christliche Familie kommst; Ich wollte, dass das Versprechen im Zimmer bei den Spinnrädern sein sollte, weil mich die sehr freuten; aber, diese stube ist noch besser. Hier legte sie Linkens und Hannchens hände zusammen. Der allmächtige Gott segne euch herzlich, sagte sie, liebt euch bis die Auferstehung euer Trost sein wird, (auf das Gemählde zeigend) und versprecht mir, für mich zu sorgen, wenn ich auf dem Krankenbette sein werde.
Diese Anrede und die Wendung, welche alles dadurch bekam, brachte allen Tränen in die Augen. Hannchen weinte am meisten, und küsste ihr die hände, und die wunderliche Frau fand diess auch neumodisch, so wie sie die zinnerne Waschbecken der guten Ittenschen Mädchen auch gefunden hatte und sich die Wasserkugel lobte, die sie in der Mutter Schlafzimmer, und in der Wohnstube angetroffen, über welche das Handtuch herunter hängt, und das Waschwasser aus dem kleinen Krahn in eine zinnerne Muschel läuft. Linke hatte Hannchen bei der Erinnerung des Neumodischen die Hand gedrückt. Sie verstunds und sagte lächelnd: Aber, liebe Grossmama! wie soll ich ihnen dann meine Verehrung und meine Liebe zeigen? durch das Händeküssen geht das am besten und behendesten. Drücke sie meine Hand und gebe sie mir einen freundlichen Namen dabei: aber das soll unser grösster Streit gewesen sein, setzte sie hinzu, und suchte nun die Schlüssel zu ihrer Brieftasche in ihren Schubsäcken, öfnete sie, setzte die Brillen auf, und nahm eine Verschreibung von vier tausend Talern, die sie Linken zu einer Aussteuer schenkte. Auch zeigte sie, die andre, damit Itten und seine Frau sehen möchten, dass ihrer Tochter wohl sein würde. Nachdem verschloss sie die tasche mit den Papieren wieder, und ermahnte Linken, die Verschreibung immer in dem Papiere eingewickelt zu lassen, worinn er sie bekam, denn sein Grossvater hätte aussen darauf geschrieben, wenn er das Geld angelegt, und sie auch den Tag, da sie es geerbt; sie zeigte dabei alle Linien der Aufschriften, und zählte die Jahre nach, wo dieses Capital angelegt worden, und wie sie und ihr Mann das Geld zusammen gespart hätten. Nun nahm sie das kleine Kästgen von Ebenholz, zierlich mit Messing beschlagen und nach der Jahrzahl, die oben eingelegt ist, hat es schon ein Alter von hundert und sieben Jahren. Es ist von der Grösse eines kleinen Octavbandes und etwa sechs Finger hoch. Inwendig mit blauen Atlas ausgemacht und in drei Fächer geteilt, die mit feiner Baumwolle stark überdeckt waren. Daraus nahm sie einen Ring von Tafelstein mit schwarzem Schmelz nach alter Art gefasst, und reichte ihn Linken: Da gieb deiner Braut den Ring, und bitte sie ihn nicht zu vertauschen und nicht umzufassen, denn er ist fast zweihundert Jahr in meiner Freundschaft; aber dies Kreuz und diese Ohrringe sind nicht so alt, denn die hab ich von meiner Mutter. Diese gab sie selbst an Hannchen zum ersten Geschenk von ihr, und die geschichte des Rings und des Kästchens dabei. Ein rundes Balsambüchsgen mit alten farbigen Schmelz, in Blumen, inwendig vier Fächer zu viererlei Balsam, stark vergoldet: aber sie hatte es nie gebraucht, so, dass es also noch Funkelneu war; das Kreuz und die Ohrringe waren auch Tafelstein, ziemlich schön, und ein paar Ohrringe von einer einzigen grossen Perle und schwarzen Schmelz, auch in einem silbernen Büchsgen. Das alles zusammen bekam Hannchen. Die letzten Ohrringe musste sie gleich eintun; so wie auch die goldenen Handschnallen, mit den Sammtbändern, die schon seit sieben und zwanzig Jahren darin sind, weil sie solche eben neu anlegte, um auf Christians Taufe Staat zu machen; denn hier fuhr sie fort lächelnd zu Hannchen zu sagen, indem sie das Innere von Hannchens Hand heraus drehte und die Sammtbändchen wies: "Hierauf hat ihr Linke von sieben und zwanzig Jahren gelegen, als ich ihn nach der Kirche aus dem Taufzeug hob." Hannchen sah freundlich auf ihre Armbänder nieder, und wurde von der alten Frau darüber gelobt, die ihr ins Gesicht gukte und sagte: nicht wahr! die alten Bänder sind ihr nun lieber? Die Braut nahm ihr Kästgen unter den Arm. Wo tut sie es hin? fragte die Grosmutter. In meinem Schrank; aber ich zeigte es auch meinen Schwestern. Das wohl! aber nicht verschenken! setzte sie hinzu. Sie ging dann in den Garten. wie im haus in allen Ecken herum, tobte alles und pries immer ihren Enkelsohn glücklich. Hannchen musste dann mit ihr nach haus gehen und Linke bei den Ittens bleiben bis sie wieder kämen. Da wiess sie ihr auch alles in ihrem haus und gab ihr die Schlüssel zu vier Schränken und einer stube gleich in Verwahrung, weil sie wollte, dass sie dort alles so einrichten möge, als in ihrer Mutter haus. Sie zeigte ihr auch zwei Stuben, die Hannchen und Linke noch zu der bekommen sollten, die er schon bewohnte. Sie müsse aber die alte Einrichtung in der neuen stube auch so in Ehren halten, wie ihre Mutter in der Prunkstube getan. Sie schenkte ihr auch einen Schreibtisch, woran die Türen des obern Schranks von Spiegel sind, gab ihr alle ihre Spitzen, und ein Stück feinen Indischen geflickten Mousselin, das sie schon, vor, wer weiss, wie viel Jahren, von einem Freunde ihres seligen Mannes bekommen hatte. Meine Haut, sagte sie, war für das dichte weisse Zeug zu braun; da hob ich's auf. Ihr aber wird