Gesträuche drin wären. Die Wege sind ungleich, bald eng bald weit. Auf einer Seite kommt man auf einmal an einen sehr dunkel verwachsenen Platz, wo in einer grossen, sehr gut angelegten Grotte, deren Eingang mit Rebenstöcken umzogen ist, auf einer niedrigen Moosbank, ein Faun auf einem Weinschlauche schläft. – Da batten wir den weissen Teufel unsers Wirts und fanden auch nach einigem Herumgeben in einem schönen Gebüsch, seine jungen Hexen, in der Gestalt drei schöner tanzender Nymphen, auf einem feinen Rasen, über welchem zwei grosse Eichen ihre Zweige ausbreiteten. Zwischen diesen ist dichtes Gesträuch gezogen, worunter Wendeblumen, Rosen, blauer Hollunder, Schneeballen etc. gepflanzt sind, die hie und da, über eine Gras- oder Moosbank gebogen sind. Hinter einer buch steht ein Faun, der die Nymphen belauscht. Das halb Düstre dieses Platzes und die sehr vortreflich gearbeiteten Bilder, machen einen Eindruck alter Griechischer Zeit. –– Bei hellem Mondschein, sagte der Schlosswärter, gingen Kunstverständige, wie sie sein gnädiger Herr nenne, gern hin, weil das Gebüsch mit Fleiss so ausgeschnitten sei, dass der Schein einige Stunden auf die Tänzerinnen falle, und da lasse er auch eine Musik in der Hecke machen, wobei etwas gerade so klänge, als ob das runde Ding mit Schellen, das Eine über dem Kopf hielte, einen laut von sich gäbe. –
Ich sagte zu Rosalien: "Ei, wie schade, dass dieser Pindorf nicht Deine van Guden mit ihrem Gelde heiratete! – Diese zwei Leute hätten die Feenwelt aufgebaut." ––
"Spötter!" sagte sie, "wie undankbar bist Du gegen das Gefühl von Vergnügen, das Du hier durch Pindorfs Kunstliebe einsaugst, und in Wollinghof von der Phantasiereichen Güte meiner van Guden genossest."
"Bist Du böse, Salie! weil Du so grosse Worte nimmst?"
"Nein! sonst hätte ich mehr gesagt." –
"Was denn, Liebe? vertrau mir es." –
"Ach, ich würde Dich Leuten verglichen haben, die über den Himmel lachen, und doch gern selig würden." ––
"Sieh, wie unschicklich ernstaft wirst Du hier in Rosengebüschen! Ich bin viel näher am Geist des Stifters." –– Da wollt ich sie küssen.
"O, Du machst ein Faungesicht," sagte sie und entschlüpfte meinen Armen mit Nymphenleichtigkeit und Anmut. ––
Vergieb, mein Freund, dass ich diese kleine Unterredung mit meiner Salie, wie ich sie nenne, hier einschalte. –– Ihre Kleidung, Miene, Wuchs und Ton, schickten sich sehr artig in diesen Hayn; und da bei der Erinnerung des Ganzen, mir auch dieses beifiel, schrieb ich es hin. – Wenn Du lachst, dass ich die idee einer Nymphe mit dem Bild meines Weibes vereinige, so magst Du es tun. Ich würde im Joch des Ebstandes der elendeste Mensch sein, wenn ich nicht mehr scherzen und mein Weib, als eine artige Geliebte, ansehen könnte. – Jahre, Amts- und Kindersorgen werden Sitten und saiten anders stimmen; aber zum Voraus will ich nichts wegräumen was zu der Blüte meines Glücks gehört und taugt. ––
Unser Führer leitete uns nun auf die andre Seite des Waldes wo einige gerade laufende, hohe, grosse Alleen in französischem Geschmack sind, wovon zwei an der einen Ecke des Waldes, in einem grossen, offnen Saal, dessen Wände von Haynbuchen gezogen sind, sich endigen. Aus den Fenstern siebt man den Wasserfall auf einer, und den Pavillon des Hauptgebäudes auf der andern Seite. Dort ist auch ein Platz zu verschiedenen Spielen. – Versteckte Wege von hieraus, und ein einziger von dem Gange, führen zu einem grossen Wasserbecken, mit grauem Landmarmor eingefasst, in welches an einem Ende eine Stiege von dem nehmlichen Stein bis auf den Boden geht, auf deren zwei vorletzten Stuffen eine herrlich gearbeitete weibliche Bildsäule steht, die Haare mit einem Band aufgebunden, den Oberleib über den Nacken hinunter bloss, mit einer Hand aber hält sie ein feines Gewand über die Brust, mit der andern zieht sie es gegen die Stiege, als ob sie es hinlegen wollte, so bald sie ganz im wasser sein würde; denn mit einem Fuss ist sie schon auf der letzten Stuffe. Das andre Knie ist also gebogen und seine schöne Form scheint ganz genau durch das Gewand, wie der eine Fuss aus dem wasser. Oben, an dem Anfange der Treppe, ist ein, dicker Strauch von rot und weiss gestreiften. Rosen und ein kleines Geländer an der Stiege. An dieses lehnt sich die Bildsäule einer Griechischen Magd, einen Arm auf dem Gewande, das in schönen Falten über dem Geländer hängt, den andern gegen den Rosenstrauch ausgestreckt, von dem ihre Finger eine Rose fassen. Auf dem Gesims steht noch ein Salbentopf, in alter Form. Eine dicht bewachsne Laube und die Bäume mit ihren Schatten dortin, wachen diesen Gedanken zu einem köstlichen Teile dieses Gartens. – In ungleicher Richtung gegen das andre Ende des länglichten Wasserbeckens, ist ein viereckigter Platz, mit einer kleinen Bank, auf den man zwei Stuffen hinunter steigt. Hier sitzt ein eben so schönes weibliches Bild, einen Fuss über das Knie des Andern gelegt, mit dem Oberleib etwas gebogen, weil ihre rechte Hand die leichte Kleidung zurückhält, damit sie von dem auffallenden wasser, welches eine artige Sklavinn aus einem Krug über ihre Füsse giesst, nicht nass werden möge. Sie blickt dabei holdselig nach dem Mädchen hinauf. Dieses