auch diese Bilder wahrscheinlich mit den andern schönsten Statuen nach Syrakus, so wie er die Silberplatten samt dem Bronz- und Schmelzwerk herausschlagen liess, womit das Gewölbe oben verziert war.
Die ursprünglichen Kapitäler von Erz nach dem Plinius an den inneren Säulen sind hernach wieder abgenommen worden und mit weissem Marmor gut ergänzt, der dem Giallo antico des Schaftes lieblich lässt. Davon sind noch die Basen und das Gesims, das letztre mit Streifen von Porphyr. Die erhaltnen äussern aber von Granit wie die kolossalischen Säulen selbst gehören unter die schönsten der korintischen Ordnung, die übrig sind, und machen mit den drei freistehenden Säulen auf dem Campo Vaccino und dem Bogen des Titus20 die Muster hierin aller neuern Baukunst. Wo an einem Gebäude keine Säulen sind, fehlt gewiss die edelste, stärkste und schönste Form. Die korintischen haben, wenn die Blätter rein gearbeitet sind, am mehrsten Leben und den grössten Reiz; und die gefugten, welche die Rinde nachahmen, erhöhen noch natur und Leichtigkeit.
Der Plan des Ganzen ist zirkelrund, und der Durchmesser davon entält mit der Dicke der Mauern zweihundertundfunfzig Palme und der Umfang siebenhundertundfünfundachtzig. Die Mauern betragen achtundfunfzig Palme. Die Höhe hat gerade die Breite des Bodens. Der Bogen innen von der aussen in der besten Proportion viereckten Tür den fünften teil dieses Masses; und der Bogen gegenüber, jetzt vom Hauptaltar, ist etwas grösser, wodurch der Eingang unmerklicher erscheint.
In der Antike trugen ohne Zweifel die Karyatiden, wovon Plinius spricht; jetzt sind an deren Statt kleine platte Säulen ohn einigen Vorsprung mit einem Gesims darüber, worauf die Kuppel ruht. Man glaubt wegen der Arbeit, dass die Veränderung unter den Antoninen und dem Kaiser Pertinax geschah. Es muss ein paradiesischer Zauber an dem Auge des himmels gewesen sein! Nun ist das ehemalige junge blühende Gesicht im reizenden Schmuck gewissermassen zur Matrone im Trauerschleier geworden; doch dauert die erhabne Form noch und hält die Moden und Sitten aller zeiten aus, wie wahre Schönheit.
Es ist wohl klar und augenscheinlich, dass die Rotunda anfangs einen teil der Bäder des Agrippa ausmachte, gleichsam die strahlende Stirn derselben; noch sind die Ruinen davon angemauert und erstrekken sich weit dahinter. Die prächtige Vorhalle wurde hernach hinzugefügt und das Innre ausgeschmückt; und der Tempel gehörte alsdenn mit dem des Jupiter Maximus auf dem Kapitol und dem des Friedens unter die ersten Wundergebäude Roms. Agrippa wurde in einem Triumphwagen auf den Giebel an dem Portikus gestellt, aus Erz gearbeitet, mit den zwei Löwen von Granit zu beiden Seiten und der porphyrnen Urne mit seiner Asche dazwischen, die jetzt noch unten vor der Halle stehen. Er schenkte seine Bäder und Gärten dem volk mit Einkünften zur Unterhaltung.
Der sogenannte Tempel der Minerva Medica, eine der pittoreskesten Ruinen bei der Porta maggiore, war eben ein solcher Anfang von Bädern: und noch ebenso jetzt, die Kirche des heiligen Bernhard von den Bädern Diokletians. Sie kommen in der Hauptform mit der Rotunda völlig überein. Bei der überschwenglichen Pracht durften die Götter nicht vergessen werden, und man errichtete ihnen gleichsam diese Wachtäuser voran als Beschützern. Das Panteon war dem rächerischen Jupiter, der Ceres und allen Göttern gewidmet.
Ihre breiten Gewölbe in weiten Bogen leuchten gleich beim Eintritt Erhabenheit in die Seele, die die unermessliche Peterskirche dagegen mit ihrem schmalen und engen des mittlern schiffes nie erregen wird, der eher einen Sarg als einen Bogen vom freien schönen gestirnten Himmel Gottes nachahmt; weswegen die Leute sich verwundern, dass sie nicht erstaunen.
Die Römer liebkosten den Sinn des Gefühls mit Baden wie wir ungefähr unsre Nasen mit Düften und unsre Zungen mit Brühen und Weinen. Sie fingen vom Heissen an und gingen alsdenn alle Grade der Wärme durch, teils im wasser, teils in lauer Luft, bis zum Kalten: Wollust, die alle verschiedne Wärme der Existenz nachahmt, vom heissesten Herzensgetümmel der hohen Leidenschaften bis zur frischen Besonnenheit; alle Grade des physischen Gefühls, ohne das Seelenleben, das Geistige, welches sie sich doch in gewisser Rücksicht auch vorphantasieren konnten, indem ihre weiblichen Schönheiten sich unter den Kaisern, wenigstens zuverlässig vom Domitian an, öffentlich nackend mit den Männern badeten. Sie ahndeten etwas vom Paradiese und dem stand der Unschuld, ohne die Bücher Mosis gelesen zu haben. Und überdies hatten sie gleich daneben ihre Fechterspiele und Ringplätze.
Die Termen in Italien entstanden aus den Gymnasien der Griechen; nur waren bei diesen die Leibesübungen das Vornehmste und bei den Römern das Baden. Darnach mussten sich die Architekten in der Anlage der Gebäude richten.
Die Bäder waren eigentlich der Hauptgenuss, den die stolzen Enkel des Romulus und seiner Räuberbande von den Siegen ihrer Vorfahren über die Welt hatten, und die Gebäude dazu das Höchste der Architektur, was wir mit den ägyptischen Labyrinten und einigen Tempeln der Griechen in der geschichte der Menschheit kennen. Es war da alles, was das Leben freut und angenehm macht, beisammen. Wir können uns, ungeachtet der ungeheuern Ruinen, wenig davon vorstellen, weil uns diese Gattung Genuss ganz entrückt ist. Wenn wir ein halbes Säkulum alter Römer und Römerinnen der ersten Jahrhunderte erwecken könnten, so würden sie sich aus Ekel, Langerweile und Verzweiflung über das heutige Elend binnen wenig Tagen aufhenken.
Das Dachgewölbe der Rotunda, mit starkem Blei gedeckt, ist, wie schon gesagt, äusserst flach gehalten; man steigt zur weiten Öffnung auf wenig grossen Stufen, rundum aber laufen an die vierzig kleinere im Kreise. Wenn man hineinschaut, kommt das Innre einem vor wie ein runder hoher Turm.
Als ich oben stand,