im Bauer mit der Erbschaft, auf. Diess war sein rechtes Leibstück, und er beschloss, selbst den Jürgen zu machen. Alles ging auch recht gut, bis man an die zwote Scene kam, wo Jürgen seine Frau unterrichten will, wie sie sich nun, da sie vornehme Leute geworden, aufzuführen habe. Hier will Jürgen seine Liese in der Galanterie unterweisen, setzt den Fall, er wäre nicht ihr Mann, sondern ihr Liebhaber, und fragt, wie sie sich bei einer Liebeserklärung nehmen würde? sagt ihr nach seiner Art Douceurs, fällt auf die Knie, und fragt: wat wullt du woll darop seggen?
Lise. Wat ick darop seggen will? Jürren? Ih! wiss un warhaftig, jüh! erst stöt ick die vör de Pauss.
Sie begleitete diese Worte mit einer so heftigen Aktion, dass Seine Hochwohlgebohrne Gnaden beinahe rücklings übergeschlagen wären. Als er wieder zu Atem kam, und die ersten Schmerzen überwunden waren, da hätte man die Wut des Edelmanns sehen sollen, die durch das laute Gelächter der Dame noch vermehret wurde. Sie unter den Arm gleich einem Bündelchen nehmen, zum Viehhause hinaus fliegen, und die Frau Schlosspoetinn kopflangs in die Pferdeschwemme stürzen, das war geschehen, ehe man eine Prise Toback nimmt. Man hatte Mühe, sie zu retten, denn der tobende Junker wollte sie durchaus ersäufet wissen. Und als man sie dennoch heraus zog, bestand er lange darauf, sie sollte lebenslang im Hundeloche sitzen, und den niedlichen Justitiarius wollte er schlechterdings mit Schimpf und Schande aus dem schloss karbatschen lassen. Die vereinigten Fürbitten des gesammten Hofes, selbst die dringenden Vorstellungen des Herrn Premierministers wären beinahe zu schwach gewesen, diese strenge Sentenz zu mildern. Der Staatsminister und Generalintendant über die Taschendruckerei Herr Peter Fix, hatte noch den gesunden Einfall, Seiner Gnaden vorzustellen, es würde ein grosses aufsehen in der Welt machen, wenn in allen Avisen stände, Seine Gnaden hätten einen solchen Vorfall selbst und in der ersten Hitze entschieden, ohne Ihr geheimes Kunseihl zu Rate zu ziehen.
Das machte Eindruck. Die Sache ward dem Konseil übertragen, und dahin entschieden, dass die Frau Schlosspoetinn in einem Kleide von Sackleinwand mit fliegenden Haaren, barhaupt und barfuss, im grossen Konseil erscheinen, beim Eintritt, mitten im Saal, und drei Schritt vom Sitze Seiner Gnaden, also in allen dreimal auf ihre ruchlosen Knie fallen, das letzte mal liegen bleiben, und in Ausdrücken, die das Konseihl vorher schriftlich eingereicht haben wollte, ihr Verbrechen bekennen, die Gnade Seiner Hochwohlgebohrnen anflehen ...
"Halt da! Blix noch mal, Halt da! rief der Junker, als man ihm den Schluss des Konseils bis hieher vorlas. Streicht das all man aus. Soll mir nicht vors Gesicht kommen, das Tier! Soll mir aus'm haus! und damit aus."
Dabei blieb es denn. Der poetische Staatsminister verlohr Tisch und wohnung auf dem schloss, und musste sein Quartier im dorf suchen. Doch durfte er seine Stelle als Chef von der Leibgarde nicht niederlegen. über diesen Zufall wurden die teatralischen Repräsentationen eingestellet.
Vier und zwanzigstes Kapitel.
In welchem der Leser nach Belieben Abschied von
Seiner Gnaden nehmen kann.
"Hör er mal, Manister Fix Aviseninspekter, druck er mir mal 'n Dingschen, wo in steht, dass ich alle Tage um 4 Uhr Nachmittags an jedermann öffentlich Audienz geben will. Kann sichs von dem Manister Lektoris man aufschreiben lassen."
Zu dienen Ihr Hochadlichen Gnaden.
"Hör er mal, und lass er das an alle meine Untertanen austeilen. Sollen man alle zu mir kommen, wer was zu klagen oder zu bitten hat."
Ja Ihr Gnaden.
darin ahmte der Junker dem Pabste nach, von dem ihm aus der Zeitung vorgelesen war, dass er um 4 Uhr jedermann vor sich liesse. Ihm dünkte diess sehr gut für sein Land und Leute. Als ihm der Zettel gebracht und vorgelesen wurde, der sich mit den Worten anfieng: Seine Hochwohlgebornen Gnaden u.s.w. rief er: "Halt da! streicht das man aus, und setzt Exlens für hin. Das ist kürzer, und da ich in das Minnastückschen doch Graf war, kann das man mein Titel bleiben. Nicht wahr, Manister Ordinari, brauche mir da keinen Schrupel über zu machen?"
Ganz und gar nicht, Eu'r Excellenz.
Hier könnten wir für diesesmal unsre Nachrichten von dem ehrlichen Edelmanne im Pommerlande beschliessen, und was mehr von ihm zu sagen ist, (das denn ein wenig mehr ins Grosse läuft, da Seine Excellenz bei aller Ihrer Grossmut und – Grillen bei weiten ihre Einkünfte nicht verzehrten, und, da der Ueberschuss sich sehr gehäufet hatte, denselben zum Ankauf mehrerer Güter verwendeten;) auf ein andres Büchlein versparen: aber der Orden, den er stiftete, scheint uns so merkwürdig, dass wir ihn nicht wollen verlohren gehen lassen, wenn wir ja vor Vollendung des andern Büchleins aus dieser Welt scheiden müssten; denn mit einem ältlichen und schwächlichen Autor ist es, wie mit jedem Menschen, oftmals bald getan.
Wir machen hier zwar einen Sprung bis in die letzten Tage Seiner Excellenz, aber das ziehen wir uns dermalen gar nicht zu Gewissen, da wir in diesem unsern ersten Siegfriedbuche uns überall an die Chronologie nicht sehr gefesselt haben.
Der Edelmann hörte demnach kurz vor seinem Ende, da er schon so alt war, dass er mit dem kopf wackelte, dass ein doppelter Orden