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habe, so sei ich zu allem Uebrigen bereit. Und so wurde denn ausgemacht, dass ich, sobald wir in Ikonium angelangt sein würden, zur Vorbereitung für den ersten Grad der Weihe zugelassen werden sollte.

Nach einer Vorbereitung von wenigen Wochen erhielt ich diesen ersten Grad; aber dabei blieb es auch, und ich kann mich nicht rühmen, weiter als bis an die Schwelle des inneren Vorhofes gekommen zu sein. Denn wiewohl ich eine Zeit lang ziemlich gute Hoffnung von mir gab, so fand sich doch in der Folge, dass ich weder als Missionar, noch als Märtyrer, noch als geheimer Minister und Vertrauter im Reiche des Kerintus (welches ich von einem andern Reiche, wovon mir viel Herrliches gesagt wurde, sehr gut zu unterscheiden wusste) zu gebrauchen war: und da ich überdiess noch die Hand fest auf meinem Geldbeutel hielt, und alles was mir gelegentlich von Verachtung des Irdischen, von dem was der Herr bedarf, von der tausendfältigen Frucht, welche alles, was man für seine Sache aufopfere, hier oder dort trage, und was dergleichen mehr war, ans Herz gelegt wurde, weder verstehen wollte noch um nähere Erklärung bat; so konnte ich deutlich genug sehen, dass man nach Verfluss einiger Monate an meiner Erwählung zu verzweifeln anfing, und als ich, dringender Familienangelegenheiten wegen, um meine Entlassung bat, noch froh war, eines beschwerlichen Beobachters los zu werden. Vermutlich wünschte sich Kerintus Glück, dass er immer so zurückhaltend und verschlossen gegen mich geblieben war. Indessen hatte er doch in Augenblikken, wo meine Neugier mehr die Miene von Gelehrigkeit und Empfänglichkeit haben mochte, einzelne Lichtstrahlen in meinen Kopf fallen lassen, die sich darin sammelten, und mir zu sehr wahrscheinlichen Vermutungen über den geheimen Plan dieses talentvollen moralischen Zauberers, wenn ich ihn so nennen kann, verhalfen. In der Tat wusste er seinen Plan, das eigentliche grosse Mysterium seines Ordens, in sehr scheinbare moralische Hüllen einzuwickeln, welche, je nachdem die Hoffnung mich noch zu gewinnen stieg oder sank, dünner oder dichter wurden: aber eben diese Kunstgriffe, wie leicht auch seine Hand dabei war, verrieten mir was er verbergen wollte; und je mehr ich ihn zu enträtseln glaubte, desto mehr fand ich mich in der Meinung bestärkt, dass er schwerlich den Mystagogen unter den Christianern spielen würde, wenn es in seiner Willkür stände, auf dem Wege eines Alexanders oder Julius Cäsars zu seinem Ziele zu gelangen. Diess, lieber Lucian, war ein Punkt, worüber mein Freund Dionysius sehr autentische Nachrichten von mir zu erwarten hatte. Damit ihm alles desto begreiflicher sein könnte, sah ich mich genötigt meine geschichte vom Ei anzufangen.

Lucian.

Man hat immer viel vor andern Sterblichen voraus, wenn man eine geschichte wie die deinige zu erzählen hat.

Einem so ausgemachten Antipoden aller Schwärmerei, wie Dionysius, musste sie in der Tat wunderbar genug vorkommen; und doch merkte ich, dass von allen den ausserordentlichen Dingen, womit er dadurch bekannt wurde, ich selbst doch das wunderbarste in seinen Augen war. Er schien sich ganz leicht zu erklären, wie man eine Mamilia Quintilla, eine Dioklea, ein Kerintus oder Hegesias sein könne: aber wie es möglich sei Peregrinus zu sein, diess (wiewohl er zu höflich war, es mir ausdrücklich zu sagen), diess schien über seinen Begriff zu gehen. Indessen, da er sich doch nicht erwehren konnte an dem seltsamen Schwärmer Anteil zu nehmen, fand er, als ich mit meiner Erzählung zu Ende war, dass es wirklich solcher Erfahrungen bedurft habe, um einen Menschen von dieser Gattung völlig zur Vernunft zu bringen; ein Vorteil, der, seiner Meinung nach, mit allem was er mir gekostet hatte, nicht zu teuer bezahlt war. Du kannst dir also vorstellen, wie der gute Mann erschrak, da er hörte dass er meine Genesung zu voreilig vorausgesetzt habe, und dass ich, weit entfernt endlich den rechten Talisman gegen alle Zaubereien meines bösen Dämons gefunden zu haben, noch immer der alte Entusiast sei, der sich nur in den Personen geirrt zu haben glaubte, und im Begriff stand, sich in ein neues Abenteuer zu wagen, wobei, seiner Meinung fröhlichem Ausgang nehmen würde. Ich hingegen hatte, seitdem das Bild meiner liebenswürdigen Johanniten wieder in mir lebendig geworden war, mich in den Gedanken mit ihnen zu leben schon so tief hinein gearbeitet, dass ich nicht begreifen konnte, wie auch der kaltblütigste aller Menschen einem so natürlichen und vernünftigen Projecte seinen Beifall versagen könne. Es muss daran liegen, dachte ich, dass du bei Erzählung deiner begebenheiten zu schnell über diese hinweg geeilt bist; der gute Dionysius hat keine Vorstellung davon, was für Engel von Menschen es sind, zu denen mein Herz mich so unwiderstehlich hinzieht. Ich bot also alle meine Malerkunst auf, ihm eine Abschilderung von dieser Familie und von der Glückseligkeit, die mich in ihrem Schooss erwarte, zu machen: aber ich trug meine Farben so dick auf, dass mein Gemälde gerade das Gegenteil dessen, was ich beabsichtete, bei ihm wirken musste.

"Beinahe, sagte er, sollte ich mir ein Gewissen daraus machen, dich von einem so süssen und so unschuldig scheinenden Wahnsinne zu heilen: aber ich sehe, dass deine Phantasie dein Herz abermal zum Besten hat, und dass du bei diesem neuen Lebensplan um so grössere Gefahr läufst, weil es vielleicht nicht so leicht sein dürfte, dich, wenn die Täuschung vorüber sein wird, von diesen ehrlichen Seelen wieder loszuwinden,