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sehr richtig, Schöner Geist, bel esprit, ist eine Eigenschaft des Kopfes, das Vermögen, den Gedanken eine angenehme, gefallende Wendung und einen einnehmenden Ausdruck zu geben – l'art de faire parôitre les choses plus ingenieuses qu'elles ne sont – l'art de donner à une pensèe commune un tour sententieux, wie ihn Maupertuis ein wenig einseitig beschreibt. Wie sehr dieser schöne Geist bei uns herrscht, überlasse ich den Lesern selbst zu bestimmen: er ist in diesem Sinne gar nicht die herrschende Eigenschaft des deutschen Kopfs. Das Publikum ist so gefällig und nennt jeden leeren Kopf, der Reime liest und macht, einen schönen Geist: dadurch ist der Name verächtlich geworden, während dass wir gern ein wenig mehr von der Sache haben möchten. So geht es uns mit den Wörtern Genie und Witz; und wenn einmal der Verstand bei uns Mode wird, dann sagt man vermutlich auch: da gehen zwei verstandwie man jetzt sagt: da gehen ein paar schöne Geister. 12 'Academic dull ale-drinkers P Pronounce all men of wit freetinkers', sagt Swift. 13 Zehlendorf. 14 Beeliz. 15 Mit fräulein Hedwigs Erlaubnis! das ist eine Unwahrheit. Es waren allerdings viele und künstliche Überredungen nötig, um ihre Reisegefährtin zu dieser misslichen Partie zu bewegen: aber so erzählt man, wenn man sich der Wahrheit schämt. 16 Sie wusste nichts von seiner Liebe zu ihr und seiner Absicht, sie zu heiraten, deren Vereitelung ihn so gewaltig wider Vignali aufbrachte, wie man im eilften Teile erfahren wird. 17 ein gemeines Kartenspiel. 18 Vermutlich ist das Wort von 'baculus' abgeleitet. 19 in seinen Briefen an ihn nach Dresden und Berlin. 20 Madam Dormer wischt hier sehr fein über die Ursache hinweg, warum der Herr von Troppau so aufgebracht war, dass sie Ulrikens Flucht aus Berlin bewerkstelligt hatte. Er merkte schon lange vorher, dass sie seine Vermählung mit der Baronesse nicht nur ungern sah, sondern, unter dem Schein, sie zu befördern, zu hintertreiben suchte. Seine betrogne Liebe machte ihn also wütend und bitter gegen Vignali, die so trotzig war, dass sie ihm nicht einmal auf sein Verlangen den Ort sagte, wohin sich Ulrike gewandt hatte. Er gab sich hernach noch viele Mühe, ihn auszukundschaften: allein da alles vergebens war, vermählte er sich ein Jahr darauf mit einem andern fräulein und führte, soviel man weiss, eine vergnügte Ehe. Er sagte der Madam Dormer bei dem Zanke, dessen sie in ihrer Erzählung erwähnt, geradezu ins Gesicht, dass er argwohne, sie habe Ulriken belogen und Schrecken oder Furcht angewandt, um sie aus Berlin zu bringen. "Sie glauben", sagte er, "dass ich Sie nicht mehr lieben werde, wenn ich vermählt bin: meine Liebe hätte so bald nicht aufgehört, aber Ihr falsches, hinterlistiges Verfahren, Ihre schändliche Verstellung hat sie ausgelöscht. Ich liebe Sie nicht mehr." 21 die Jägerhütte wahrscheinlicherweise. 22 Dies soll vermutlich auf den herrnhutischen Aus