, Fleisch, welches man gern aufbewahren mögte, in ein Gefäss legen und mit vielem Salze bestreuen; hast du nicht gesehen, wie Mutter diesen Winter das Schweinefleisch einbökelte?
Lotte. Ach ja! Aber ich meine, das hiesse einpökeln?
Vater. Man spricht wohl so; aber eigentlich musste man einbökeln sagen: weisst du noch, Johannes, warum?
Johannes. O ja! Man sagt – ich weiss aber nicht, obs wahr ist – das Wort käme von dem Wilhelm Bökel oder Beukelsen her, der zuerst die Kunst erfand, die Häringe einzusalzen, dass man sie das ganze Jahr hindurch essen kan.
Mutter. Schönen Dank, Johannes, dass du mich das gelehrt hast! Nun weis ich doch auch, wie man sprechen muss.
Vater. Traurig sah Robinson voraus, dass seine ganze schöne Schildkröte, wovon er vierzehn Tage und länger leben könnte, Morgen schon ungeniessbar werden wurde, und doch sah er kein Mittel ein, wie er es einsalzen könnte. Plözlich aber fiel ihm etwas ein! Die obere Schale der Schildkröte war wie eine ordentliche Mulde. Diese, dachte er, will ich stat des Zubers brauchen. Aber woher nun Salz? –
Sieh! was ich für ein Dumkopf bin! sagte er, und schlug sich vor die Stirn. Kan ich das Fleisch nicht mit Meerwasser übergiessen und wird das nicht beinahe so gut sein, als wenn's in einer Salzlake läge? O treflich! treflich! rief er aus, und drehete vor Freuden den Bratspiess noch einmal so geschwind, als vorher, herum.
jetzt war der Braten fertig. Ach! seufzte Robinson, indem er ein recht appetitliches Stükchen davon mit Wohlgefallen gekostet hatte, wer nun ein Stükchen Brod dazu hätte! Was bin ich doch in meiner Jugend für ein dummer Mensch gewesen, dass ich nicht zu schäzen wusste, was für eine grosse Wohltat Gottes ein Stük trokken Brod sei! Da musste man mir immer erst Butter dazu geben, auch wohl noch Käse oben drein! O ich Unverständiger! Hätte ich doch jetzt nur das schwarze Kleienbrod, das unserm Gartenhunde gebakken wurde! wie wolte ich mich glücklich schäzen!
Indem er so dachte, fielen ihm die Knollen ein, die er diesen Morgen in die glühende Asche gelegt hatte. Ich will doch sehen, sagt' er, was daraus geworden ist; und holte eine derselben hervor.
Welche abermalige Freude! Der harte Knollen war nun so weich geworden, und da er ihn aufbrach, stieg ein so angenehmer Geruch davon in seine Nase, dass er sich keinen augenblick bedachte, ihn anzubeissen. Und siehe! der Geschmak dieses Gewächses war so lieblich, so lieblich, als – nun wer hilft mir, eine Vergleichung machen?
Freund B. So lieblich, als der Geschmak einer Kartoffel!
Vater. Schön! Das heist Alles mit einmal sagen! Also der Geschmak dieser gebratenen Kartoffel war so lieblich, als der Geschmak einer Kartoffel; und Robinson merkte sogleich zu seiner grossen Freude, dass ihm dieses Gewächs die Stelle des Brods vertreten könne.
Er tat also wieder eine Mahlzeit, die sich gewaschen hatte. Dan legte er sich, der brennenden Sonnenhize wegen, ein wenig nieder auf seine Lagerstäte, um unter der Zeit, dass er nicht arbeiten konte, allerlei Ueberlegungen anzustellen.
»Was sol ich nun wohl zunächst vornehmen?« dachte er. »Die Baksteine müssen erst von der Sonne gehärtet werden, ehe ich mein Mauerwerk anfangen kan. Es wird also wohl am Besten sein, dass ich unterdessen auf die Jagd gehe, um ein Paar Lama's zu erlegen. – Aber, was soll ich mit all' dem Fleische machen? – Wie? Wenn ich meine Küche so einrichtete, dass ich etwas darin räuchern könnte? – Vortreflich!« rief er aus, sprang hurtig von seinem Lager auf und stelte sich vor den Ort seiner künftigen Küche hin, um zu überlegen, wie er diese Absicht wohl am besten erreichen könnte?
Er sah bald, dass es recht gut gehen wurde. Er brauchte ja nur in den beiden Seiten Mauern, die er aufführen wolte, ein Paar Löcher zu machen und einen grossen Stab dadurch zu stekken. Dan konte er seine Schinken daran hengen und die Rauchkammer war gemacht!
Der Kopf schwindelte ihm fast vor Freude über den neuen glücklichen Einfal. Was hätte er nicht darum gegeben, dass seine Baksteine schon hart genug gewesen wären, um das grosse Werk sogleich anfangen zu können! Aber was war zu tun? Er musste sich entschliessen, zu warten, bis die Sonne die Baksteine fertig gemacht hätte.
Aber was sollte er nun diesen Nachmittag anfangen? – Indem er darüber nachdachte, kriegte er einen neuen Einfal, der alle andere, die er bisher gehabt hatte, an Vortreflichkeit bei weiten übertraf. Er erstaunte über seine Dumheit, dass ihm das nicht eher eingefallen wäre!
Johannes. Was war denn das?
Vater. Nichts Geringeres, als dieses: er wolte sich, zu seiner Geselschaft und zu seinem Unterhalt einige Haustiere zuziehen!
Gotlieb. Ah, gewiss von den Lama's?
Vater. Richtig! Andere Tiere hatte' er ja auch bisher noch nicht gesehen. Da diese Lama's so sehr zahm zu sein schienen: so hofte er, dass es ihm schon gelingen werde, ein Paar derselben lebendig zu fangen.
Gotlieb. O das ist scharmant! Ich wollte, dass ich bei ihm wäre, um mir auch eins zu