verdriesslich ward. Sie nahm der Gräfin die Bitterkeit über B a n i s e n , dem Pfarrer seine unzeitigen Scheltworte über den Küster, der zweiten Dame das naseweise Echo, und der dritten das Ballspiel so übel, dass alles bitter und böse auseinander schied und die vieljährige gute Harmonie in dieser Nachbarschaft, die bis dahin wegen guter Freundschaft allgemeinen Ruf gehabt hatte, nie wieder in den vorigen Stand gesetzt werden konnte. Bei der armen Baronin wechselte von stunde' an Hitze und Kälte, und dem neuen Tochtervater war dabei so übel zu Mute, dass er sehr gern gegen die Fürstin – von deren unerklärlichem, unzeitigem Appetit zu einem Gevatterstande auf der Oberwelt doch alles hiess Unheil, bis auf den verstreuten Puder und den Namen B a n i s e (mit dem er besonders sehr unzufrieden schien), gekommen war – ein A n a t h e m a M a h a r a m M o t h a ausgestossen hätte, wenn er nicht vor den hitzigen und kalten Folgen, die er sichtbarlich an seiner Gemahlin sah, in Furcht gewesen wäre. "Que de bruit pour une omelette!" konnte er sich nicht überwinden auszustossen, in der festen Hoffnung, dass die Fingerlein es nicht verstehen würden, wenn sie es auch wider Vermuten hören sollten. – Bis in den dritten Tag ging alles im freiherrlichen haus nicht viel besser, als in diesem buch, in die Kreuz und in die Quer. Jetzt liess die Fürstin sich zur Wochenvisite melden, die angenommen und mit vielem Pomp abgelegt wurde. Die fürstlichen Begleiter waren zwei Kammerherren und fünf andere Diener, zusammen s i e b e n , und, was auffiel, keine person weiblichen Geschlechtes – es wäre denn, dass die Kammerherren, die äusserst weibisch aussahen, sich aus unerklärlicher Fingerlein-Etikette verkleidet gehabt hätten, wovon die geschichte indess in keiner Randglosse etwas besagt. – Es würde schwer sein, wirkliche Kammerherren von Weibern zu unterscheiden, und warum sollten wir bei diesem Umstande ohne Not verweilen? – Nach einigen kalten Complimenten fing die Fürstin mit der Bemerkung an, dass sie sich von ihrer Freundschaft mehr versehen hätte, als bei so wichtigen fragen und noch wichtigeren Antworten durch ein so befremdendes lachen gestört zu werden. Die wohlvorbereitete Baronin hatte zwar gleich die S a r a bei der Hand, welche bei einem Besuche von drei Engeln auf die gesundesten Schüsseln in der Welt, Butter und Milch, Kalbsbraten und Kuchen, gelacht hätte. Auch vergass die gute Baronin nicht, wohlbedächtig zu bemerken, dass die exemplarische Sara (bis auf den Fall, da sie ziemlich unexemplarisch sich für Abrahams Schwester ausgeben liess) das Muster aller Weiber hoher und niedriger Abkunft wäre. ihr Durchlaucht waren indess nicht gemeint, sich durch 1. Buch Mose XVIII, 12 besänftigen zu lassen; doch geruheten Sie, höchlich zu versichern, die Ungezogenheiten der Mitpaten nicht auf die Rechnung der Baronin, die ohnehin gross genug wäre, setzen zu wollen. Viel Güte von einer Fürstin! – Jetzt folgten die Flüche, die sie über alle, welche sie beleidigt hatten, aussprach, und ob sie gleich in gar keinen Verhältnissen mit den begangenen Fehlern standen, so schienen sie doch recht ausgedacht zu sein, um den Interessenten schwer zu fallen. – (Geht es mit den powar, eine Fürstin zu werden, wird e s n i c h t . – "W i e G o t t w i l l !" erwiderte die Baronin. – "Und nun hängt es von Ihrer Wahl ab: Soll sie mit einem Fürsten einen Sprössling erzielen, der sich einen Namen mache? Oder soll sie das Weib eines Privatmannes werden, der vom Gesalbten und den von i h m Gesalbten, das heisst von seinen Ministern, nicht gekannt, froh und glücklich unter einem gutmütigen Landvolke lebe, schwebe und sei?" – "Ich wähle das letzte," erwiderte die Baronin. "Es sei also," beschloss die Fürstin; "und weit Sie weise wählten," fügte sie hinzu, "so wählen Sie noch von drei Dingen e i n s – für Ihre Tochter, und es soll ihr gewährt sein: Soll sie es in ihrer Gewalt haben, d i e Herzen zu gewinnen, welche sie gew i n n e n w i l l ? Oder z u w e i n e n o d e r z u s c h l a f e n , w e n n s i e w i l l ?"
Die Wahl würde keiner Dame schwer geworden sein, da sie, wie man glaubt, es alle auf das Herzensspiel anlegen und ihre Gewinnluft ausser Zweifel ist. Da die arme Baronin drei nach einander folgende Nächte kein Auge hatte schliessen können, so wählte sie den Schlaf, ohne sich auf das Hazardspiel der Herzen und auf die Tronen (welche letzteren, wie man sagt, der schönen Welt ohnehin sehr leicht zu Diensten stehen) einzulassen. Kaum hatte sie gewählt, als die Prinzessin verschwand und die Baronin auf der d i d e in der besten Welt gab), und nachdem sie gar liebreich hinzugefügt hatte, dass es noch weit unglücklichere K ö n i g i n n e n gegeben und noch gebe, so fand er Trost in ihrer Wahl des Schlafs, indem er ein grosser Schlafverehrer war. "Hätte die Fürstin unter den drei zur Wahl ausgestellten Dingen einen Gürtel angeboten, vermittelst dessen