, hieher passt; so vermute ich, dass Kritias hier stehen solle, welcher eben so schlimm wie Alcibiades, nur von etwas anderer Art, zugleich mit diesem dem Sokrates den Vorwurf zuzog, seine Schüler verdorben zu halben, wogegen Xenophon seinen Lehrer (Memorab. 1, 2.) rechtfertigt. Ein anderer Nicias, welcher hier gemeint sein könnte, ist mir wenigstens nicht bekannt; Kritias aber passt vollkommen hieher. 43 Unter dem Titel die Liebesgötter (Erotes) befindet sich ein Aufsatz unter Lucians Schriften, den Wieland auch aus andern Gründen als wegen Verschiedenheit des Styls, und also mutmasslicher Unächteit, unübersetzt gelassen hat. 44 Antinous, dessen Schönheit durch mehrere berühmte Darstellungen der bildenden Kunst verewigt worden ist. 45 Schicksal.
Zweiter Abschnitt.
46 Vergl. die Anm. zu Sympatien. Bd. 29. 47 S. die Anm. zum neuen Amadis 7. Ges. 28. Str. Bd. 15. 48 Nach ihrem Geburtsort Eryträ in Kleinasien benannt, hatte den Trojanischen Krieg verkündigt. 49 Homers Elysium wurde als eine oder mehrere glückselige Inseln in dem, die Erdscheibe umflutenden, Strom Okeanos gedacht. Nur Günstlinge von Zeus lebten dort, dem Tod entrückt, in untätiger Wonne. Hesiodus versetzte dahin das Geschlecht der Heroen unter der herrschaft des Kronos (Saturns), bei welcher der Grieche allezeit an ein paradiesisches Leben dachte. 50 Den Pytagorischen Tod nannte man Befreiung der Seele von dem Körper, wozu der Anfang mit Entaltung von aller Art körperlicher Wollust gemacht wurde. Dieser folgte strenge Beherrschung der Affecten und Leidenschaften, und hiedurch wurde Einkehr der Seele in sich selbst, Betrachtung des Göttlichen und Ewigen, und Annäherung an Gott selbst möglich. 51 S. Wielands Abhandlungen über die Pytagorischen Frauen. 52 Göttererscheinungen. 53 Räucherungen und Beschwörungsgesänge. 54 Glückswechsel, nach Aristoteles ein wesentlicher Punkt in jedem Drama. Er erklärt diese Peripetie als den, nach Wahrscheinlichkeit oder notwendigkeit erfolgenden Uebergang der handelnden Personen in einen entgegengesetzten Zustand. 55 Der ekstatische Zustand ist ein Aussersichsein, eine Verzückteit überhaupt, welche Ursache ihn auch bewirkt haben möge; nympholeptisch ist er, wenn – Nymphen ihn verursacht haben. Den Nymphen schrieb man die Kraft der Begeisterung zu (die Musen waren ebenfalls Nymphen), und Nympholepten waren solche, welche vom Anhauch der Nymphen begeistert waren. Da aber die Begriffe von Begeisterung, Raserei und Wut in einander liefen, so hiess auch der von Nymphen in Wut gesetzte ein Nympholept. Hier bezieht sich der nympholeptische Zustand wohl auf den Glauben der Alten, dass der un56 S. Crates u. Hipparchia, die Anm. z. 38. Br. Bd. 21.
Dritter Abschnitt.
57 Poppäa war die Gemahlin Nero's, und stand in nicht besserem Ruf als Messalina – Vergl. die Anm. zum Antiovid, 1. Ges. Bd. 25. 58 Die heiligen Haine der Venus auf der Insel Cypern. 59 Ein Flecken unweit der Syrischen Stadt Antiochia, berühmt durch die Schönheit seines heiligen Haines, worin ein Tempel Apollo's und der Diana stand. 60 S. Bd. 3. 61 S. Bd. 3. 62 Sklavin der aus Ovids Liebesgedichten bekannten Korinna. 63 Der Sohn des Sonnengottes, der den Sonnenwagen einst so unglücklich lenkte, dass er selbst herabsturzte, und die Welt in Brand geriet. 64 S. Bd. 27. Araspes und Pantea, und besonders den Schluss. Vergl. die letzte Anm. zu: die Wahl des 65 Ixion umarmte bekanntlich statt der Gemahlin Jupiters, die er um Liebe anzuflehen gewagt hatte, ein ihr ähnliches Wolkenbild. 66 Die irdische, gemeine Venus, im Gegensatz der Urania. Vergl. die Anm. zum Antiovid. 1. Ges. Bd. 25. 67 Die Zauberinnen bei den Griechen und Römern nahmen wächserne Bilder oder Puppen von Personen, und setzten sie dem Feuer aus, und man glaubte, dass das lebende Original dieser Bilder eben so welch werde oder zerschmelze wie die Wachspuppe. Dieses Mittels bediente man sich, teils um ungetreue oder kaltsinnig gewordene Liebende zu neuer Liebe zu entflammen, teils um Rache zu nehmen und sie zu verderben. 68 Der Assyrische König, und Elagabalus, oder Heliogabalus, der römische Kaiser, sind wegen der höchsten Schwelgerei und Ueppigkeit berüchtigt. 69 S. oben die Anmerk. zu Tiasarch.
Vierter Abschnitt.
70 Lucian antwortet, dass die rechte Antwort hierauf zu weit aus dem Wege führen würde. Wieland hat indess diese rechte Antwort in seiner Uebersetzung Lucians zu geben versucht (s. Bd. 3. S. 59. fgg.), und es scheint zweckdienlich, sie auch hier den Lesern mitzuteilen. Folgende Umstände, deren historische Gewissheit unläugbar ist, dienen zusammengenommen, den Gesichtspunkt, woraus Lucian die ganze Sache, wovon hier die Rede ist, ansah, zu bestimmen, und seine Vorstellungsart davon begreiflich zu machen.
I. Die Christianer waren zwar um diese Zeit, d.i. in der andern Hälfte des zweiten Jahrhunderts nach Chr. G., schon durch alle Provinzen des römischen Reichs zerstreut, und besonders in Asien, Syrien und Aegypten zahlreich, hielten aber mit den Dogmen und Ceremonien ihrer Religion, oder mit dem, was sie selbst ihre Mysterien nannten, gegen alle, die der herrschenden Religion zugetan waren, ausserordentlich zurück: es war also natürlich, dass selbst aufgeklärte Männer unter diesen letzteren, wie Tacitus, Plinius, Lucian u.A. sich zum teil unrichtige Vorstellungen von ihren