? – Auch lernte unser Held einsehen, dass der Apostel Engländer von andern Aposteln kollegialisch hintergangen war, und dass selbst Hintergeher ihres Betruges zuletzt so gewohnt würden, dass sie selbst nicht glaubten, sie betrögen, indem sie sich überredeten, ihre gute Absicht verbessere die Mittel, und Täuschungen könnten durch das Bewusstsein eines redlichen Zwecks geheiligt werden. – Ist es nicht verzeihlich, die Hieroglyphen: Gott, Geist, Seele, Mensch, Zeit, Ewigkeit u.s.w. erklären, und da noch leiblich sehen zu wollen, wo den Menschen nur der moralische Glaube zugemessen ist?
Die Bibel, ein Buch, das wir von Jugend an heilig zu halten gewohnt sind, dient zum Vorschub dieser Anstalten; – und sind Menschen auf den Weg des Wunderbaren geleitet, können nicht sehr leicht mit fünf Gerstenbroden und ein wenig Fischlein vier tausend Menschen gespeist werden? Anspielungen auf patriarchalisches Leben, Liebesmahle, und die kreuzbrave idee der alten Ritterschaft wirken auf unverdorbene Gemüter, so dass es kein Wunder, sondern völlig natürlich ist, wenn sie vom Ordenswesen bemeistert werden. Ich weiss nicht, sagte Johannes, ob der vernünftigste Mensch in gewissen Jahren besser spielen könne; doch einmal muss man die Kinderschuhe ausziehen, die Steckenpferde zerbrechen und die Spielpuppen zum Fenster hinauswerfen. Das Mönchsleben und die Klöster, die in unsern letzten Tagen so viele Bestreiter gefunden haben, können sicher sein, bei einer gewissen Stimmung des Gemüts immer noch zu gewinnen. Sie behaupten, die zweite Edition von dem Leben der ersten Christen zu sein; und scheint es nicht wirklich, dass sie den einfältigen Wandel dieser ersten Bekenner und Bekennerinnen nachahmen? – Nicht wahr, lieber Ritter, fuhr Johannes fort, Sie waren in diess e r s t e Christenleben verliebt? Doch ist es, wie alles erste, nichts weiter als Kindheit, durch die männlichen Jahre des christentum bei weitem übertroffen! – Wunder lassen sich jetzt so leicht nicht unter die Leute bringen. würde' es nicht schwer halten, der Welt einzubilden, eine neue witwe zu Sarepta sei in –; der Teich Betesda zu Jerusalem tue in – wirkung? Und während der Zeit, dass unsere neuen Bibelerklärer beweisen, unter Engeln werden Boten verstanden (so dass nach dieser Erklärung unser corps diplomatique, man denke! ein Corps Engel und Erzengel wäre), könne man in – für Geld und gute Worte mit Engeln essen? – Behauptungen dieser Art machen jetzt in grösseren Weltcirkeln kein Glück, und der heilige Vater hat zu dieser Frist gewaltige Mühe, einen Heiligen zu stand zu bringen. Die Folge? Man glaubt, in kleinern Cirkeln, bei Menschen, die sich einmal zum Wunderbaren stimmen lassen, oder vielmehr sich selbst stimmen, leichter fortzukommen; und ist es zu läugnen, dass diese Strategeme gelingen? – Die alten Ritter widmeten sich der Beschützung der Religion, des Vaterlandes und der Unschuld. Sie waren zu roh, als dass man vermuten könnte, es wären bei ihnen Kleinode von Künsten und Wissenschaften vorhanden gewesen; sie waren eine Art von Nomaden, die sowohl im Geistlichen als Leiblichen nicht für den andern Morgen sorgten; wie will man bei ihnen Einsicht unseres Zeitalterserwarten? Ihr Leben sahen sie als Geschenk an, das ihnen zum Wucher anvertraut sei, um ungläubigen Sarazenen den Hals zu brechen. Ist hiess etwa ein Grundsatz, der ihre Vorzüge verbürgt? Ihnen musste manches Wunder dünken, was jetzt Kinder natürlich zu erklären wissen. Lasst uns von ihnen lernen, unser Leben nicht lieber zu haben, als unsere Bestimmung! Lasst uns von ihnen Mut lernen, Gefahren zu überwinden, wenn die Umstände es wert sind, da ein teil dieser Religions- und Minneritter den in barbarischen Landen gedrückten Vasallen aus Menschenliebe beistanden, verfolgte Gerechte schützten, verlassenen Wittwen Recht schafften, und jedem, der ihrer hülfe bedurfte, sie fern von aller Gewinnsucht und Nebenabsicht leisteten! Lasst uns, wie sie, in der Welt, so viel an uns ist, das Gleichgewicht herstellen, wozu die Gotteit jeden berief, der sich an Stärke des Geistes von seinen Zeitgenossen unterscheidet.
Diese Unterhaltung lenkte unsere Freunde zu verschiedenen Ideen und zum erbaulichen
§. 166.
Wortwechsel.
Ein Extrakt. – Die Verbindung mit Gott brachte vielleicht von jeher Menschen auf den Hang zum Umgange mit Wesen höherer Art. Wer beim Fürsten gelten will, sucht Bekanntschaft bei hof; und vom geist des Menschen, welch ein Weg bis zur Gotteit! Ein Sprung, welcher der natur nicht eigen ist! – Auch weiss man, dass es der lieben Geisterwelt nicht um Geld und Gut zu tun ist; und wem sollte sie es lieber zuwenden, als ihren Halbbrüdern, den Menschenkindern, die sich alles, bis auf ein gutes Gewissen, mit Geld und Gut verschaffen können? Zwar fallen Gelb und Gut nicht vom Himmel, und es wird dem Peter genommen, was dem Paul gegeben wird; doch hatte Paul es nicht nötiger, als Peter. – Hierzu kommen Furcht und Hoffnung, ein paar Lagen, in die sich das Menschenleben verteilt, edle und unedle Neugier, Lebensverachtung – Stolz – politischer Druck – Langeweile, schlechte Gesellschaft in dieser Erdenwelt, Grenzstreit in Hinsicht der teoretischen Vernunft, und Unkunde der Vorschrift der praktischen. – Vor allem wirbt die Kürze des Lebens der Magie Jünger. Verlohnt es, durch Fleiss, durch Anstrengung zu einem an, und unser Leben ist dahin; und von welchem Jahre ab kann man sein Leben mit Recht zu berechnen anfangen? Eben darum ist schwer zu