mich meiner Gemächlichkeit untreu machen könnte, aus meinem Fenster sehen, ohne meine Mütze anders abzunehmen, als aus Ehrfurcht vor Heiligtümern, deren Schöpfer wir waren. Wenn andere an die Mühseligkeiten dieses Lebens denken, oder an ihren unsterblichen Ruhm, wie Epikur, oder an die Rache, die unsere tapfern Brüder an ihren Feinden nahmen, um durch diese Nebenwege den Bitterkeiten des Todes auf den Hauptwegen auszuweichen, so wird unser neues Jerusalem die Todesfurcht schwächen, und der i n w e n d i g e Mensch, der sich an diesen heiligen Oertern weidet, den a u s w e n d i g e n so betäuben, dass dieser sich über sich selbst erheben wird, um nicht den bekannten Vorwurf zu verdienen, der die meisten Sterbenden mit Recht trifft, d a ss sie sich wie Kinder geberden, die man mit Gewalt zu Bett bringen m u ss . Es ist leichter, seine leidenschaft zu ändern, als sie zu bezwingen. – Hat die Philosophie eine andere Absicht, als uns von der Hauptsache ab, und auf Nebenumstände zu leiten? – X e n o p h o n war im Opfer begriffen, als man ihm sagte: dein Sohn ist geblieben. Er nahm seinen Kranz ab, doch nur auf einen Augenblick. Der Gedanke, dass der Tod seines Sohnes eine Pflicht, ein Heldentod gewesen sei, beruhigte ihn; er setzte seinen Kranz wieder auf, und räucherte weiter. Was dem X e n o p h o n der Kranz war, das wird mir diese Mütze sein; mit dem Unterschiede, dass unser ABC-Sohn sich durchaus nicht der Gefahr aussetzen soll, in einem Treffen zu bleiben.
Die Ritterin war entzückt über die Wonne, die ihr Vorschlag ihrem Gemahl im Leben und Sterben vorbereitet und über die Aufstrebung seines Geistes, die sie besonders seit seinen Kopfflüssen selten oder gar nicht an ihm bemerkt hatte; sie benutzte seine Ekstase und bat für den Schneiderssohn, dem sie weiland einen Stich beigebracht, um Kraut und Pflaster auf diese Wunde zu legen. "Was jener Kritikus dem Jupiter zurief: Du bist böse, also musst du unrecht haben! das hab' ich mir schon oft im Stillen ins Ohr gesagt. – Ein guter Schwimmer, wenn er auch untertaucht, kommt doch wieder hervor. – Den Armen wird das Evangelium gepredigt! – Beim Bau der herrlichen Stadt Jerusalem sind nicht bloss Meister, sondern auch Gesellen nötig, und es trügt mich alles oder der Schneiderssohn ruft sich mehr als ehemals zu: wer da steht, mag wohl zusehen, dass er nicht falle. Wir weinen da bitterlich, wo uncultivirte Menschen auch nicht die kleinste gelegenheit zur Betrübniss finden; wo jene vor lachen sich auszuschütten scheinen, finden wir keinen Anlass zum Lächeln. Man muss die Wurzeln, die in jedem Menschen liegen, aufsuchen. Das was über der Erde ist – ist es wohl im Ganzen der Rede und des Gaumens wert?"
Ja!! war das Resultat, und der Junker, der die Tür leise zumachte, als Not am Mann war, sollte der Herold dieses Avancements sein, welches im ganzen hof viel Aufsehens und Glückwünschens gab. – Wenn unsere Wünsche erhört werden, dünkt es uns, als hätten wir ganz etwas anderes gewünscht; wir kennen das Ding in der Wirklichkeit nicht wieder, das wir in unserer idee entwarfen; unser Weib ist ein ganz anderes Wesen als unsere Braut. – Der Hofmeister war, vielleicht aus Heimtücke, weil er an den Dämmerungen keinen teil hatte, bei diesem Avancement sehr kalt. Er äusserte sogar über diesen Jerusalemsanbau den Nähnadeleinfall, dass der Ritter es hier nicht viel besser mache als Mahomet, der, nachdem er vergebens den Berg citirt hatte, sich kurz und gut besann, zum Berge zu gehen, weil dieser, nach Art der Berge, so grob gewesen und es rund abgeschlagen, zum Mahomet zu kommen. Die Erfahrung indess hatte unsern Einfällisten gelehrt, dass man zuvor zuschneiden muss, ehe die Nadel anzuwenden ist; so wusste er denn seine Bitterkeit zu kreuzigen sammt ihren Lüsten und Begierden, und die Grossmut zu verehren, welche er der Ritterin zu verdanken hatte. – Man wollte den Bau nicht übereilen oder wie der Ritter es uneigentlich nannte, sich mit dem Bau nicht in die Flucht schlagen. kommt Zeit, kommt Rat, hiess es. – Die Frage, ob der erste oder der zweite Tempel zum Muster dienen sollte, ward unentschieden reponirt. Sowie indess der Salomonische Tempelbau in aller Stille unternommen ward, so sollte es auch bei dem Rosental'schen gehalten werden, ohne dass der Herr Vetter, ehe es Zeit wäre, einen Hammerschlag hörte. Unser Held, der durch das Grab Christi und die Pilger über den Verlust, den er an den Freimaurern gemacht, fürs erste beruhigt und durch so viele schöne Schlussreden äusserst bewegt schien, war voll heiligen Posaunentons und voll Jubelsprünge über so viele Jerusalemsanstalten. Er hatte beim Schlusse der Dämmerungen mit Ja und Amen verheissen, da er nach dem Laufe der natur länger als seine Eltern zu leben erwarten könne, bei dieser Dämmerungsstätte ihr Andenken heilig sein zu lassen. – An dem Tage, da der Aufbau eines neuen Jerusalems, mit Zuziehung des Predigers und des Hofmeisters, collegialisch beschlossen ward, gab die Ritterin ein Mahl, das man ein D e n k - und M e r k m a h l nennen konnte. Man kam aus einer finstern kammer – in die der Mond