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dem Vergnügen an der Feinheit, an dem Witze und an der Grazie, womit er und der geliebte Gegenstand ihre gegenseitigen Siege zu verzieren wissen. Seine kurze Liebe besteht in seinem Vergnügen an jenen Siegen, insofern sie jene Dekoration nicht haben. Damit man dieses unschuldige Pasquill auf einen nicht für Satire auf die meisten Grossen halte, so will ich so fortfahren

Lange Liebe hegte er gegen die Residentin, von deren Gunstbezeugungen man nicht sagen konnte: das ist die unschuldigstedie erstedie letzte. Eine solche Immobiliarliebe durchflocht er zu gleicher Zeit mit hundert kursorischen Sekunden-Ehen oder Liebschaften, und über dem schleichenden Monatzeiger der langen fixen Liebe oder Ehe wirbelte sich der fliegende Terzienweiser der abbrevierten Ehen unzähligemal um.

Darwider hatte die Residentin nichtssie konnte auf dieselbe Weise durchflechtendarwider hatte er nichts.

In diesen kurzen Ehen tun die Grossen vielleicht manches Gute, über welches Moralisten zu leicht wegsehen, die lieber ihre Druckbögen als die Geburtlisten voll haben wollen. Gleich jungen Autoren lassen junge Grosse ihre ersten Ebenbilder anonym oder unter geborgten Namen erscheinen; und ich kann zu Montesquieus Bemerkung, dass das Namengeben der Bevölkerung nütze, weil jeder seinen fortzupflanzen trachte, nichts setzen als meine eigne, dass die Namenlosigkeit ihr noch besser fortelfe. In der Tat geht es hierin den erhabensten Personen wie den griechischen Künstlern, die unter die schönsten Statuen, womit ihre Hand Tempel und Wege ausschmückte, ihren Vaternamen nicht setzen durften; indessen findet der pfiffige Phidias auch seine Nachahmer, der statt des Namens sein altes Gesicht an der Statue Minervens einhieb.

Der Fürst hatte im Sinn, Beaten, die ihm zu viel Unschuld und zu wenig Koketterie zu haben schien, eine kurze Liebe anzubieten. Ihr Widerstand machte, dass er auf eine längere dachte. Unter den Augen der Residentin waren vor ihm alle ihre Sinne gesichert, nur das Ohr nichtim Park keiner. Die Residentin, die wusste, dass ihr Geist sich für jede Minute in einen neuen Körper umwerfen könne, indes ihre Nebenbuhlerin nicht mehr hatte als einen, in welchem noch dazu weiter nichts als Unschuld und Liebe steckte, diese sah die ganze Sache mit keinen andern Augen an als mit satirischen. So weit war es, als der Fürst in dem Hundtags-Interregnum kam und am andern Morgen statt des Zepters nichts in der Hand hatte als den Frisierkamm und den Kopf der Residentin. Er hatte es an seinem hof Mode gemacht; jeder Kammerherr bis auf den Hofdentisten herunter hatte seitdem seine preteuse de tête, um an ihrem kopf so viel zu lernen, als er am kopf einer schönern preteuse auszuüben hatteEs war ebenso notwendig, dass man frisierte, als dass man frisiert war.

Ich könnt' es in der Note sagen, dass eine preteuse de tête ein Mädchen in Paris ist, das an einem Tage hundertmal frisieret wird, weils die Innung daran lernen willunmöglich kann es unter ihrer Hirnschale so viele Veränderungen und Versuche geben als über derselbendie Koalition und Einkindschaft der unähnlichsten Frisuren ist so gross, Dappieren und Auskämmen kommen hintereinander so schnell, oder Aufbauen und Umreissen, dass es nur auf dem kopf der Göttin der Wahrheit noch ärger zugehen kann, den die Philosophen frisieren und aufsetzen, oder in ganzen Staatkörpern, an denen die Regenten sich üben.

Am nämlichen Morgen, wo unserer die Regentin coiffierte, sagte er der träumerischen Beata, am andern Tage komm' er mit dem Friseur zu ihr. Die Residentin sagte nichts als: "Die Männer können alles, aber das Leichte selten; sie wirren leichter zehn Prozesse als zehn Haare ein." Beata konnte nicht redennachts konnte sie nicht schlafen. Ihr ganzes Innere entsetzte sich vor des Fürsten Frostgesicht und stechendem Feuerblick, der (so wenig sie es deutlich dachte) die Präliminarsiege im neuen schloss so abzukürzen brannte, als wär' er im Palais royal. Am andern Morgen hatte sich ihr Wunsch, krank zu werden, beinahe in die Überzeugung, es zu sein, verwandelt. Sie sah mit lebenssatter Leerheit zum Fenster in das stille Land hinaus, in dem zwei Kinder des Hofgärtners eine bunte Glaskugel herumkegelten, als der Kanarienvogel, der auf den Achseln des Fürsten wohnte und der ihn wie eine Mücke umflog, von seinem Kopf, der durch sechs Fenster von ihr geschieden war, auf ihren geflattert kam. Sie zog den Kopf mit dem Vogel hineinaber auch mit dem Inhaber des Tiers, der sogleich ohne Bedenken kam und sagte: "Bei Ihnen hat man das Schicksal, zu verlierenaber meinem Vogel können Sie die Freiheit nicht nehmen". Leuten seiner Art entfliesset dies alles ohne Akzent; sie reden mit gleichem Tone vom Sternen- und vom Kutschen-Himmel und von der Bewegung beider.

Ohne Umstände wollt' er ihr den Pudermantel umtun; sie nahm ihn aber aus andern Rücksichten selber um und sagte, sie wäre schon für den ganzen Tag aufgesetzt bis aufs Pudern. Allein sie mochte ihren Weigerungen immerhin die schönsten Gestalten umgeben, die ihr sein Stand und die von ihrer Mutter anerzogene Hochachtung gegen sein Geschlecht befahlen: am Ende sah sie, sein Widerlegen sei nicht viel besser als sein Frisieren. Als er das letzte anfing und so nahe vor ihr stand, sah sie wieder das Gegenteil. Jedes Haar wurde' an ihr zu einem Fühlfaden, und ihr war, als berührte er ihre wunden Nerven, als ginge mit ihm eine flammende Hölle um sie. Auf einmal quoll ihre Bangigkeit, nach den Gesetzen