, die ihm im Sinne liegt; wollte doch Gott, sie wäre hier!" – Eine Weile nachher schrie ich: "Heilige Klara von Falkenstein!" – "Ich höre," sagte darauf der Unbekannte, "dass der Kranke unsers Glaubens ist. – Wie kommt es, dass ihm noch kein Mönch das Viatikum anbeut?" – Ich rief heftig dazwischen, als ob ich ihm das Gegenteil beweisen wollte: – "Weg – weg von mir, abscheuliches geschöpf mit deinen höllischen Geistern und deinen Kreuzen!" – Hier sah sich der Herr noch einmal nach uns um, sagte Bastian. – Ich traute mir nicht zu antworten, aber der Epilogus nahm das Wort. "Ach Gott," sagte dieser, "das ist eine gar lange geschichte. – Die Klara, von der unser Kranker spricht, ist ein wunderschönes Mädchen zu Avignon. – kennen Sie etwa den Herrn Dücliquet?" – "Ich habe nicht die Ehre," antwortete der Fremde. – "Nun so wird es schwer werden," fuhr der Epilogus fort, "Ihnen die Sache verständlich zu machen. So viel kann ich Ihnen sagen, dass dieses Mädchen die Steine der heiligen Dreifaltigkeit in sich tragen soll, die der katolischen Kirche seit langer Zeit abhanden gekommen sind. – Ob sie mein Herr bei ihr gesucht hat, weiss ich nicht gewiss, aber ich glaube ..." – "Wie lange," unterbrach ihn der Unbekannte, "ist er bei dem Herrn in Diensten?" – "Seit dem achten vorigen Monats," antwortete der unleidliche Schwätzer. "Vorher war ich ein Puppenspieler, nachher Grenadier unter der Päpstlichen Garde, werde aber jetzt im haus der Epilogus genannt, und der Prologus ist mein Bruder." – "Ich dächte, mein Freund," versetzte der Fremde ernstaft, "er ginge schlafen. Er scheint es mir, nötiger zu haben als ein anderer." Der Kerl liess es sich nicht zweimal sagen, und ich, Eduard, bin recht froh, dass er fort ist. Um Gottes willen, was muss sich mein unbekannter Wohltäter für einen Begriff von meiner Wirtschaft gemacht haben! Es ist ihm wahrlich nicht zu verdenken, dass er sich jetzt nicht weiter um mich bekümmert. – Aber mein Blatt ist leider zu Ende. Pünktlicher kann man wohl seinem arzt nicht gehorchen; denn, wenn Du Dir nicht selbst Gedanken bei meiner geschichte machst, von mir liegen gewiss keine darin.
Den 16ten Februar.
"Da haben Sie Recht!" lächelte mich der herzensgute Sabatier diesen Morgen an, nachdem er mein gestriges Blatt bis auf die letzte Zeile durchgelesen hatte, "das hat Ihnen den Kopf schwerlich angegriffen. Wenn Sie mir versprechen so fortzufahren, und daran Spass finden, so erlaube ich Ihnen heute ohne Bedenken einige Seiten mehr." –
So will ich mich denn an meinen eigenen Anekdoten auch recht satt schreiben. Wenn diese nicht ächt ausfielen, so müsste keinen in der Welt mehr zu trauen sein, da hier die gewiss seltenen Umstände zusammen treffen, dass der Held der geschichte sie aus dem logus," nahm Bastian den Faden seines gestrigen Berichts auf, "trat jetzt an die Stelle seines zu Bette geschickten Bruders, und der fremde Herr hielt seine erste Nachtwache an dem Ihrigen – ganz besonders glücklich für Sie: denn gegen drei Uhr stiegen Ihre Phantasien, die ohnehin rätselhaft genug waren, so hoch, dass Sie aus Ihrem Französischen Jargon in den Deutschen fielen, den, ausser Ihrem vornehmen Wächter, niemand von uns verstand. Wie hätten wir mit Ihrer Ungeduld zurecht kommen wollen? So forderten Sie einmal etwas mit der ängstlichsten Heftigkeit. Während wir nun aus gleichem Missverständnisse, ich nach Limonade und der Prologus nach dem Fliegenwedel lief, hatte Ihnen der Fremde schon gebracht, was Sie verlangten." – "Und was war es denn, Bastian?" fragte ich. – "Also erinnern Sie Sich wohl gar nicht einmal, was Sie zerrissen haben?" – "Ich weiss kein Wort davon." – "Nun so will ich nur wünschen, dass es Sie hinterher nicht noch gereue. Es waren die vielen Hefte, die Sie gewöhnlich alle Abende um einen oder zwei Bogen verstärkten, und die auf Ihrem Schreibetische noch aufgehäuft beisammen lagen." – "Mein Tagebuch, Bastian? das hätte ich zerrissen?" – "Ja wohl, mein lieber Herr, in tausend kleine Stückchen. Die Arbeit schien Ihnen eine rechte Freude zu machen. Der Fremde musste Ihnen einen Heft nach dem andern zureichen. sonderbar war es, dass Sie die Anzahl davon auf das genaueste im kopf hatten, ungeachtet seiner grossen Schwäche. Sie forderten den ersten, den zweiten, und so fort, und wurden nicht eher ganz ruhig, bis auch der letzte vernichtet war, das Arabische Manuscript ausgenommen, das Herr Passerino nebst seiner Abschrift bei mir niedergelegt hat." Ich sass mittlerweile ganz still neben der Nachtlampe, und dachte wehmütig den vielen schönen Stunden nach, die ich Sie an diesen unglücklichen Papieren mit einem Ernst hatte verschreiben sehen, als wenn Sie für die Ewigkeit schrieben. Sie aber wendeten Sich, wie die Sache geschehen war, mit dem heitersten gesicht und in Französischer Sprache zu dem Fremden: "Jetzt, Herr Prokurator, tun Sie mir den Gefallen, und befreien mich von diesem Plunder. – Tragen Sie ihn dort ins Kamin – der Prologus soll ihn anstecken." Als die Flamme