Ritter, als dieser um sie, und auch hiess schien ein Gegenstand des Cirkels zu sein, in welchem der Gastvetter Wortführer war. Adoptionsversammlung war die letzte Rollenverteilung durch dieses schnöde Linsengericht um den Rang jenes Weisen brachte, der auch im Scherz keine Unwahrheit beging. – Als Johannes sich gegen diess Teatralische erklärte, erwiderte der Gastvetter: Warum denn Himmel oder Hölle? Alles oder nichts? Ist das Böse nicht selbst Nebenumstand und Colorit des Guten auf Erden? Ist es nicht Gewürz des Lebens? – Johannes widerlegte ihn völlig, – – und ich habe Ursache zu glauben, der Gastvetter werde von stunde an nicht mehr Rollen verteilen. – – Sophie machte dem Ritter den Sieg nicht schwer, doch erschwerte er sich selbst das Glück, sie zu lieben, da er sich überzeugte, ihrer nicht wert zu sein. Zwar fiel es ihm nicht ein, zu wünschen, dass sie in Lebensgefahr käme, um ihr Ritterdienste leisten zu können, doch hätte er gern sein Leben für den Besitz dieses Kleinods aufgeopfert. Michael begnügte sich bescheiden zu wünschen, dass der Saum von dem Kleide seiner Zofe mit der tür beklemmt werden möchte, um sich ihr verbindlich zu machen. Ein Unterschied zwischen Ritter und Knappe musste sein. – drei-, sieben, neun- und zehnmal war unser Held belehrt worden: im Menschen wären zwei Naturen, die göttliche und die tierische; diese hätten wir von der Mutter Erde, jene vom Vater im Himmel. Doch fand er, dass selbst sein Id e a l d e r V o l l k o m m e n h e i t , seine Sophie, Gottlob! nicht eine Göttin war, und dass Menschengötter gewiss das höchste Ziel nicht wären, dem wir nachstreben könnten. – Je länger, desto mehr legte er es darauf an, Gott nicht mit dem Auge des Geistes, sondern des Herzens zu sehen, und zum Anschauen der Gotteit nicht durch den Verstand, sondern durch den Willen zu gelangen. Zwar liess er es nicht an Reinigungen und Läuterungen der Seele fehlen, doch schien er fröhlich und guter Dinge, dass Sophie und er bekörpert waren. Und Michael – war so verliebt, dass er unbedenklich die göttliche natur mit der menschlichen bei seiner Zofe vertauscht hätte, wenn es auf diesen kritischen Tausch angekommen wäre. Ein Apfel und eine Birn, p f l e g t e d e r E n g l ä n d e r , wenn er den Ritter und Sophien ansah, m i t T h r ä n e n i m A u g e z u s a g e n , ein Apfel und eine Birn, durch keinen Wurmstich angegriffen. In der Tat, diess Paar war unschuldig und rein, als käme es aus den Händen der natur. – Auch in der grössten Gesellschaft waren die Blicke des Ritters und seiner Sophie ohne Scheu bei einander. – Grosse Leute pflegen durch Schönsprechen ihre Schwäche im gemeinen Leben zu decken; Verliebte sind hinaus über den Ausdruck. – Liebe ist allmächtig; nur Sprechen ist ihre Sache nicht. – Sie geht über alles, sie strengt Seele und Leib an – sie kann und will nichts halb tun. – Edel und frei bleibt ihr gang; warum sollte sie heucheln und sich verbergen? Sie setzt sich über Ceremoniell und sanctionirte Gewohnheiten hinweg, ohne anzustossen. Die natur, die höchste Schule der Lebensart, ist ihre Schutzgöttin. – Der mütterliche
§. 175.
Segen
fehlte noch, den sich Sophie in Begleitung ihres Vaters einholte. Der Ritter schloss seine Ritterbahn, und kehrte mit einer Genugtuung heim, die nicht auf Worte zu bringen ist. Michael dessgleichen. – Wohl uns, sagten beide, dass das Ende das Wer! krönt!
Ihr Rückzug brachte ihnen kein Abenteuer in den Weg; und wahrlich! sie waren nicht in der Stimmung, eins würdig zu bestehen, selbst wenn es sich ihnen angeboten hätte! Was ist scharfsinniger als die Liebe, die individuellen Züge in den Gegenständen ihrer Neigung aufzufassen und zu ergründen? Vielleicht ist nirgends weniger Täuschung als in der Liebe, wo die Geliebte die menschenmöglichste Bestimmteit des Charakters des Liebhabers erreicht, so wie er die ihrige. Gibt es Geister, ihr Herren Apostel, die im Umgange des Menschen Vergnügen finden, so muss eine edle Liebe sie vor allem anziehen. – Wann und wo bleibt der Mensch sich länger gleich, als wenn er liebt? Und ist er je besser, als im verliebten Zustande? und Rechnungen abzuschliessen, Umwege machen, und konnte seine Sophie und ihren Vater nicht unmittelbar begleiten. Die Herzen der Liebenden waren immer bei einander, sie sahen sich – ohne sich zu sehen. – Diese Art von Erscheinung ist der Liebe eigen. – Der Engländer hielt sie für ein Vorbild des Umgangs in der künftigen Welt. – Auch hatte unser Ritter der Morgenröte Flügel abgeborgt, um nur so wenig als möglich von seiner Geliebten getrennt zu sein. Michael, nicht minder verliebt als sein Herr, schien es ihm an Eilfertigkeit wo möglich noch zuvorzutun; doch verlor er sich in **, und brachte sich und seinen Herrn um volle drei Stunden. Eine
§. 176.
Anverwandte
hatte sich einigemal schriftlich an ihn gewendet. Seine Absicht war, ihr sechs Dukaten zu geben. Um seiner Wohltat, wie er sich überredete, einen desto grösseren Wert beizulegen, eigentlich aber, um nicht seinen Herrn, und noch weniger den Nichtvetter Reitknecht, etwas von einer so