besser als anders; Realadel besser, als bei seiner Aufhebung bloss Personaladel. Um den erblichen Edelmann zum persönlichen zu machen, tut man wohl und weise, ihm die Pflicht aufzulegen, Ritter zu werden. Ritterschaft ist Spornschaft. Das Johanniterkreuz war z.B. ein Sporn, ohne den wir unseres Orts kein Jerusalem hätten in Rosental, und kein Haus des Pilatus, und keines des alten ehrlichen Simeons, der in Frieden fuhr. – Hinter den Vorhängen der Freimaurerei herrschen diese Grundsätze, oder es trügt mich alles. Dort kann doch auch ein ehrlicher Mann ein Kreuz tragen, er habe gleich die Tochter eines Kaufmanns zur Mutter, oder einen Ordensschneider zum Vater. – Monarchen können, nach dem braven Ausdruck jenes Königs, zwar hundert und mehr Edelleute in e i n e m Tage, aber nicht einen einzigen edlen Mann machen. – Wahr! Alles, was wahrhaft gross ist, macht sich selbst. – Auch wahr! – Die Antwort des Iphikrates: mein Geschlecht fängt mit mir an, das deinige wird mit dir aufhören – nicht minder wahr, und unfehlbar das letzte Wort, das ihm sein Gegner liess. – Empfängniss und Geburt sind so etwas Tierisches und Gemeines, dass man sich schämen sollte, daraus einen Vorzug abzuleiten. – So wahr, wie alles vorige. – Wenn aber der Wohlgeborne diesen zufälligen Vorzug nur benutzt, seinen persönlichen Adel zu e r l e i c h t e r n und ihn zu v e r e w i g e n ? wenn er ihn als eine erwünschte gelegenheit schätzt, seine ABCe zweckmässig zu erziehen; wenn er durch Lehre und Wandel sie die Resultate mit Händen greifen lässt, dass ohne persönlichen Adel der Geschlechtsadel nichts mehr und nichts weniger als ein Geburtsbrief gelte? Kann durch eine Einrichtung dieser Art, die freilich, so wie alles in der Welt, gemissbraucht ward, das menschliche Geschlecht, auf welches doch Gott und alle braven Leute anlegen, sich nicht seinem Ziele nähern? Ehrwürdiger Orden der Freimaurer! wenn dein geheimer gang diese olympischen Bahnen bricht, wenn er die Menschen sich unter einander gleich an moralischer Güte zu machen beabsichtigt, und sie mit hoher Weisheit der Welt und ihrem Geräusch in eben dem Masse entzieht, wie er die Menschen in sich selbst zu verschliessen verbietet, als wodurch sie den Kranken gleich werden, die sich der freien Luft entwöhnen!
Zwar tragen die Freimaurer ihr Kreuz unter der Weste. – Am Ende einerlei, ob unter oder über der Weste; die Hauptsache ist das Kreuz. Geht der Stern gleich in der L o g e auf, und scheint er hier bloss in einem verborgenen Orte – war nicht die Tageszeit der Johannitervorlesung die Dämmerung? – Wenn in den Logen Auserwählte sind, so wiegen von diesen 5, 7 und 9 mehr, als in der profanen Welt so viele Tausend. Vielleicht sind die Maurer der Phalanx des menschlichen Geschlechts die Garde der Menschheit. Heil mir! Plato ward vom Dionysius verworfen, allein von den Göttern an Kindesstatt angenommen. – Es gibt in der Maurerei nicht Präbenden! Bedarf ich ihrer? Und wer weiss, ob es ihrer nicht gibt! Präbenden, die unsichtbar, Geistesehrenzeichen, die unsterblich sind. – Ist denn unser Jerusalem mehr als ein Wie Jerusalem stell' ich mir die Menschenwelt genug! ich sehe, ohne zu sehen, ich höre, ohne zu hören. Es gibt einen Tempel, der nicht mit Händen gemacht ist: eine geistliche Kirche, einen Himmel auf Erden, Worte, die unaussprechlich sind. – Maurerei! ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!
Da sehen doch meine Leser, ob ich meinen Helden, seitdem ich kein Examen mit ihm veranstalten lassen, verwahrlost habe. Kreuzlahm, sagte Heraldicus junior zu einer gewissen Zeit; allein ich wette, dass nachher der Lehrer zuweilen an Kreuzschmerzen schwach und krank darnieder gelegen, und sich, wenn man will, auch wieder gebessert habe.
Doch begehre ich hiermit nicht zu läugnen, dass Vater und Mutter jenen Lampenschein des heiligen Grabes auf meinen Helden geworfen, den Pastor loci noch begieriger aufgefasst hatte. So kann auch A B C eine gewisse Extractsucht und Gemächlichkeit nicht von sich ablehnen, die man nur regierenden Herren zugestehen sollte, wenn gleich auch hohe staates-Officianten sich diese Privilegien je länger je mehr zueignen. – Um den Montblanc der Wissenschaft zu ersteigen, gebrach es unserem Helden an Lust und Liebe. Der Gastvetter nannte es gelegentlich: S e e l e n l u n g e . – Die obern Seelenkräfte blieben zwar nicht uncultivirt; doch sollte diese kultur ihn nicht zu stark angreifen, und er sehnte sich, in der Dämmerung dunkler Gefühle von jener Tageslast und Hitze auszuruhen. Der Orbis pictus nennt den Physikus: N a t u r f o r s c h e r ; den Metaphysicus: U e b e r f o r s c h e r . Unserem Helden war alles über, was er nicht leicht fassen konnte. Auch war er d e r Art von Pietisterei nicht abgeneigt, vermittelst deren man das sieht, was Philosophen nicht ohne Mühe glauben; er war ein aufmerksamer Hörer, wenn Pastor loci behauptete: der Mensch könne einen genauen Umgang mit Gott haben und ihn in Gedanken und fast in Sinnen sich vergegenwärtigen, im Gebet ihm beinahe die Hand reichen und das Herz abgeben. Heraldicus junior philosophirte freilich dagegen, doch so, dass er das philosophische Deckmäntelchen nach dem Winde hängte