bekanntes Werk: über Verbrechen und Strafen, der Menschlichkeit unendliche Dienste geleistet hat. 30 Als 1745 die Preussische Armee in Kursachsen eindrang, ward das Familiengut des Autors, Schönfeld bei Leipzig, geplündert, die Hofgebäude niedergeschossen, das Vieh erstochen u.s.w. 31 Herr Kr. St. E. Weisse, dessen Hochzeitfest H. Prof. Rammler in der schönen Ode: A n H y m e n , unter diesem griechischen Namen feierte. A1 Siehe Siecle de Louis XIV. p.m. 258. in den Oeuvres de Voltaire, und an mehrern Stellen. Auch kann man die Nachrichten des Abbé Soulavie in dem 6ten Bande der Memoires de Richelieu – und Mihiel – Le véritable homme etc. mit einander vergleichen. In letzterem finden sich auch gute Nachrichten über die Kammerfrau der Königin – Beauvais p. 136-146, so wie über die Gewitternacht, die es unnötig machte, den zweiten Prinzen zu verheimlichen.
Agde.
Den 1ten März.
"Wie hoch kommt Ihnen die Berline zu stehen?" fragte mich der Postmeister in Montpellier zu seinem Fenster heraus, als ich eben abfahren wollte. – "Ach – das –" antwortete ich – "kann ich erst dann berechnen, wenn sie mich an unsern gemeinschaftlichen Geburtsort gebracht haben wird." "Wie?" – fing er meine Worte auf, – "so wäre der Herr, wenn ich recht verstehe, wohl gar ein Landsmann Friedrichs des Grossen?" "Ja, ja," unterbrach ich ihn – "ich kann es nicht läugnen, mich aber noch weniger desshalb hier aufhalten lassen. Hätte der Herr Postmeister nach dem merkwürdigen Passagier sich umsehen mögen, der nun seit einer langweiligen Stunde seine Berline geschaukelt hat, wahrscheinlich würde er ihm von dem Sieger bei Rossbach viel erwünschteres erzählt haben, als der Pariser Publicist, der in jedem Blatte sein nahes Ende ankündiget, um, denke ich, in den folgenden sich noch oft aufs Maul zu schlagen, so Gott will. Lebe der Herr wohl!"
Der Name meines Wagens fiel mir, aus dem mund des Franzosen, zum erstenmal sonderbar ins Gehör – erinnerte mich an den geschickten Sattler, der segeräte gewiss das einzige Stück ist, das dem Auslande keinen Sous für Reparatur abgeworfen hat und so ganz deutsch wieder zurückkommt, als ich kaum von mir selbst zu rühmen wage.
Es ist wohl nichts der Aufmerksamkeit auf Reisen so sehr entgegen, als ein heimischer Gedanke, so unbedeutend er auch sein mag; die Station, wo er sich anhängt, ist gewiss für unsere Bemerkungen verloren. Diess war der Fall wenigstens bei mir. Ich gab über meinen braven Sattler, weder auf den Weg, der vor mir lag, noch auf die Eigenheiten der Landschaft, oder sonst etwas Acht, und griff meinem körperlichen Einzuge in Berlin mit einer so geistigen Abwesenheit vor, dass ich, wie ein elektrisches Fluidum, die mehr als hundert Meilen dahin in einem Augenblick zurücklegte und mich auf einmal an dem Brandenburger Tore befand. Der wachhabende Officier stand kerzengerade vor mir, forderte mir mein Signalement ab und ich schickte ihm dagegen die Frage zu, wie sich unser geliebter König befände? Er gab mir die besten Nachrichten, freute sich übrigens meiner Bekanntschaft und entliess mich.
Mit lachendem Herzen fuhr ich nun die Gasse hinauf, warf einen freundlichen blick bald aus dem rechten, bald aus dem linken Schlage, nach diesem oder jenem Fenster meiner Freundinnen und Freunde und – Halt! rief ich, halt! sobald ich den Giebel meiner wohnung ansichtig ward. Wie flog ich zu der Haustür hinein – die Treppe hinauf, und wie herzlich begrüsste ich nun die wiedereroberte kleine Welt meines Zimmers.
Ich hatte kein geringes Vergnügen, als mir mein Wandspiegel jetzt eine ganz andere Figur, als jene gekrümmte und hohläugige zurückwarf, die vor fünf Monaten, seufzend seiner verräterischen Oberfläche vorbeizitterte. Der neue Kunstschnitt meines Haars – das air aisé – das je ne sais quoi – die ich über den Rhein her mitbrachte, hielten mich so lange fest auf meinem reizenden Standpunkt, bis Bastian mit meinen Kisten anrückte. Das Ausschälen, Abstecken, Aufschnüren und Entwickeln – nimm es in einem Sinn, in welchem Du willst – hat mir von jeher unendlichen Spass gemacht. Es hängt eine gewisse innige Erwartung daran, die das Gemüt oft angenehmer bewegt, als es die Herrlichkeiten selbst tun, wenn sie ausgepackt da liegen.
Wie zitterten meine hände, als sie das Kästchen mit den so merkwürdigen Fensterscheiben öffneten und ich sie nun unbeschädiget in meine Sammlung einschichten und den Handelskontrakt mit dem Glaser der Bastille dazu legen konnte! Weit länger und ängstlicher sah ich mich nach einem sichern Ort in meinem Weichbilde für die Kriminalakten des heiligen Fiacre um, ehe ich mich an das geheime Fach meines Schreibtisches erinnerte, in welchem – ach! meine eigenen ehemaligen liebes-Dokumente verwahrlich niedergelegt sind, und eben wollte ich, damit nicht etwa ein Unberufener dazwischen käme, und meine Schleifwege entdeckte, die Tür verriegeln – als mir Agde – der Golf von Lion und nicht weit von seinem Ufer ein Bollwerk ins Gesicht schimmerte, das über einem schäumenden Strudel hervorragte. "Wie heisst jene Burg?" war das erste Wort, das ich an den Postillion verlor, und es verzinste sich gut. "Brescau," antwortete er, "Sie haben doch wohl von den berühmten Leckerbissen der dortigen Muscheln gehört?" Ich schüttelte den Kopf – "Nun so werden Sie diesen Abend mit grossem Behagen