hinsehend mit halb nachdenkendem, halb vergnügtem Gesicht, als ob er mit einem Dritten redete. Ich klopfte ihn auf die Achsel: Mann Gottes! ihr seid doch nicht gar zu wohl zufrieden, Hirt zu sein!
Manchmal kommts; aber, wenn ich denke, dass vor Gott alles gleich ist, so ist mir alles recht; ich wär' doch nichts, als Bauer oder Schulmeister worden, aber das hätt' mich am meisten gefreut, und de alte Pfarr hatte mich auch abgericht. Gott vergelt ihm noch seine Bücher. Was habt Ihr denn für Bücher von ihm? Predigten, Gebeter und Auslegung vom Catechismus, zwei Bücher von der Viehzucht, vom Futter, Kräutern, Vieharznei; und eins, zu was der Ehrenpreis, die Salbei- die Camillen und Schaafgarben für Menschen gut sind; das hat mir viel geholfen. Dadurch könnt ihr ja der beste Hirt im ganzen Land werden! Seid es gern. Ein ehrlicher und geschickter Mann ziert einen jeden Stand, ihr könnt dem gemeinen Wesen mehr nützen, als ihr glaubt, und ich bin sicher, dass die ganze Gemeinde was auf euch hält! Herr! das ist wahr und ich darf auch zwei eigene Küh halten, Wind und Wetter tut mir nichts; Gott lass es mich zur guten Stunde sagen, ich bin Jahr aus, Jahr ein so gesund und frisch, wie ein Bogel. Es freute mich, eine Bewegung von Stolz in ihm zu sehen, als er mir seine Gesundheit rühmte, und auch das gefiel mir, dass er immer während dem Reden einen kleinen Pfiff durch die Finger tat, worauf der Junge abgericht war, und gleich die Heerde zusammen hielt. Ich erzählte ihm dann, dass ich das Dienen nicht nötig hätte, und warum ich es getan. Das wunderte ihn sehr, und ich musste ihm meine Ursachen recht deutlich sagen. Er rührte mich innig, als er mit seinem hut in der Hand mir sagte: Nun, Herr, wenn sie das Gott und den armen bauern zu Liebe getan haben, so verdienen sie einen schönen Platz im Himmel. Er schwieg etwas und dann fuhr er fort: Jetzt ist es mir recht, dass sie mir zugeredt haben, ich soll ein guter Hirt sein, denn im Anfang dachte ich, der hat gut reden. Aber, so, Herr! das ist viel. Gott vergelts ihnen in ihrer letzten Stunde mit vielem Trost! aber, er aber, er hielt inne und sah mich fragend an. Nun, was aber? was wollt Ihr wissen? Ei Herr! ob es Sie nie gereut hat. Nein, bei Gott! nicht einen Augenblick und ich bin auch um eurer Bekanntschaft willen froh, dass ich diesen Dienst angenommen habe. Lächlend sagte er: Es ist doch wahr, was man sagt, die Freiwilligen dienen am besten, und wagen am meisten. Er musste mir Verschwiegenheit versprechen, und ich erzählte ihm nun, was ich von der Frau im Hirten-Spital gesehen und gehört hatte, und bat ihn um seine Nachrichten von ihr. Herr! das erste, was ich hörte, war, dass im wald von Alt-Grünburg eine Kutsche angegriffen worden, und dass einer von den Spitzbuben am vorletzten Ort mit seiner Frau um einen Platz in der Kutsche gebeten hatte, dass sie des Handels sicherer wären, den hätte man aber erschossen und seiner Frau sitze zu Grünburg. Nun bei dem Protodoll und beim Eid des einen Herrn hat man sie losgesprochen, und sie kam krank ins Hirtenhaus. Die Kindeswehen dauerten viele Tage mit Gicht und Krämpfen bis sie endlich den armen Jungen zur Welt bringen sonnte. Mein Weib und ich, hatten noch mit niemand mehr Mitleiden. So jung, so gut und so eine saubere Frauensperson war sie; der alte Pfarrer stunde gut für sie und ihn. Er hatte sie zusammen gegeben. Aber der Eid und das Protokoll war da, und der Mensch tot. Die andere fort. Sie schrie oft: gottloser, gottloser Bruder! O du armer Wilhelm! Du unschuldiger Märtyrer! u s. w. Aber das hätt' mir nicht viel gegolten, wenn ihr Gebet nicht gewesst wär. Sie betete als Kind mit Vertrauen, nicht mit Furcht als Magd, und das war mir das Zeichen der Wahrheit und Unschuld. Da sorgte ich doppelt für sie. Der Pfarrer seliger starb jähling. sonst wär es ihr noch gut gegangen. Sein Zuspruch und christliche Betrachtungen über den Willen Gottes haben sie getröstet; aber sie zehrt doch aus, sie hat ihrem Schwager wegen dem kind geschrieben, aber er hat keine Antwort gegeben. Ich wett' mein Leben, dass sie und wie sie sagt, ihr Mann unschuldig sind. Es hilft aber oft nichts als im Himmel, mein Vater ist auch unschuldig gewesst, und ist doch ausgepfändt worden, und aufm Stroh gestorben, und ich im zehnten Jahr ein Bettelbub geworden, und war der Beste in der Schul, nun alles in Gottes Namen! Amen-Hier hatte er seinen Hut zwischen seinen gefaltenen Händen, und der redliche Ausdruck seines Gesichts bei den letzten Worten, und seine Bemerkung, dass die Frau als Kind nicht als Magd gebetet, sein gutes Weib, seine zwei Kinder, die Reinlichkeit, die Genügsamkeit und der Fleiss, das Buch in dem er die Kranken aufschrieb, die im Hirtenhause allzeit zwei Nächte bleiben dürfen, und dann mit Frohnfuhren auf das nächste Dorf geliefert werden; seine wahren und einfachen Gedanken über