ der e r s t e P a i o n ;
∪ – ∪ ∪ der z w e y t e P a i o n ;
∪ ∪ – ∪ der d r i t t e P a i o n ;
∪ ∪ ∪ – der v i e r t e P a i o n ."
"Diese Füsse geben für unsre Musik keinen besonderen Takt. Bei den Griechen war die paionische Versart daraus zusammengesetzt. Unser verwöhntes Ohr kann den Fünfschlag nicht fassen." "Dann folgt unser Dreivierteltakt:
– – –der M o l o s s o s . Diesem gleich sind:
– – ∪ ∪ der J o n i k o s , welcher mit zwei l a n g e n
∪ ∪ – – der J o n i k o s , welcher mit zwei k u r z e n
Sylben anfängt;
– ∪ ∪ – der C h o r i a m b o s ;
∪ – – ∪ der A n t i s p a s t i k o s ;
∪ – ∪ – der D i i a m b o s ;
– ∪ – ∪ der D i t r o c h a i o s ."
"Aus diesen Füssen setzten die Griechen ihre antispastischen und Jonischen Versarten zusammen. Unsre Tonkünstler brauchen sie nach Willkühr in den Takten, die aus drei Teilen bestehen."
"Alsdann kamen Füsse von sieben Kürzen:
∪––– der e r s t e E p i t r i t o s ;
– ∪ – – der z w e y t e E p i t r i t o s ;
– – ∪ – der d r i t t e E p i t r i t o s ;
– – – ∪ der v i e r t e E p i t r i t o s ;
die zum teil in der