, sondern auch ausser dem Orden an unerklärlichen Dingen kein Mangel wäre. Freilich! – So brauchen die Kirchengeistlichen die natürliche Religion, und die positiven Rechtsgelehrten das Naturrecht, um etwas zu bestärken, das, ihrer eigenen Behauptung nach, keine Bestärkung nötig hat. Körper, wenn sie gleich einer ursprünglichen Elektricität fähig sind, erhalten, wenn sie durch Mitteilung elektrisirt werden, eine grössere Elektricität, sagte der violette Mann.
Mit Fleiss bin ich bei diesem unbeträchtlichen Vorfalle so weitläufig. – Nur wenig Erscheinungsvorfälle haben das Glück, wie der gegenwärtige, gerichtlich beleuchtet zu werden. Die meisten erschleichen den Zeitpunkt, wenn man sich ihrer nicht ganz bewusst und halb im Traum ist. Und doch, wenn gleich die Interessenten sich durch die öfteren Wiederholungen der Erscheinungsgeschichten zuletzt so sehr in die Unfehlbarkeit derselben hinein erzählt haben, dass sie sie zu beschwören nicht ungeneigt scheinen; wer hat nicht Vorfälle erlebt, wo der Erzähler, wenn man ihn bei dem Worte halten wollte, zu schwanken anfing? Selbst unbedenkliche Jaherren, sie mögen es aus Gemächlichkeit, oder aus Eingeschränkteit des Kopfes und Herzens sein, fahren zusammen und nehmen Anstand ehe sie öffentlich beschwören, was sie tausendmal im gemeinen Leben beteuerten. – Protokolle haben sich in unsern letzten betrübten zeiten zur höchsten probe der historischen Gewissheit in Ruf geschwungen; und bleibt es nicht unrecht, dass, der vielen Registraturen ungeachtet, welche die Wunder am grab des Abts Paris bekundeten, der gottesvergessene Polizeilieutenant Herault den Kirchhof schliessen liess, und de par le Roi dem lieben Gott verbot, hier Wunder zu tun? Ist es schicklich, dass man den notarialischen Instrumenten über die Gassnerschen Wunder die Exception der Unglaublichkeit entgegensetzt? Wie aber? gibt es nicht noch eine leichtere Wunderprobe, ohne dass ein Protokollist sich in Schweiss des Angesichts setzen darf? – Lasst den Erzähler schriftlich abfassen, was ihm mündlich so geläufig war. Probatum est. – Der gegenwärtige Vorfall b l i e b übrigens nach der Entscheidung des violetten Mannes unerforschlich. – Freilich! weil die tür nicht zum Protokoll vernommen werden kann. Freund, sagte dieser violette Mann, die Verbindung der Menschen mit höhern Geistern ist
§. 150.
möglich;
und braucht es mehr? Freilich ist zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit eine grosse Kluft befestigt; doch hat die Möglichkeit nicht dieselbe Null-Eigenschaft? Null bedeutet nichts, wenn sie vor, und viel, wenn sie hinter der Eins sich befindet. Hat die Möglichkeit keine Wirklichkeit mit oder ohne Protokoll vor sich, was gilt sie? Hat sie aber deren eine solche Menge, als die Möglichkeit der Mensch- und Geisterverbindung, was bedarf es mehr? Ist nicht Freude im Himmel über Einen Sünder, der Busse tut? Sind die Engel der Kinder nicht die ersten in ihrer Ordnung? Warum sollen Geister ohne Leib sich nicht an Geister mit Leibern gewöhnen? Und warum ihnen nicht Kräfte der natur entdecken, auf die sie nicht ohne die Geisterwelt gekommen wären? Die grössten Erfindungen fielen ihren Urhebern aus dem Aermel. Wahr! Und warum also? Weil höhere Geister in sie wirkten. – In Parentest: Newton schrieb aus schuldiger Dankbares Menschen bei dieser Verstärkung bringen können, ziemt uns nicht zu erforschen, obgleich vielen die Bücher der Vergangenheit und der Zukunft aufgeblättert vor Augen lagen. – E i n w e n d u n g e n : W i e ? Sollten Geister durch Gebete, Beschwörungen, Formeln sich zu er es c h e i n u n g e n h e r a b l a s s e n ? Wie? Aus Neugierde, aus Neigung zu den Menschen. Was tut man nicht eines Schoosshündchens wegen? E r scheinen bloss gute oder auch böse Geister? Und wie sind diese Geis t e r z u u n t e r s c h e i d e n ? Gleich und gleich gesellt sich gern; ganz böse, Freund, ist kein Geist und kein Mensch. – Die Teufel glauben auch, und zittern.
Die Magier, denen Geister dien
ten, oder besser, um die sich Geister verdient machten, waren sie Newtons? – – Cagliostro's waren e s ; nicht E r f i n d e r im R e i c h e d e r N a t u r , s o n d e r n S c h w a r z k ü n s t l e r . Ei Lieber! was sagst du vom Sokrates, der seinen Dämon so deutlich sah, wie ihn Newton und andere Weise seiner Art bloss undeutlich in der Offenbarung Johannis erblickten? Sehen und nicht sehen, tut hier nichts zur Sache. Cagliostro, Schröpfer und – – – gaben vor, zu sein, was sie nicht waren. Die sich Teosophen und Magier nennen, wollen es sein, ohne dass sie es sind; und wenn gleich allerdings bei der Lehrgabe der Geister das Ziel näher ist, so wird doch kein gerechter und ächter Magier die Weltweisheit verachten.
Wer weiss, ob man wirklich Erscheinungen hat? War es nicht bloss S p i e l d e r P h a n t a s i e ? Freund! hast du nie in deinem Leben ein: Steh, Wanderer! ein H a l t empfunden, ohne zu sehen? Eilten dir nicht oft Schnellboten von Winken voraus? Ergriffen dich nicht Ahnungen, wo du zum Sterben verlegen warst? Sollten alle die Knoten, die sich in deinem Leben (keins ist