in Elysium. 33 d.i. Christusanhänger, war anfangs der Name einer blossen Secte von Judenchristen in Antiochia, wurde aber nachmals in der katolischen Kirche ein allgemeiner Name für alle Bekenner des christentum; und er ist allerdings richtiger als der Name Christen. Nach Suidas kam der Name der Christianer zuerst unter der Regierung des Kaisers Claudius auf – Wie die Meisten aber von den Christianern urteilten, ersieht man aus des Tacitus Annalen B. 15. Kap. 44. Die Verachtung, in welcher die Juden standen, ging auf die über, quos vulgus Christianos adpellabat, weil man sie für eine jüdische Secte hielt. 34 Teagenes, dieser Lobredner des Peregrinus, gab vor, folgendes Orakel von der Sibylle gehört zu Aber sobald Proteus, der Cyniker grösster und bester, Neben dem Tempel des Donnerers Zeus ein Feuer
entzündet,
Und in die Flamme springend den beiden Olympus
besteiget,
Alsdann sollen alle, die von den Früchten der Erde Essen, den grossen nächtlichen Heros, der neben
Hephästos
Und Herakles dem Könige tront, als Schützer
verehren!
Der Unbekannte, welchen Lucian gegen Peregrinus auftreten lässt, setzte jenem Orakel sogleich eins von Bakis entgegen. Aber sobald der Cyniker mit den vielerlei Namen Von der Erinnys des Ruhmes gepeitscht in die
Flammen hineinspringt,
Sollen hinter ihm drein die ihm folgenden
Hundefüchse
Allesammt springen, das Schicksal des fliehenden
Wolfes zu teilen.
Wollte sich einer, aus Furcht, der Gewalt des
Hephästos entziehen,
Diesen sollen sogleich die Achäer alle mit Steinen Decken, damit er sich, trotz seinem Froste, nicht
länger
Feurig zu reden vermesse, und mit erwuchertem
Golde
Seinen Tornister fülle, wiewohl sein väterlich Erbe Ihn zum Herren von dreimal fünf Talenten gemacht
hat.
Von dem Böotischen Orakelerteiler Bakis ist früher schon die Rede gewesen. Die Sibyllen waren, wie auch ihr Name anzeigt, Verkündigerinnen von dem Willen des Zeus oder Gottes-Ratgeberinnen. Sie mussten sich, sagt Wieland, zu Lucians zeiten von jedem Betrüger zu Unterstützung seiner Absichten gebrauchen lassen. Auch machten sich einige Christianer schon damals ein Geschäfte daraus, Sibyllinische Orakel zu schmieden, und eine so vollgültige Autorität zu vermeintlicher Bekräftigung ihrer Religion hier und da geltend zu machen. (S. Origen o. Cels. I, 5. 7.) Ein Betrug, der ihnen um so leichter war, da die neue Compilation, die der Kaiser M. Aurelius von allen Sibyllinischen Orakeln, die sich finden würden, machen liess, sowohl dem Glauben der Einfältigen an diese Albernheiten, als der Industrie der Schlauköpfe, neues Leben und neue Aufmunterung gab. 35 Bekanntermassen werden die Declamationen des Demostenes gegen den König Philipp von Macedo
Erster Abschnitt.
36 Lucian fängt seinen Bericht von des Peregrinus Lebensende mit den Worten an: "und so hat denn der heillose Mensch, Peregrinus, oder, wie er sich selbst lieber nannte, Proteus, die Aehnlichkeit mit seinem Homerischen Namensverwandten vollständig gemacht, und der ehrsüchtige Tor, nachdem er sich nach und nach in tausenderlei Gestalten verwandelt hatte, ist zu guterletzt – so heftig brannte die Liebe zum Ruhm in ihm – noch gar zu Feuer geworden!" Diess alles ist gesagt als Anspielung auf den schon in früheren Bänden erwähnten Aegyptischen Meergott Proteus, der sich, nach Homers Bericht, in alle Gestalten verwandeln konnte, auch in Feuer, und in der Voraussetzung, Peregrinus habe den Namen Proteus von dem Meergott erborgt. 37 Apollonius von Tyana wird den Lesern aus dem nachfolgenden Agatodämon hinlänglich bekannt werden. 38 d.i. ausländische, nicht griechische, denn alles Ausländische hiess bei den Griechen Barbarisch. Es werden als solche angeführt die Chaldäer, d.i. Zöglinge aus dem Priesterinstitut zu Babel, welcher Orden den im Rufe gleich grosser Astronomen und Weissager, wurden aber dadurch späterhin so verrufen dass die Namen Chaldäer und betrügerischer Charlatan gleichbedeutend wurden. Wer über sie nähere Nachricht wünscht, der lese Juvenals sechste Satyre V. 553. fgg., so wie über die Isispriester und Priesterinnen und die Priester der grossen Göttermutter V. 489 und 511 fgg., Stellen, aus denen sich ergibt, wie bei der sittenlosesten Lüderlichkeit der schändliche Aberglaube bestand. 39 Eudämonie bedeutet gewöhnlich den Zustand der Glückseligkeit, wird hier aber in demselben Sinne gebraucht, wie früher Eudämon, als der Zustand der reinsten Wonne, deren ein Dämon fähig ist, also ungefähr das, was wir unter Seligkeit zu denken pflegen. 40 Ein aus der Odyssee bekannter Trank, dessen schöne wirkung Vergessenheit alles Kummers und aller Leiden war. 41 Der Name zweier öffentlicher Plätze zu Aten (Vergl. die Anm. zu: Nachlass des Diogenes, Bd. 19.); die Akademie, das Gymnasium, wo Platon und seine Nachfolger, die Akademiker, Pökile, die Halle, wo die Stoiker, Lykeion, das Gymnasium, wo Aristoteles und seine Nachfolger, die Peripatetiker, lehrten. 42 Alcibiades, der schöne Wüstling, ist bekannt genug; Nicias, älter als Alcibiades und dessen Gegner, wurde mit ihm zugleich zum Oberfeldherrn ernannt, damit, wie Plutarch sagt, seine Vorsicht der allzugrossen Verwegenheit jenes zur Seite stehe. Tucydides sagt von ihm, nachdem er in Sicilien ermordet worden, dass von allen Griechen seiner Zeit er am wenigsten solch ein unglückliches Schicksal verdient, indem er seine Pflichten gegen die Gotteit stets aufs sorgfältigste erfüllt habe. Da es nun diesemnach unbegreiflich ist, wie Nicias hier mit Alcibiades zusammengestellt werden konnte, und da er nicht einmal in der Carricatur, welche Aristophanes in den Rittern von ihm entwirft