, dass Hannchen seinen Vetter abgewiesen hat, dass ich für Freuden tolles Zeug sprach. Denn gewiss, ich werde Hannchen mit der Hochachtung begegnen, die sie verdient.
Nun erzählte er, warum er in die Stadt gegangen sei: eines teils, weil er wirklich vermutet, Herr Stiegen sei Hannchen werter als er; und auch, um mit seiner Grossmutter über einen Brief zu reden, in welchem er ihr von seinen Absichten auf Hannchen geschrieben hatte, um ihren Beifall und eine Beisteuer zu erhalten; denn da er anfing, an Hannchens Neigung zu zweifeln, konnte er an seine Grossmutter nicht mehr in dem dringendem Tone schreiben, und wollte daher lieber mündlich mit ihr reden, um alles auf Schrauben zu setzen, die sich wenden lassen, wenn sein Glück sich wendete. Also wäre die doppelte Besorgniss, dass er bei der alten Frau sich zu voreilig ausgelassen, und seine Eifersucht zugleich, die Ursache von seinem finstern und, wie ich gesagt, kalt scheinenden Aussehen gewesen; um so mehr, da seine Grossmutter alles recht wohl genommen, und auch ihm viel Gutes versprochen hätte; doch mit einer Bedingung, die ihn besorgt macht, wenn er auch des lieben Mädchens Neigung ganz für sich hätte. Ich fragte begierig nach dieser Bedingung: dass wir bei ihr wohnen sollen, und sie bei uns in die Kost gehen will. Denn mein Heiratsvortrag kam eben auf einen Tag, wo sie mit ihrer Magd unzufrieden war. Und nach dem Lobe, welche ich Hannchens wirtschaftlichen Kenntnissen gab, rechnete sie auf geschickte Führung ihrer Hausangelegenheiten und Küche: wobei sie auch sicher sein konnte, niemals verlassen zu werden. Es ging, setzte er hinzu, wie bei den Angelegenheiten der grössten Menschen: kleine Nebenideen befördern die Hauptsache. Aber nun hilft mir das alles nichts, wenn Hannchen gegen mich geändert ist, sagte er traurig und trübe gegen mich, die Augen auf den Platz geheftet, wo das liebe Mädchen sonst in meiner stube sass.
Cleberg war unvermerkt von uns fortgegangen, und hatte den jungen Itten aufgesucht, mit dem er von Linkens Absichten auf seine Schwester sprach, und ihn ersuchte, aufrichtig zu sagen, ob sie nicht für jemand anders eingenommen sei; und ob sein Freund sich hoffnung machen könnte, mt achtung in seiner Familie aufgenommen zu werden? Der junge Mann öfnete Clebergen sein Herz und zugleich das Herz seiner Schwester, die gewiss eben so viel Neigung für Herrn Linke, als er für sie habe. Sie habe ihrem Bruder alles entdeckt, und ihn zu ihrem Aufseher angenommen, damit er sie beobachte, ob in ihrem Wesen und Bezeigen nichts ihre stark werdende Zärtlichkeit verrate, damit sie ja in zeiten auf den Pfad der sittsamen Zurückhaltung einlenken möge. So lang sie hofte, war sie stark genug, gleichmütig zu scheinen; aber da sie ihn geändert glaubte, bekam ihr Kummer die Oberhand. Sie konnte ihn nicht überwältigen, und wollte ihn doch auch nicht sehen lassen, deswegen ging sie nach haus, wo sie ruhig weinen konnte. Cleberg erzählte dieses auch mir, und ich schrieb ein Billet an Hannchen, dass mir ihre Abwesenheit unerträglich wäre, und ich sie morgen wieder hohlen würde. Ich ging auch heute Vormittag wit ihrem Bruder, mit welchem Linke gesprochen hatte, in die Stadt, um Hannchen mit mir nach Kahnberg zum Mittagsessen zu nehmen, wohin sie und wir geladen waren. Sie hatten auch im haus eine wahre Freude mich zu sehen; ausgenommen Hannchen und ihre Mutter, über deren gesicht eine Wolke von halbem Weh hing. Das war mir nicht möglich lange anzusehen: ich bat also beide, mit mir in die kleine Laube von Essigtrauben zu gehen, die ich sehr liebe, und deren Blätter nun auch schon die rötliche Farbe annehmen, die ich so gern sehe. Sie folgten, und da die übrigen bemerkt hatten, dass ich diese allein sprechen wollte, so blieben sie zurück. Ich setzte mich zwischen Mutter und Tochter, die auch beide etwas zu erwarten schienen, und, wie ich, halb verlegen waren; endlich nahm ich Hannchen bei der Hand: Ich wünschte, meine Liebe! dass sie bei uns geblieben wären, so hätte der gute Herr Linke seinen Antrag und seine Bitte selbst vorbringen können, die er mir aufgegeben bat. Hier errötete das gute Mädchen, senkte den Kopf und die Mutter legte ihre Hand auf meinem Arm, und fasste mich mit etwas Zittern, aber keine von beiden sprach ein Wort. Ich fuhr fort: Sie müssen, meine liebe Freundin, schon lange bemerkt haben, wie wert und teuer sie unserm Linke sind: er suchte ihre Hochachtung zu verdienen, eh er ihnen etwas von Liebe sagen wollte; und dann wollte er auch nicht von Liebe reden, ohne zugleich im stand zu sein, ihnen seine Hand und eine hinlängliche Versorgung anzubieten. Das kann er nun, meine Liebe, und tut es heute durch mich bei ihnen und ihrer Frau Mutter. Sie schwieg noch, und ich sagte: Sie haben ihm achtung gezeigt; er fürchtet aber, diese vorteilhafte Gesinnung sei durch die Aufwartung des Herrn Stiege in etwas gestört worden. Hier sagte sie schnell: Nein ganz und gar nicht! aber Herr Linke änderte sich! Gewiss nicht, liebes Hannchen! Warum ging er denn fort, als meine Eltern kamen, die er ja gern sehen sollte, wenn er mich liebte. Meine Liebe! sie haben ja gesehen, was Eifersucht für ein böses Gespenst ist, und uns lauter fürchterliche