nur
Aux belles fesses
Las Epikur
Zuweilen Messe.
Auch sang zur Ehr
Dem stolzen Kaiser
Sich Flaccus mehr
Als einmal heiser.
Doch einst verhob
Ein schneller Husten
Sein Morgen- Lob
Lied auf Augusten,
Und aus dem Hals
Fuhr dem Cantori
Kein Wörtchen als
Memento mori.
Mein Kamerad,
Auf alle Fälle
Gefasst, vertrat
Sogleich die Stelle,
Ging hin – verband
Sich mit Marien,
Das Messgewand
Ihm auszuziehen.
Er tat's; da fiel
tot auf den Boden
Der grosse Spiel
Mann süser Oden
Der Tempel roch
Nach Pech und Schwefel,
Und zeugte noch
Von seinem Frevel;
Und plötzlich sah
Man Gottes Schaaren
In Gloria
Vom Himmel fahren:
Ja, Freund, ein Schwarm
Schneeweiser Engel,
In jedem Arm
Ein Lilienstängel.
Umzog – erstieg
Der Götter Felsen.
Sieg! schrien wir, Sieg!
Aus vollen Hälsen,
Und steckten bald
Die Siegesfahne
Der Mönchsgewalt
Zum Wetterhahne –
Seitdem verziehn
Hier funfzig brave
sankt Augustin
Geweihte Schafe,
Geweihet, zu
Mariens, Füssen
Des Lebens Ruh
Ganz zu geniessen.
Sie schenkt uns Most
Aus fremden Kellern,
Und Laien-Kost
Auf Kloster-Tellern.
Drum bleibt der Zweck
Von unsrer Lehre
Der unbefleck
Ten Jungfrau Ehre.
Nun, Fremdling, geh
Und sag' es weiter –
Gott aus der Höh
Sei Dein Begleiter!"
Mit diesen Worten drehte er seinen schweren Schlüssel herum, nahm sein Käppchen ab, watschelte nun ruhig seinen Mitgehülfen an dem Dienste der Maria nach, und liess mich in Erstaunen und in der wohltätigsten Erschütterung meines Zwergfells stehen, die so lange anhielt, bis ich den Berg völlig von ihm erstiegen, und ihn seinem Kloster sicher wieder überliefert sah.
Gehab dich wohl, fromme gutmütige Einfalt! wünschte ich ihm hinterher. Dein Futter schmecke dir (ich habe nichts darwider) so lange wohl, als es Gott will! Und da du einmal so weit bist, so müsse dich nie Zweifel, Wissenschaft und Aufklärung um die beruhigende Finsterniss deiner frommen Maulwurfsseele bringen! – Der Weg, den du bis nach Sabinum zurück gehen müsstest, würde für dich zu ermüdend sein. Was kannst du dafür, dass deine Begriffe nicht in dem Ideenhandel eines Diderot, Büffon und d'Alembert gewonnen sind? Und was kannst du endlich dafür, dass du nicht so mager bist als ich?
Spät und erschöpft kam ich in meine wohnung; ich zeichnete nur noch die Bilder meines heutigen Tages in mein Buch, ohne die Einladungszettel, die auf meinem Tische liegen, eines Blickes zu würdigen, trinke noch an einem erfrischenden Glase Wassers aus meistärkenden Schlafe mit jenem frohen Lächeln entgegen, wozu eine gute gesunde Seele sich bei menschlichen Torheiten immer geneigter fühlt als zu Tränen.
Den 19ten December.
Zwischen meinem letzten grossen Spaziergange und heute liegen vier traurig verlebte Tage, die unmittelbar hinter jenem her folgten in der Mitte. – Ein böser Wind, denman la Bise nennt, durchschneidender und gefährlicher, als keiner auf unserm Riesengebirge hat diese Lücke meines Tagebuchs verursacht, und mich zu einem Stillstande in der Laufbahn meines Vergnügens, und zu mancher harten Busse für das kaum genossene verdammt. Ich bin wieder von Aerzten besucht und mit Arzeneien genährt worden – habe die dürren Reiser eines ganzen Weinbergs verbrannt, und mich doch nur mit Mühe von der Menschendruse heilen können, die mich unter dem Namen la Grippe überraschte, und von Haus zu haus ging. Wie hätte ich diesem freundlichen land so eine Hinterlist zutrauen können? – Aber die Sonne scheint wieder, und jeder Strahl von ihr bringt neues Leben, Freude und Gesundheit zurück.
Es ist wohl Schade um die acht ungeniessbaren Tage, die ich verhustet habe, und die ich leicht besser keine Zeit übrig bleibt, meinen Verlust einzubringen; denn, da ich gern auch die übrigen Teile von Languedoc und die benachbarte nicht minder schöne Provence durchstreifen, und in Bourdeau einen Vorsprung vor der heissen Witterung gewinnen will, die dort mit Anfange des Märzes schon drückend wird so bleibt mir für N i m e s nicht viel mehr als eine Woche übrig, und auch diese ist mir ausser dieser guten Stadt angewiesen. Mein kluger Arzt hat mir geraten, sie auf dem land zuzubringen, um meine Erholung durch jene einfache Lebensart – das einzige, was in Städten nicht zu erkaufen ist, – desto sicherer zu befördern.
Diese Kur geht mir lange nicht so bitter ein, als sich der gute Mann wohl vorstellen mochte. Ich habe ohne Schwierigkeiten Anstalten zu meinem Abzuge gemacht, und meinen Johann schon heute auf die umliegenden Dörfer geschickt, mir eine wohnung auszusuchen. Er weiss sehr gut, was mir behagt. – Morgen will ich Abschied von der Stadt nehmen; bei dem Bischof und seiner Nichte persönlich; bei meinen übrigen im Flug gemachten Bekanntschaften durch Karten, wodurch die meisten erst, ehe sie das Blatt in den Kamin werfen, erfahren werden, wie ich heisse.
Johann ist zurück, doch bin ich mit seinen Verrichtungen nur halb zufrieden. Er hat mir, glaube ich, das unbequemste Quartier gemietet, das in der Gegend zu finden war. Freilich hat es nach seiner Versicherung so vieles andere Gute, dass ich, um billig zu sein, die Eingeschränkteit nicht achten darf, in der ich hausen soll. –
"Sie müssen," sagte er so trocken, als ob es Verordnung des Arztes wäre, "mit Wirt und Wirtin in Einem Stübchen wohnen, das nicht allzu gross ist, müssen, an Einem Tische mit ihnen, vorlieb mit der Kost nehmen, die die Küche eines