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der unangenehmen wirkung, die dies neugierige Angaffen zuerst auf ihn tat, indem er sich in Ansehung dieser Menschen, die ihn nicht kannten, seine Existenz hinwegdachteer war für diese Menschen gleichsam totdarum schloss er auch den Aufsatz, welchen er auf dem Hügel an der Landstrasse in sein Taschenbuch schrieb, mit den Worten:

Was kümmert mich der Leute Tun,

Wenn ich im grab bin?

Und nun setzte er seinen Stab weiter fort, kam am Abend in der Dämmerung vor dem dorf, wo seine Eltern wohnten, dicht vorbei, erkundigte sich nach dem nächsten dorf, das auf dem Wege nach Bremen zu lag, und da es nur noch eine Viertelmeile weit war, so ging er bis dahin und übernachtete in diesem dorf. – Den andern Tag wanderte er denn über die öde dürre Heide fort und erfragte sich den Weg von einem dorf zum andernkonnte aber Bremen nicht erreichensondern musste noch einmal in einem dorf, welches das letzte von Bremen war, übernachtenund den dritten Tag erreichte er denn seinen sehnlichsten Wunscher erblickte die Türme von Bremensah nun das wirklich vor sich, womit seine Phantasie sich schon so lange beschäftigt hatte. – Er hatte ausser Hannover und Braunschweig noch keine beträchtliche Stadt gesehenund Bremen war ihm schon durch den Klang des Namens so merkwürdig gewordenseine Phantasie hatte der Stadt ein graues schwärzliches Ansehen gegebener war nun äusserst begierig, die Stadt inwendig zu betrachtenund wagte es, ohne Pass ins Tor zu gehen, indem er sich auf Befragen, wer er wäre, für einen Einwohner der Stadt, und da man noch genauer fragte, für einen von den Leuten des Prinzipals von dem Kaufmannsdiener ausgab, an den er einen Brief abzugeben hatte, worauf man ihn denn passieren liess. –

Sobald er nun in der Stadt war, durchwanderte er erst ein paarmal die Strassen, und dann war sein erstes, dass er sich erkundigte, ob nicht etwa einer von den grossen Kähnen, die auf der Weser lagen, nach der Mündung schiffen würde, wo noch zu Bremerlehe die hessischen Truppen lagen, die nach Amerika bestimmt waren und damals gerade absegeln sollten. –

Es fügte sich, dass gerade einer von den Kähnen abging, und Reiser begab sich nun zum ersten Male in seinem Leben zu Schiffeund fuhr noch an demselben Tage bis sechs Meilen jenseit Bremen, wo angelegt und in einem dorf übernachtet wurde. –

Diese Schiffahrt, ob es gleich stürmisches und regnigtes Wetter war, machte Reisern unendliches Vergnügen, indem er mit seiner Landkarte in der Hand auf dem Verdeck stand und die Örter an beiden Ufern, deren Namen er nun wusste, die Musterung vor sich vorbeipassieren liesser ass und trank mit den Schiffern und kehrte am Abend mit ihnen in die Herberge ein. –

Von da wollte er den andern Morgen mit einem andern Schiffe weiter bis an die Seeküste fahren, er sah schon in Gedanken die ungeheuren Wasserfluten vor sich, und seine Einbildungskraft war gerade bis auf den höchsten Grad gespannt, da ihm plötzlich eine Sache einfiel, die er die ganze Reise über noch nicht reiflich erwogen hatte, ob nämlich auch seine Börse zureichen würdeund wie erschrak er, da er sich von dem Schiffer seine Rechnung machen liess und, nachdem er sie bezahlt hatte, nur noch wenige Groschen übrig behielt. –

Er getraute sich nun den Abend nicht zu essen, sondern gab Kopfweh vor und liess sich sogleich sein Bette zeigenhier machte er fast die halbe Nacht Entwürfe, wie er nun mit Ehren aus diesem Gastofe kommen sollte, wenn etwa seine Zeche mehr betrüge als die wenigen Groschen, die er noch übrig hatte. –

Da er sich nun am andern Morgen erkundigte, wieviel er bezahlen müsse, so langten zufälligerweise die wenigen Groschen, die er noch hatte, gerade zu, aber er behielt auch nicht einen heller übrig und befand sich nun achtzehn Meilen von Hannover, zwölf Meilen von dem Ort, wo seine Eltern wohnten, und sechs Meilen von Bremen. – Er gab vor, dass er nun nicht nach der Seeküste mitfahren könne, weil er überlegt habe, dass es ihn doch zu lange aufhalten würde, und so wanderte er nun, froh, dass er noch so mit Ehren davongekommen war, aus seiner nächtlichen Herberge den geraden Weg wieder auf Bremen zu. –

Sein Brief an den Kaufmannsdiener in Bremen war nun noch seine einzige Hoffnungohne diesen war er, zwölf Meilen weit bis zu dem Wohnorte seiner Eltern, von aller Welt verlassen. –

Er war noch nüchtern, wie er seine Reise antrat, und musste sich nun darauf gefasst machen, den ganzen Tag so zu bleiben. – Der Weg, welcher anfangs längst dem Ufer der Weser hinging, war sandigt und ermüdenddemohngeachtet aber ging er gutes Muts fort, bis er gegen Mittag kam und die Sonnenhitze brennend wurde. –

Hunger, Durst und Müdigkeit überfielen ihn zugleich mit dem Gedanken, dass er hier auf dem öden feld fremd, ohne Geld und gleichsam von aller Welt verlassen warer suchte sich einige Brotkrumen aus der tasche zusammenund fand bei dieser gelegenheit noch zwei sogenannte Bremergroten, wovon jeder ungefähr vier Pfennige beträgt. –

Dies war ihm unter allen Umständen so lieb, als hätte er einen Schatz gefunden; er raffte alle seine übrigen Kräfte zusammen, um bald nach dem nächsten dorf zu kommen, wo er sich für den einen Groschen ein wenig Bier