und vollendete. Er behauptete, mein Held wäre seelenkreuzlahm. Das K r e u z war ein Muttermal, das er auf die Welt brachte; warum aber l a h m ? Hatte der ABC-Junker nicht sein beschiedenes teil von Verstand und Willen? Beides freilich war zum Ritter geschlagen, und, wie es doch bei Schlägen geht: sie treffen selten die rechte Stelle – Das Wort A f t e r sagt zu viel, und würde ihm zu nahe treten; warum auch einen Notafen von Namen, da unser Held nicht wie eine Bienenkönigin sich in eine Zelle einschliessen, sondern vor unsern Augen handeln wird? "Handeln?" – Freilich scheint er zum Wortmenschen erzogen zu werden. Ist es anders in der Welt? Kommen wir nicht alle aus Wortschulen in das tätige Leben? Und doch gab es von jeher unter uns nicht bloss Hörer, sondern auch Täter des Worts. Ich will meinem Helden keinen Namen beilegen; er selbst soll sich taufen! – Die geschichte des unheiligen türkischen Reichs, die zehn Haupt- und die vielen andern kreuz und quer eingeschalteten Nebenverfolgungen trugen das ihrige mit bei, unsern Helden an Leib und Seele zur geschichte der Hospitaliten vom Orden des heiligen Johannes von Jerusalem anzuschicken. Aristippus sagte, da er durch einen Sophisten überwunden war: Ich werde besser schlafen als du, ob du mich gleich in die Enge getrieben und gesiegt hast. Lasst es gut sein; das Ende krönt das Werk. – Die Mutter unseres Helden war eine Kreuzseherin; sie hatte, wie wir wissen, den Ritter des Kreuzes halber, welches auch in der Dämmerung, wie ein Katzenauge, an seiner Brust funkelte, geehlicht, und so konnte sich denn unser Lehrer wohl nicht empfänglichere Herzen wünschen.
Der heilige Orden – fing unser Ritter an, und nahm seine Mütze, die eine Art von Inful oder Bischofsmütze war und zugespitzt wie ein Kirchenturm gegen Himmel zeigte, sehr tief und ehrerbietig ab. Schon lange konnte unser Ritter sich nicht ohne Mütze behelfen, und es gibt Menschen, denen sie natürlicher als der Hut ist. Zwar lässt sich nicht läugnen, dass eine Mütze eben nicht die schicklichste Tracht für einen Ritter sei; indessen war er wegen seiner Neigung zu Hauptflüssen zur Mütze verurteilt; und da in unseren letzten Tagen die Freiheit sich in Frankreich laut und deutlich für die Mütze erklärt und das alte Sinnbild der Freiheit i n d e n v o r i g e n S t a n d gesetzt hat – warum sollte es unserm gutgesinnten Aristokraten nicht auch erlaubt sein, sich einer aristokratisch zugeschnittenen Mütze zu bedienen? – Der heilige Orden, sagte der bemützte, vom Jacobinismus himmelweit entfernte Ritter zum z w e i t e n - , und der heilige Orden, sagte er, nach seiner hochwürdigen Gewohnheit, zum d r i t t e n m a l (wobei die gnädige Frau sich jedesmal ehrerbietig beugte), ist unstreitig unter allen Orden einer der ältesten und berühmtesten; denn obgleich der Orden der Freimaurer sich dünkt, als ob Adam der erste ächte und gerechte Maurer gewesen sei, so dient doch zur dienstfreundlichen Antwort, dass die Schürze, welche Freimaurer Adam trug, von Feigenblättern war, und dass auf diese Art die Schlange den Grossmeister des Ordens vorgestellt hätte, welches der Freimaurerorden, wie ich hoffe und wünsche, schwerlich auf sich sitzen lassen wird.
Unser Held, der wohl wusste, dass er das Ebenbild zur Johanniterordens-Ritterschaft verloren hatte und durch Mutter Eva gefallen war, wurde so voll von dem Freimaurerorden, dass er seinen väterlichen Lehrer mit Kiuberfragen, so wie weiland der Gast mit Mannsfragen, ängstigte. Da indess der Ritter wenig oder gar nichts von dem Freimaurerorden wusste, weil zu dieser Frist noch nicht so viele Lehrbücher über diesen, wenn man will, g e h e i m e n oder v e r r a t h e n e n und z e r s c h m e t t e r t e n O r d e n geschrieben waren, so gingen diese unbeantworteten fragen, die überhaupt mit verbissenem Schmerz viel ähnliches haben, unserm Helden durch Mark und Bein. Schuldig gebliebene Antworten sind bewährte Hausmittel, die fragende Jugend auf Irrwege zu führen, und streuten auch hier Samen; ob zu künftigen Früchten oder zu künftigem Unkraut, wird die Zeit lehren. – Für jetzt nahm der Junker – vielleicht aus Freimaurerhunger, den die wenigen Brocken eher gereizt als gestillt hatten, vielleicht auch, weil der zurückgesetzte Hofmeister insgeheim unsern Helden mit so manchem Zweifel ausrüstete – gelegenheit, den Johanniterrittern den Vorwurf aufzubürden: warum sie seit so geraumer Zeit nicht entweder mit dem Schwerte des Geistes oder des Leibes gesiegt, und die Türken, welche sich unterstanden, das Grab Mahomets zu Medina dem grab Christi, und die Kaaba zu Mecca der santa casa zu Loretto entgegenzustellen, entweder bekehrt oder zu grab gebracht hätten? Der Ritter, welcher den leiblichen Eroberungen wohlbedächtig auswich, versicherte in Hinsicht des geistlichen, bis dahin unerfochtenen Sieges, der auch jetzt noch im weiten feld sei, dass die fünf Brüder des reichen Mannes eher zu bekehren wären, als Leute mit Bärten. Beweisen diess nicht die Juden sichtbarlich? Hierzu kommt, fuhr er fort, dass die Beschneidung Juden und Türken so fühlbar an ihre Religion erinnert, und dass die Unterdrückung des Geschlechtes der Eva dem christlichen Glauben in Hinsicht der Türken, dieser bärtigen Ungläubigen, unübersteigliche Hindernisse in den Weg legt.
Unser Held merkte