sich
Zum erstenmale – königlich
In's Gras – versucht's und macht sich blind
Für Erd' und Himmel, und ersinnt
Das Glück der Menschen – wie bekannt –
Von allen Zungen Schlaf genannt.
Doch bald drauf schwebt von ungefähr
Gott über das Teater her,
Blickt um sich, und erblickt, wie tief
D e r schläft, den er zum Leben rief,
Und steigt herab – sinnt – und erschafft
Der Ruhe schönste Gegenkraft.
Aus Adams Rippen steigt ein Weib
Von weisser Haut und schlankem Leib,
Die erste Jungfer! – die's auch blieb,
Bis sich ihr Herr die Augen rieb.
Sie sehen sich – werden Frau und Mann,
Wie's die Mechanik wünschen kann.
Doch dauert ach! nur kurze Zeit
Der Flitterwochen Herrlichkeit.
Der böse Feind der sie so gern
Zu stören sucht, lauscht schon non fern
Nimmt die gelegenheit in Acht,
Die er verschläft und sie – bewacht,
Fährt in die Schlange, die gewandt
Geschlichen kommt, wie ein Amant
Sich schmiegt und biegt, und sich verlängt,
Bis sie an Evens Lippen hängt.
Sie – die nicht weiss, was ihr wohl wisst,
Dass sie in ihr den Teufel küsst,
Freut sich, dass sie der Schmeichelei
Auch eines Tieres würdig sei,
Das, wie sie's kennen lernt, den Mann,
So oft er schläft, ersetzen kann,
Und sucht und treibt es, bis zuletzt
Die Schlange ganz den Mann ersetzt,
Und macht, dass wir von Kind zu Kind
Des bösen Feinds Bastarden sind.
Der gute Mann, der neu gestärkt,
Erwacht, und keinen Unrat merkt,
Sucht seine Gattin halb im Traum,
Und trifft sie an am Lebensbaum,
Und, ohne Skrupel und Verdacht,
Was ihr die Schlange weiss gemacht,
Nimmt er, uneingedenk der Pflicht,
Den Apfel, den sie eben bricht.
Aus ihrer Hand – dankt und beisst an,
Wie Moses uns hat kund getan.
Doch kaum dass er von dannen geht,
Findt er schon alles umgedreht:
Der Himmel scheint ihm schwarz gewölbt,
Sein schönes Weib scheint ihm vergelbt,
Erschlafft ihr junger Busen – und
Zu weit und gross ihr Rosenmund.
Der Löwe brüllt mit Ungestüm
Ihm nach, kein Hase läuft vor ihm,
Die ganze Schöpfung lacht ihn aus,
Vom Elephanten bis zur Maus.
Und mutlos, nackenb, rot vor Scham,
Die wie ein Frost sie übernahm,
Erborgen sie – unüberlegt,
Von einem Baum, der Feigen trägt,
Sich Blätter, und bedecken sich
Zur Hälfte kaum, gar kümmerlich.
Und Gott der Schöpfer ruft ihm zu:
Was tust du Adam, wo bist du?
Er horcht und kratzt sich hinterm Ohr,
Schleicht stumm mit seiner Frau hervor,
Die, ungewiss ob Gott auch sah,
Was sie getan und ihr geschah,
Mit aller Last der ersten Scham
Vor's geistliche Gerichte kam.
In seinen Blicken Zorn und Spott,
O, ihr Gefallenen! rief Gott,
Warum erscheint ihr so verblüfft?
Was – Adam! Hast du angestift?
Benahm ein Apfel aus der Hand
Des Weibes dir schon den Verstand,
Wie wirst du wissen, was du tust,
Wenn du an ihrem Busen ruhst,
Geschmeichelt und berauscht durch sie
Von Lieb' und Wein und Harmonie?
Und dir, Frau Eva – noch so jung!
Dir war E i n Mann noch nicht genug?
Selbst hier, wo es nur Einen gibt,
Und der dich wie ein Riese liebt?
Wie sollen denn, stellt einst der Lauf
Der Zeit und Welt mehr Männer auf.
Sich deine armen Töchter bloss
An Einen halten – halb so gross,
In keinem Stücke halb so rar
Und neu, als es dir Adam war?
Was stehst du da und blickst mir grob
In das Gesicht, und tust, als ob
Für Weiberherzen einerlei
Ein Mann und eine Schlange sei?
Gehorsam merk' ich, Ehr' und Pflicht
Ist euer beiden Sache nicht.
Gut! Eure Strafe steht bereit,
Und breite sich in Ewigkeit
Von Eh zu Eh, von Haus zu Haus,
Auf eure Söhn' und Töchter aus.
Merkt auf! Die Frau soll ewig ein
Abhängiges Geschöpfe sein,
Von allen Wirbeln der natur,
Vom Mond – vom Mann – von seiner Uhr,
Von seiner Laun', es wäre dann
Sie launiger als selbst ihr Mann.
Das Feigenblatt, das wie du meinst,
So schön dir lässt, weck' auf dereinst
Den Drang, der deine Töchter toll
Auf neue Moden machen soll!
Selbst unter Muselin und Flor
Tret' Eva's Lüsternheit hervor,
Den Busen zehnfach eingeschnürt,
Gescheh' ihm doch was ihm gebührt,
Und jede bleib' an Seel und Leib,
Was du verstecken willst – ein Weib!
Und nun zum Mann! der sich das Haupt
Des Weibes und der Erde glaubt,
Wenn schon die Mücke, die ihn sticht,
Dem plumpen Irrtum widerspricht,
Der, wenn er Korn und Weizen sät,
Nur Stroh dafür und Disteln mäht,
Und immer, zehne gegen Eins!
Nur Essig ziehet statt des Weins.
So lang' er kann, dünk' er sich frei,
Und Herr, selbst in der Sklaverei,
Und mach' in seinem Dünkel sich
Vor Erd' und Himmel lächerlich!
Doch seine Hölle geh' erst an,
Wenn eine Frau und ihr Organ,
Ihr Trauungs- und ihr Wochenstaat
Sich seiner stillen Wirtschaft naht:
Wenn sie schon in der ersten Nacht
Ihm seine herrschaft streitig