, in welchem, weil dreimal sieben einundzwanzig machen, er freilich etwas Bedoch mit d r e i m a l n e u n , und glaubte, dass, wenn er im siebenundzwanzigsten Sophien fände, es alles sei, was von ihm erwartet werden könnte. – Ausser dieser Präliminarfrage, wie viel andere? Wird Heraldicus junior nach dem Legat, welches ihm ohne Einschränkung und Bedingung zufiel, der Führer sein wollen? Und wen wird die zärtliche Mutter dem einzigen so herzlich geliebten Sohne sonst zugesellen, wenn Legatarius etwa sich weigern sollte? – Das Unschickliche, sich noch im einundzwanzigsten Jahre führen zu lassen, fiel ihm nicht ein, da Prinzen von den ersten Häusern noch weit länger ihre Gouverneure behalten, so dass es kein Wunder ist, wenn regierende Herren nach der Zeit, und ihr Lebelang, sich von Leuten führen lassen, die gemeinhin weit mehr als ihre Gouverneure sind, wenn gleich sie alleruntertänigst treugehorsamste Diener (servi servorum) heissen.
Der Hauptumstand, den unser Held vor sich selbst zu verheimlichen suchte, blieb die Frage: wohin? Zur Loge, zum hohen Licht, oder zum fräulein Unbekannt, das, wenn gleich es drei Viertelstunden mit einem Unbekannten, in Gegenwart der Kammerzofe, conversirt hatte, unserm Helden doch unablässig vor Augen schwebte – oder flitterte? War's bei so viel fragen, die mit einander stritten, dem Junker zu verdenken, dass er vom himmlischen Kampf zwischen Michael und seinen Engeln auf einer, und dem Drachen und Schlangen auf der andern Seite, wenig oder nichts vernahm? Nach drei Tagen trat er der Sache
§. 84.
näher.
Die Mutter, die den Willen ihres Gemahls nach seinem Ableben eben so sehr in Ehren hielt, als ob er noch am Steuerruder des Rosental'schen staates wäre, bestätigte den Reiseplan, verstärkte die ausgesetzte Summe um ein ansehnliches, und war in ihrem mütterlichen Segen so liberal, dass sie kraft desselben nicht nur wünschte, sondern auch gewiss war, ihr Sohn würde der Unbekannten den Gruss ihres sterbenden Gemahls überbringen, sich selbst und seine Mutter mit einer Sophie bekannt machen, und so die Schmach heben, welche man diesem Namen erwiesen hatte. – Nicht undeutlich liess sie es merken, dass man diesen Namen denn doch einmal in Lebensgrösse in der sitzenden Jungfer erblicken, und ihn um kein e und i bis auf den Punkt bringen würde. Ziehe hin in Frieden, fuhr sie fort, und wenn du den Gastvetter, den Menschenhäuser (unsere Wege sind nicht Gottes Wege, unsere Gedanken nicht die seinigen) triffst, beteure ihm, dass sein Andenken bei uns im Segen sei. Auch dein Vater verehrte ihn im Herzen, wenn gleich dung der Ritter Grosskreuze, wenn sie zur Kirche und wenn sie zu Rate gingen, war, die Heraldicus senior gefertigt hatte, und die trotz der Dalmatika des Kaisers Karl des Grossen, vor Würmern und andern Feinden bewahrt werden sollen, so lang ein Faden beim andern ist!
§. 85.
Der Legatarius
lehnte den Antrag der Mitreise aus Eigenliebe zur Freiheit ab, und da er, kraft seines Freiheitsdünkels, es nie auf grosse Dinge angelegt hatte, wollte er dem Fräuleinsohne sein Gütchen abkaufen, der sich vorzüglich in Rücksicht seines Schwiegersohns vergrössern musste; und so entging er, ausser dem allgemeinen Leiden und jener Plage, die ein jeder Tag und fast auch jede Nacht hat, allen andern Plagen und Sorgen, die zu den besonderen gehören, welche der Staat über seine ersten Staatsbürger oder Officianten verhängt. Nimmermehr würde' er vor der Consistorial-Commission geflohen sein, hätte er diesen Ausgang seines Schicksals sich vorstellen können. Armer Prediger, dachte' er, der du keinen Augenblick vor hohen und niedern Schulmeistern und Nachtwächtern sicher bist! Hätte ihm die Ritterin oder ihr Sohn die Mitreise nahe tet, sich mit auf den Weg gemacht haben. Da indess unser Held in ihm keine Berufsspur zum Ordensmann entdecken konnte, und der Werbehauptmann, der die nämliche Bemerkung machte, seinem Novicius in Hinsicht des Legatarius vorzüglich Rückhalt empfohlen hatte; so entband man ihn gern von dieser Mühe, die Pastor loci, aus Hunger und Durst nach Geheimnissen, mit Entzücken übernommen hätte. Betrübter noch wäre der Pastor gewesen, wenn er nicht die Hoffnung gehabt, dass sein künftiger Kirchenpatron bei seiner Rückkunst ihn initiiren, und wo nicht auf Prima, so doch auf Secunda bringen würde, da er schon in einer andern Verbindung auf Secunda zu sitzen die Ehre hatte, und von der Maurerei nicht glaubte, was er las, sondern was er hörte. Er war so bescheiden, sich selbst für nichts mehr als Einen Secundaner zu halten. In der Tat, er war auch wirklich nichts mehr und nichts weniger. – Legatarius lachte im Herzen über diese Ordensschwäche, und wenn gleich er auch auf Secunda zu sitzen die Ehre hatte, als welches Avancement ihm zu seiner Zeit durch unsern Helden als Herold nicht ohne Pomp verkündigt ward, so tat er doch im Herzen auf Prima, Secunda und Tertia Verzicht, und konnte sich über den Prediger nicht genug wundern, dass er ausser Mosen und den Propheten, ausser seiner natürlichen und seiner excolirten Vernunft, noch mehr Licht suchte. – Die Spruchstelle: s u c h e t , s o w e r d e t i h r f i n den, klopfet an, so wird euch aufg e t h a n , deutete der Pastor und Heraldicus junior jeder auf eine besondere Weise. – Aeusserlich liess