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dem, der seine Tage so hinlebt; er allein hat gewonnen, denn das übrige ist in der Macht dessen, der den Menschen so prüfen wollte und ihm die Kraft, die Prüfung zu bestehen, mitgeteilt hat. Dies erkennt der wahre Weise und erwartet in Unterwerfung sein Los. Ich hatte eine gute Absicht bei diesem Buch; doch der Mann, der ein Buch schreibt, ist mit dem, der ein Kind zeugt, in gleichem Fall, keiner weiss, welche Frucht seine Pflanze tragen wird, und das Sprüchwort hat recht: Der Wurf aus der Hand ist des Teufels. übrigens wünsche ich den deutschen Autoren billige Verleger, den Verlegern guten Abgang, dem Publikum mehr Geld und Geduld. (Geschmack würde zu oft den Handel verderben.) Der gesamten Klerisei weniger Toleranz und Wissenschaften. Insbesondere wünsche ich einigen Herren der protestantischen Klerisei, dass es ihnen vorzüglich zu ihrem Besten gelingen möchte, das Lutertum und den Kalvinismus unter das viel sinnlichere Papsttum zu begraben. Nur dadurch werden sie den wankenden Säulen dieses der Klerisei so nützlichen Gebäudes wiederum neue Tragkraft verschaffen, und natürlich müssen sie selbst bald ganz andere Männer im staat werden. Auch lässt sich mit Gewissheit hoffen, dass der Hauptbeförderer dieses frommen Unternehmens, der Phantast aus ***, der erste Heilige in dem neuen römischen Kalender werden muss. Kann wohl der zertretne Pius der Sechste weniger für ihn tun als seine weisen Vorfahren für den grossen Loyola getan haben? Seine Schüler und Schülerinnen, die schon lange den heiligen Schein wie elektrische Funken aus seinem erhitzten Gehirne strahlen sehen, werden gern die Kosten dazu hergeben, damit der Teufel bei dem Prozesse zum Schweigen gebracht werde. Dass aber dieses erspriessliche Werke baldmöglichst zustande komme, so sehe der feurige Mann aus *** auf und tue das erste nötige Wunder. Er ziehe, gleich einem neuen Moses, eine dicke, schwarze Finsternis, eine verderbende Seuche über die Königsstadt ***, dass ihr feiner, beissender attischer Witz, ihre gesunde, die Schwärmerei zerstörende Vernunft durch ein böotisches Dunkel und pestilenzialische Luft verdickt und getötet werde. Soll es aber ein wahrhaftes Wunder werden, so mache er sich schnell auf, damit ihn das Schicksal, das ihm dorten durch einige schwarze Kakodämonen vorzugreifen droht, nicht um den zu hoffenden Ruhm bringe. Ist ihm dies gelungen, so schlage er an die Gräber der Jesuiten, bewirke ihre Auferstehung und singe dann das Siegeslied über den Menschenverstand. Den Philosophen wünsche ich, dass es ihnen gelingen möge, ihren grössten Gegner, den alles zermalmenden Kant, zu besiegen, damit ihr Kateder für immer und ewig von dem metaphysischen Unsinn erschallen möge. Den Fürsten mehr Strenge und mehr von jener Kunst, die Untertanen systematisch zu schinden und zu plündern. Den deutschen Männern den bittersten Hass gegen Freiheit, die zärtlichste Liebe für Sklaverei, und den deutschen Weibern, dass sie mit eben dem Vergnügen gebären möchten als sie, wie man sagt, empfangen. glückliche, herrliche Zeit! so wird es dann unsern erhabenen Fürsten, gnädigen Erzbischöfen, gefürsteten Äbten, hochgebornen Reichsgrafen, Baronen, Rittern und frommen Klöstern unsres Vaterlands nie an Werkzeugen zu missbrauchen, an Soldaten zu verhandeln, an Schwämmen auszudrücken und an Untertanen zu schinden mangeln. Dass die Geduld nicht reisse, dafür werden ihre Helfershelfer, ihre Vesire, ihre Klerisei, Räte und die edle Schriftsteller- nebst der Journalistenzunft sorgen. Umsonst rufen einige Treffliche: Erleichtert die Bürden eurer Lasttiere, wenn ihr nicht wollt, dass sie dieselben einst gewaltsam abwerfen und euch darunter begraben. Die gnädigen Herren wissen durch ihre Räte, dass kein Tier der Erde sanftmütiger und tapfrer leidet und trägt als der ehrwürdige Esel und der aufrichtige edle Teutsche!

Fussnoten

1 So die Tradition, welcher man hier allein folgt. 2 Originalität. 3 Ich weiss, dass ich hier Gefahr laufe, beschuldigt zu werden, den Sinn der ganzen Rede des Doktors aus einigen deutschen Journalen abgeschrieben zu haben. Man tut mir aber sehr unrecht; die Züge passen nur auf das funfzehente Jahrhundert, in welchem dieses Drama spielt. Weiss doch jedermann, dass gegenwärtig von diesem System, das den Doktor noch in der Hölle entzückt, keine Spur in Teutschland zu finden ist. Ich konnte darum dem Publico diese Rede nicht weiter vorentalten, damit man sehe, wie weit wir uns von unsern Vorfahren entfernt haben. Doch dieses werden die berühmten Kapitel über die Privilegien und die Rechte teutscher Nation in unserm vortrefflichen klassischen buch über die teutsche Staatsverfassung noch besser ins Licht setzen. Man vergleiche es nur mit Colins Werk über Engelland, und man wird sehen, dass sich beide Bücher, wenigstens in den Kapiteln über Volksrecht, vollkommen gleichen. 4 Originalität. 5 Das Rataus. 6 Man verliere ja nicht aus den Augen, dass dieses Drama zu Ende des funfzehnten Jahrhunderts spielt und folglich keinen der jetzt Lebenden beleidigen kann und soll. übrigens weiss ich nicht, ob der Teufel den Reichsstädtern und deutschen überhaupt grössre Komplimente machen könnte, als er bin und wieder tut, und es bewiese nur gegen ihre Tugend und ihr Christentum, wenn sie dieselben nicht mehr verdienten oder gar in einem andern Sinne nahmen. 7 Aus dieser Stelle sieht man, dass der Verfasser viele Abenteuer in Teutschland, um sein Buch nicht zu dick zu machen, unterschlagen hat. Vielleicht, dass sie einst erscheinen. 8 Siehe Taxae Cancellariae Apostolicae etc. gedruckt zu Rom und Paris etc. 9 Man glaube ja nicht, dass ich mich hier nach der Weise eines grossen Teils unsrer deutschen Schriftsteller an diesem grossen