, mit der Freude ihres erfüllten Wunsches, in ihren Gesichtern war. Ich umarmte Alle, und hiess sie willkommen in meinem haus, und setzte hinzu, ich hoffte sie öfter zu sehen. –
"Wie gütig sind Sie! – ach, das wäre glücklich! – unser guter Ernst hat uns immer schöne Tage gemacht." – Das sagten sie so in der holden Verwirrung gemeinschaftlichen Vergnügens. – Hannchen sah dann die Stühle. – "Ist dies unsre Arbeit, Frau Residentin?" "Ja, meine Lieben! wollen wir anfangen?" und ich nahm meinen zugeschnittenen teil. Wie schön war die liebreiche Eile, die sie bezeigten, als jede ihre Zwirnfäden, die ich nur vom Strange geschnitten hatte, um ihren artigen Hals hing, die Leinwand in einer Hand hielt und mit der andern Nadelbüchsgen und Fingerhut suchte; dann sich setzte, und mit so viel Anstand, und Artigkeit sie insgesamt sich fertig machten ihre Aufgabe zu nähen, wie die guten, zum gehorsamen Ton gewöhnte Stimmen, mich fragten, wie breit die Säume sein sollten; und als ich antwortete, ich hätte den Anfang dazu schon gelegt, –– wie sie da nachsuchten! – ach, Mariane! es war recht viel süsses Andenken meiner wohlverlebten, blühenden Jahren, in alle dem für mich! –– Nun nähten sie alle eifrig, und spannten den Saum über ihre Finger. Das war ungemächlich, und hält sehr im geschwinden Nähen auf. –– Da sagt ich: Wartet, Kinder! dem will ich abhelfen, und stand auf, ging in mein Nebenzimmer und hohlte da ein klein, rund Tischgen, nahm ein Küssen von einem Lehnstuhl und band dies auf dem Tischgen fest. Dann mussten sie sich da umher setzen und jede konnte ihre Arbeit anheften. Dieser Einfall machte den lieben Mädchen Freude, und so nah um mich sitzend, wurden sie trauter und schwazten recht artig mit mir von allerlei arbeiten, nur, wenn sie was gehen oder eine Tür auf- und zumachen hörten, da stuzten sie und wurden etwas rot und unruhig, weil sie natürlicherweise nichts als fremde Gesichter erwarteten, von deren guten oder bösen Gesinnungen sie nichts wussten. Als wir nun so recht im Eifer waren, in die Wette zu arbeiten und ich ihnen mit Fleiss zeigte, dass ich auch einen hohen Wert auf eine geschickte Hand legte, welches ihnen sehr gefiel, weil es den Preis der Ihrige bezeichnete: – Da trappelte es stark im Nebenzimmer. Sie zuckten sich zusammen, und es fehlte wenig, so hätten sie sich auch wie schüchterne Täubchen geduckt. Als die Tür aufgemacht wurde, und Cleberg mit ihrem Bruder herein trat, eh eine von ihnen aufsah, waren sie aus Verlegenheit schon rot und blass geworden; aber ein Ausruf ihres Bruders: –– "O, meine Schwestern!" – und dann der, von Cleberg, "wie schön ist das meine lieben, lieben Nachbarinnen!" –– brachte sie gleich in Ruhe und zum Ausdruck der reinsten Herzensfreunde, mit ihrem Bruder und Freunden zu sein. – die zwei artigen jungen Männer gingen rings um unser Tischgen, betrachteten es, und die jungen Frauenzimmer hatten nun Mut genug zu sprechen und zu erzählen, dass dieses Nähküssen von meiner Erfindung sei; dass ich sie selbst geholt hätte und so weiter. – Itten war entzückt, das sah ich, und Cleberg ging nach einigem Scherzen von uns. – Eine Viertelstunde nachher kamen Otto und Linke, staunten auch an der Tür über den Anblick, kamen aber mit ihrer gewöhnlichen ehrerbietigen Miene zu mir, machten den Frauenzimmern eine Verbeugung, die sie mit dem liebenswürdigsten Anstande, aber vielem Erröten erwiederten. Linke umarmte Itten, als ich ihnen die Frauenzimmer genannt hatte, und wünschte ihm Glück, ihr Bruder zu sein. Hannchen senkte da ihren Kopf tiefer gegen ihre Arbeit und sah eifriger darauf als vorher, hingegen Linke, auch mehr auf sie, als ihre Schwestern. Die drei Männer stellten sich dann in eine Ecke des Zimmers, wo Itten mit überfliessender Dankbarkeit von mir, und Liebe von seinen Schwestern sprach. – Aber, eh wir es uns versahen. kam Cleberg, machte beide Flügel der tür auf, und hatte Herrn und Frau Itten an den Händen. "Da sehen Sie, was meine Frau mit Ihren Töchtern macht." –– Ach, was Freude bei Vater, Mutter und Kinder! – Der Sohn Heinrich und auch Reinhold kamen nach. Cleberg bemerkte dass Frau Itten sorgsam nach Ott und Linke sah. Da nahm er diese Beiden und sagte: "Herr Rat! Frau Rätin! – dieses sind meine verdienstvollen, werten Freunde, Otte, und Linke, die auch Freunde meines jungen Herrn Itten sind, und sich gewiss freuen, durch mich eine der schäzbarsten Familien unsrer Stadt kennen zu lernen;" und zu diesen sagte er: "Dies sind die vortrefflichen Eltern und Kinder Itten, die bisher, wie ein durch ihren Anherrn vergrabner Schatz, in dem alten Familienhaufe wohnten, bis mir der Himmel das Glück schenkte, sie zu entdecken." – Frau Itten dankte durch eine Verbeugung; aber es freute sie, dass mit so viel achtung von ihnen Allen gesprochen wurde, und er sagte, dass er die beiden Herren auf dem Kaffeehause hätte kennen lernen und sie immer sehr höflich gegen ihn gewesen wären. – Cleberg nahm mich dann bei Seite: "Salie! ich habe heute früh meinen erpressen Boten vom Oheim zurück bekommen. Ernst wird in zwei Jahren