, ging van Guden zu ihr, und fand sie auf ihren Knien betend: Liebe Mutter, segnen Sie mich und meinen Itten. O wie glücklich bin ich, und, o mein Gott: ich will gut sein mein ganzes Leben; sagte sie mit gefaltenen Händen. Van Guden hob sie aus, und sagte ihr, Frau Grafe hätte an keine andre Frau gedacht als an sie, und spreche nun wirklich mit Ittens Eltern darüber, welche den Abend mit uns bei ihr speisen würden. Der junge Mann wurde kurz darauf gerufen, und Frau Guden führte ihn selbst zur Meta, indem sie ihm sagte: Meine liebe Tochter und ich haben Ihr Heft gelesen. Meine Meta liebt Sie, und ich segne Euch beide. Mit diesem schloss sie die hände der zwei jungen Leute in ihre, küsste beide, und kam zu mir. Bald darauf kam Itten, kniete nur einen Augenblick, und dankte van Guden und mir, eilte zu seinen älteren, um mit diesen zu sprechen, und Abends war Meta als seine Braut erklärt, die Frau Guden als ihre Tochter ausstattet.
Um 10 Uhr Abends.
Mariane! ich bin nicht wohl, vielleicht – doch ich habe noch einen schönen Abend gelebt, ich sah das Glück und die Freude guter Menschen, sah Hr. von Pindorfs Entzücken für seine Kinder und seine Freundin, denn er kam noch unvermutet.
Mariane! ich bin Mutter, habe meinen Sohn in meinen Armen. Welch ein unaussprechliches Gefühl! ich lebe! O bete um Gesundheit und Tugend für mein Kind und mich.
Fussnoten
1 Sternheim, 1. teil, S. 2 von Baur.