nicht bewegen, meine hülfe anzunehmen, als durch den Ausweg, ihn zum Rechnungsführer des ganzen Baues und meiner Renten zu machen, und darüber eine jährliche Besoldung zu bestimmen, die er nun als auf so viel Jahre zum voraus empfangen betrachtet. Wie gern willigte ich in diesen Gedanken, der ihn von Verbindlichkeit und mich von Besorgnissen befreite. Wie sehr ich dabei die strenge Beobachtung seiner Pflichten verehre, kann ich nicht genug ausdrucken; da er mir nicht im mindesten deswegen gefällig zu sein suchte und ganz genau auf die abgemessne Gränze unsers Guts schaute, so dass nicht eine Spannebreit mehr auf unser Feld und Waldung kam, als im Kaufbrief aufgesetzt war. Ich achte dies als einen herrlichen Zug.
Meine Wollinge kämpfen mit der idee des Glücks, ich sehe es; denn oft ist mehr Ausdruck vom Schmerz, als Freude, in ihren Augen, wenn sie das nun recht gut dastehende Haus anblicken. Alles ist schon so ausgetrocknet, dass wir in acht Tagen darin wohnen werden. Das Haus ist sehr breit, aber nur zwei Stockwerk hoch; keine doppelte Zimmer, aber auf beiden Seiten des Tors vier geräumige Stuben gegen Mittag, und gegen den Hof zu, einen breiten offnen gang, über welchem in dem zweiten Stock auch einer herumläuft, der auf Pfeilern ruht. Da konnte die Luft alles recht bald trocknen. Seit vierzehn Tagen wurde bei offnen Fenstern in allen Zimmern Feuer angemacht, und in der Küche gekocht. – Vorgestern hat der Beamte alles Hausgerät in der Nacht herführen lassen, weil, wenn alles an Ort und Stelle steht, und es lauter einfach aussehende Sachen sind, es nicht so viel zu sein scheint, als wenn es auf Wagen herbeigeführt und abgeladen wird. – Dieses Ansehen von vielen Sachen wollte ich der feinen Empfindung meiner Wollinge ersparen, und lasse ihnen deswegen das Haus nicht sehen, bis alles eingerichtet ist. Meine wohnung, –– die werden Sie, hoff ich, selbst sehen, wie das Uebrige. ––
Herr Wolling spielt die Flöte recht artig zu meinem Klavier, und ich versichre Sie, dass unsre Abende sehr schön sind. ––
Unser Gemüsgarten steht voll Wintervorrat. Der Baumgarten ist schon völlig zugerichtet damit man die von Wolling gezognen Bäume, die er verkaufen wolte und andre, die ich kommen lasse, einsetze. Alles in Ordnung geräumt, alles zu kleinen Verzierungen vorbereitet. Schmerzhaft war mir der Abschied, den die Arbeitsleute nach und nach nahmen. Ich schenkte jedem noch ein Stück Geld und Alle verliessen uns mit bewegtem Herzen und ihrem Segen dabei. ––
Meine Meta trauerte alle die Tage darüber. Ich fragte sie, warum? "Ach, sagte sie, die Leute waren so glücklich und so gut um Sie herum; vielleicht werden sie bald wieder elend, und bös dabei; – und beides jammert mich." ––
Einer hatte noch den letzten Sonnabend, da Alle des Abends um mich herum assen, so herzlich gesagt, sie wünschten alle, dass ich eine Stadt zu bauen hätte; sie würden gern weniger Lohn nehmen, nur in meinen Diensten zu sein. – Mit diesem war das liebe Mädchen gar sehr zufrieden und hoft auch Gutes für ihn, weil er dadurch sein Gefühl für Tugend angezeigt hatte. ––
Ich glaube, Rosalia, es ist Ihnen lieb, dass ich noch diese Tage über verzog, diesen Brief abzuschicken, weil Sie nun zugleich hören können, dass wir wirklich in Wollinghof wohnen. ––
Herr Mooss, und seine gute Frau hatten alles so wohl besorgt, dass nicht das geringste, so zu einer Landhaushaltung gehört, vergessen war. Alles gut, alles nett und simpel, wie ich es verlangt hatte. Nirgends der Schein von Pracht noch Ueberfluss. Auch nirgends nichts schlechtes, nichts hässliches; aber überall nur, was hingehörte und nötig war. –
Ich redte mit Wolling ab, dass wir seine Frau hindern wolten, einen förmlichen Abschied von ihrer Hütte zu nehmen. Sie ist nicht ganz wohl. Eine Erschütterung schadte ihr zu sehr. Ich bestelte also ein Abendessen für uns und für das Gesinde, im Wollinghof. Meine Meta besorgte dies und die Zubereitung der Betten, mit den zwei Mädchen recht gut. Es sollte niemand Fremdes bei uns sein. Mein Mahnheimer Bauer hatte zwei Glucken setzen müssen, die von sehr schöner Art sind. Die Küchelchen sind vor zwei Wochen schon ausgekrochen. Beide Mütter wurden aber mit ihren Jungen gewöhnt in zwei grossen Hühnerkörben zu fressen und zu schlafen. Diese liess ich bringen, sagte der Frau Wolling ganz ruhig, unser Bauer brächte den Abend zwei hübsche Hennen mit ihren Küchelchen, die wolten wir den Kindern im hof auslaufen lassen, um zu sehen, was für Freude sie haben, und ob ihre Vorliebe für ihre alten Hühner sich da stark zeigen würde. – Sie war sehr mit dem Gedanken zufrieden; ich glaube auch deswegen, weil sie doch auch etwas neugierich auf das Innere vom Wollinghof sein mochte, –– Wir gingen also bin. Die Körbe standen im hof, die Hühnchen piepten um Fressen. Die Kinder bewunderten die schönen Tierchen, waren aber gleich wegen des Hungers beängstiget und Carl wolte laufen, um was aus der Hütte zu holen. Ich winkte da meiner Meta, die schon unterrichtet war und gleich den Kindern zurief, sie möchten mit ihr kommen, sie wolle ihnen was geben. Sie machte die Vorratskammer auf, und gab jedem ein hölzernes Schüsselchen voll Hühnerfutter. – Frau Wolling blickte hinein, wurde rot, ihre Augen fülten sich mit