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, reizt allgemach den Zorn des Pabsts, man sagt, der tapfre Graf Simen von Montfort rüste sich mit mehreren Tausenden, einen7 Einfall in die durchächtete Grafschaft zu tun; dies ist gerade so ein Gegner für mich. Der Graf von Toulouse wird Alf von Dülmens Schwerd brauchen können, und ihm denn, wenn er sich ihm als Graf Adolf von *** zu erkennen gibt, seine Schwester nicht versagen.

Siehe, Otto, dies sind meine Plane und meine Hoffnungen, sie haben mich aus der Tiefe der Verzweiflung herausgerissen, ein Unglück für mich ist es, dass diese Dinge Zeit brauchen. Verlass dich darauf, ich komme nach hof, um die grosse Crise abzuwarten; meine Schwester, Alverde bleibt hier in der Verborgenheit ihres Klosters, und wacht für alles.

Alverde an den Pfalzgrafen

Otto von Wittelsbach.

1207.

Ich habe den Brief gelesen, den euch mein Bruder schreibt, um Gotteswillen begünstiget alle seine weitaussehenden Hoffnungen, sie sind das einzige Mittel, seinen Rückfall in jenen fürchterlichen Zustand zu verhüten, dem er kaum entgangen ist. Was mich anbelangt, ich hoffe wenig und fürchte viel, aber ich verschliesse meine heimliche Angst in meinen Busen. Die Hauptsache ist jetzt, meinen Bruder von Pamiers zu entfernen; seine Gegenwart hier taugt zu nichts, als ihn in neue Gefahren zu stürzen, und die Lage der Gräfin von Toulouse noch bedenklicher zu machen. Die Grossmut, mit welcher sich diese edle Seele für den verwendete, den sie nie anders kannte, als Alf von Dülmen, und für den sie nichts weiter fühlt als Mitleid, da ihr seine leidenschaft für sie ganz unbekannt ist, diese Grossmut, dieses dringende Bitten um seine Befreiung, als er gefangen war, ihr Kummer über den Abschlag, ihre Betrübniss über seinen vermeinten Tod, ihre Freude, als sie von ungefähr erfuhr er sei frei, werden ihr hier ganz falsch ausgelegt, und es ist nichts besser, als dass Alf von Dülmen gänzlich verschwinde, um ihr Ruhe zu schaffen.

Wie ihr seine Befreiung bewürkt, wie ihr den Bischof von Kastilien genötigt habt, ihn herauszugeben, das ist Gott bekannt, mir ziemt es nicht darnach zu fragen, es scheint, euch und den eurigen ist alles möglich, und ihr könntet wohl dem Tod und die Hölle zwingen, ihre Gefangenen wieder heraus zu geben. Möchte sich doch eure Macht auch auf die unglückliche Alix erstrecken! aber es scheint, man muss in euren Bund gehören, um eure hülfe vollkommen zu geniessen, und der schwächere und am meisten hülfsbedürftige teil des menschlichen Geschlechts, wird sich also immer eurer Macht am wenigsten zu getrösten haben.

Lebt wohl, edler Pfalzgraf. Die Warnungen, wegen eurer Verlobten, der Prinzessin

Elise, schlagt nicht in den Wind, sie haben ihre guten Gründe.

Der Unbekannte an Peter von Kalatin.

1207.

Gott weiss, welche Hand über den sogenannten Alf von Dülmen waltet. Zweien Schlingen ist er entgangen, in welchen wir ihn gewiss zu haben glaubten. Die Ausschweifungen, welche er aus Liebe gegen die Gräfin von Toulouse recht erwünscht beging, brachten ihn in die Gewalt des Bischofs von Kastilien. Aber ein Wink unsers leider allgemeinen Oberhaupts, des Herzogs von Sachsen, dem seine Gefangenschaft, ich weiss nicht wie verkundschaftet worden war, und ich musste alles anwenden, ihn zu befreien.

Hier genötigt, meinem Feinde die Fesseln zu lösen, dachte ich ihn auf einer andern Seite desto gewisser zu fällen. Er war nicht sobald frei, als ich sorge trug, dass die euch bewussten Klagen wider ihn in unserm heimlichen Gericht angebracht wurden, aber er verteidigte sich so bündig, dass alle Schuld sich von ihm hinweg und auf einen andern, auf euch lenkte; die Mittel, die ihr sehr klüglich gebraucht hattet, euch auf diesen Fall sicher zu stellen, schlugen nicht fehl, ihr wurdet schuldlos erklärt, aber er war es nicht weniger, und was ich noch zu seinem Nachteil hätte tun können, war unmöglich, wenn ich mich nicht in Gefahr setzen wollte, dass er auftrat und alles entdeckte, was ihm einst von meiner erzwungenen Vertraulichkeit gegen den Grafen von Segni merken liess.

O Kalatin, wohl hattet ihr ursache, mir diese Unvorsichtigkeit zu verweisen! ohne sie wär jetzt unser Feind aufs wenigste seiner Stelle im heimlichen Gericht entsetzt, ich an seinem Uebermut gerochen, und mein Bruder, der Erzbischof von Bremen, wieder im Besitz der geraubten land, und Alverde euer. – Ich würde ganz ohne Trost über die Fehlschlagung meiner Wünsche sein, wenn sich nicht Hoffnung, ihn zu fällen, mir noch von andern Seiten öffnete.

Einige der Bischöfe, welche bereits zu viel von unsern Geheimnissen wissen, drangen darauf, dass die schreckliche Anklage wider Kaiser Philippen, die vorgebliche Vergiftung Erzbischof Konrads von Kölln vor den Richterstuhl gebracht werden sollte. Ich musste einwilligen, der Graf von Segni hat mich in seinen Banden. Noch hoffte ich, die Sache sollte sich selbst zerstören, weil ich sie ganz für unerweislich hielt, leider war sie es nicht; doch was könnten Bischöfe nicht beweisen!

Kaiser Philipp sei schuldig oder nicht, so machte die Sache auf die Versammlung einen erstaunenswürdigen Eindruck, und den tiefsten auf den sogenannten Alf von Dülmen, welcher, nachdem er von vorgedachter Anklage gerechtfertigt war, nun wieder seinen Sitz in der Versammlung eingenommen hatte. Der Stab ward gebrochen, das los über die Bluträcher geworfen, es traf, wie ihr denken könnt, den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, und Alf von Dülmen