schön, aber närrisch Auf zwei Seitengebäuden wäre gar kein Dach, sondern ein Altan von Regpel; und auf dem sechseckichten Dach, in der Mitte, sässen drei nackende Kinder, die auch fremdes Gesträuch daran hinauf zögen. Auf dem breiten gang oben wären auch Figuren herum, doch stände der Bauerhof noch, und man wundre sich, dass er nicht auch lauter steinerne Bauern und Vieh hingesetzt habe. – Alle Fremde gingen aber hin, besonders Engländer, die lobten Alles, und zeichneten auch den Garten ab. – –
Nun kam mir und Rosalien die Lust an, diesen tollen Garten zu sehen, und es reut uns nicht, denn nichts Schöners hab ich noch nie gekannt. Wir gingen auf der Seite des Flusses, wo man das Haus lange im Gesicht hat, weil er es etwas auf einer Krümme voraus bauen liess. Die Hauptgestalt des kleinen Lustschlosses ist ziemlich bekannt, denn es ist in der Mitte ein erhöhter Bau und auf beiden Seiten sind lange Flügel von einem Stockwerk mit Altanen, was man öfter sieht. Aber die Ausführung gehört dem erfindsamen geist des Herrn von Pindorf eigen. Auf der Brustmauer beider Altane stehen Vasen, von sehr schöner Form. Aber das mittlere Gebäude sieht in der Tat herrlich aus. Auf dem untern Stock ruht ein breiter Altan, auf dessen Brustmauer eine Bildsäule der Flora, halb liegend, sich auf einen Arm stützend, in einer sehr schönen Stellung gegen einen Genius sieht der in einiger Entfernung von ihr, einen Korb voll Blumen vor sich hat, einige davon in der Hand hält und die Göttinn so ansieht als fragte er: Darf ich sie ins wasser werfen? Ceres auf einer andern Seite, mit bedeutendem Aussehen, und auch ein Genius, mit Kornähren und Sichel, die er froh über seinem Kopf zu schwingen scheint, und seine Garbe freundlich anblickt. –– Dann folgt Pomona, welche einem Knaben mit einem Korbe voll Obst zulächelt. Diese Körbe, Blumen, Aehren und Früchte sind von Blecharbeit, nach der natur verfertigt und auch nach ihren Farben gemahlt. – Der gang ist acht Schuh bis an die Türen des runden Saals, die zugleich die Fenster ausmachen. Zwischen diesen vier doppelten Türen stehen grosse marmorne Blumentöpfe, aus welchen Indische Blettergewächse, auch von Blecharbeit, grün und vergoldeten Spitzen, hervorsteigen, bis über die Fensterbogen auf das Dach sich erheben, und auf diesem durch drei Genien gefasst werden, die sich in verschiedenen Wendungen bemühen, sie mit breiten weiss und goldnen Bändern, die in losen Schleifen auf dem Dach herumflattern, oben in einen Busch zu binden. – Der Stiel der Bauart ist äusserst edel, im wahren römischen Geschmack. Alles ist Silberfarbe, mit Oel angestrichen, und leichte Vergoldungen. nur wie Sonnenblicke, hie und da angebracht. – Das Alles macht wahrlich einen ganz herrlichen und grossen Gedanken aus. – Forne ein Warf von Quadersteinen, an dem der Fluss immer anspielt; und dann ragen hinter den Gebäuden die hohen Wipfel von Buchen, Eichen, Erlen, in ihrem verschiedenen Grün hervor. – Das ist, so wahr ich lebe. ein vortreflicher Anblick! Auf der Seite gegen das wasser sind in dem ganzen Gebäude lauter artige Zimmer weiss in Gips ausgeziert, aber ganz leicht; immer in einem ein Camin, im zweiten ein Bett von artigem Zitz. Spiegelrahmen, Tische und Stühle sind auch weiss Die Fenster alle bis auf den Boden, grosse Scheiben, in hölzerne auch weisse Rahmen gefasst; und auf Brustöhe, ein schönes Gitterwerk, wovon die Spitzen kleine Vergoldungen haben. Gegen den Wald und Garten läuft durchaus ein sechs Schuh breiter gang, dessen Dach vom Altan anfängt und auf Säulen gestützt ist. Von diesem Gange geben auch durchaus drei Stufen in den Garten herunter und die Eingänge in die Zimmer. –– Der obere grosse Saal ist auch, wie die übrigen Zimmer, weiss, mit vier hohen Spiegeln und sehr schönen Wandleuchtern mit Blumengewinden. Der Fussboden von grau und weissen Marmor eingelegt. – Unter diesem ist, gegen dem grossen Stück des englischen Rasenplatzes, ein runder, offener Saal. Wenn man von dem über dieses flache Stück des Gartens hinschaut, das mit Vasen, worinn Blumen gezogen werden, und einigen Gruppen Genien der schönen Künste geziert ist, sieht man gegen eine Anhöhe, auf welcher er die Ruinen eines kleinen Tempels aufbaute, und von einem benachbarten Kavalier die erlaubnis erkaufte, einen kleinen Bach, der auf dem Berge entspringt, von seinem ersten Weg abzuleiten und neben dem Tempel, über eine von demselben abgefallne Säule, die schief hingelegt wurde, fliessen zu lassen. über dem Capital, so von der zusammengesetzten Ordnung ist, sprudelt das wasser schäumend ab, weil es sich an den Blättern und Rinnen stösst; weiter hin, fällt es noch über grosse Stücke Mauern, und unten kommts durch einen kleinen Umweg, wiese in das alte Bett, nach dem Dorf des Kavaliers. Es ist so gut nach den Regeln der Täuschung gemacht, dass man weder den Tempel, noch Wasserfall ganz sieht; so dass, ob man sie schon das ganze Parterre durch im Gesicht hat, man nicht gesättigt wird, und mit Begierde auf den Anblick des Ganzen bis aus Ende geht, wo Pindorfs Anlage, durch einen tiefen Graben begränzt, eine schöne Aussicht auf eine grosse Landschaft und zwei Dörfer gibt – Pindorfs Wald wird durch dieses Parterre in zwei Teile geschnitten, wo er alles fort wachsen liess, nur aber sorge trug, dass nie faule, oder zu sehr verflochtene