ab?
Johannes. (Leise) Stil, Frizchen! ich glaube er betet.
Frizchen. (Leise zu Johannes) I, warum denn?
Johannes. (Leise) Er wird wohl Gott danken, dass er den schönen Mond erschaffen hat.
(Nach einer kleinen Pause.)
Vater. Nun Kinder, Robinson schläft, indess sein Feuer an einigen grossen Holzstükken langsam fortbrennt; was denkt ihr denn unterdessen zu machen?
Nikolas. O wollen wir nicht erst wieder in unsere Laube gehen, ehe wir uns zu Bette legen?
Gotlieb. O ja, in die Laube!
Vater. Nun so komt, meine Lieben, um unsern Schöpfer bei dem Lichte seines herlichen Mondes ein Loblied für die Freuden des verflossenen Tages zu singen!
Und Alle gingen freudig nach der Laube.
Siebender Abend.
Johannes und Nikolas und Gotlieb zogen am folgenden Abend den Vater am Arm' und Schooss zur Haustür hinaus. Auf ihr Geschrei um hülfe kamen die übrigen auch herbei gerant und so ward er, ohne weitere Umstände, von Allen fortgeschlept.
Vater. Nun, wohin wolt ihr mich denn ziehen, ihr gewaltigen Leute?
Johannes. I, auf den Grasplaz, unter den Apfelbaum!
Vater. Was sol ich denn da?
Nikolas. O von unserem Robinson! Bitte, bitte!
Gotlieb. O ja! Von unserm Robinson! Solst auch mein liebstes zukkersüsses Väterchen sein!
Vater. Ja, das ist schon gut; aber ich besorge, dass euch mein Robinson kein Vergnügen mehr macht!
Johannes. Kein Vergnügen? Wer hat das gesagt?
Vater. Keiner! Aber, wenn ich nicht irre, so sah ich gestern Abend Einige unter euch gähnen; und das pflegt sonst ein Zeichen zu sein, dass man lange Weile habe.
Gotlieb. O nein, gewiss nicht! Das kam nur davon her, dass wir so viel gegraben hatten in unserm Garten. Das glaube ich, wenn man den ganzen Nachmittag gegraben hat: so kan man wohl ein bischen schläfrig sein!
Nikolas. Heute haben wir nur Unkraut ausgegätet und die Salatpflanzen begossen; nun sind wir noch recht munter.
Lotte. O ja, nun sind wir noch recht munter; sieh nur, wie ich noch springen kan!
Vater. Wenn ihr denn so wolt, so will ichs wohl tun; aber ihr müsst mir auch sagen, wenn ihr's müde werdet.
Johannes. O ja! – Na?
Vater. Weil die Hize auf Robinsons Insel bei Tage so unerträglich war: so musste er vornemlich den frühen Morgen und den Abend nuzen, wenn er irgend eine Arbeit zu stand bringen wolte. Er stand also noch vor Aufgang der Sonne auf, legte neues Holz an sein Feuer, und nahm eine halbe Kokusnuss zu sich, die ihm von gestern übrig geblieben war. jetzt wolte er einen andern Braten von seinem Lama an den Spies stekken; aber er fand, dass das Fleisch schon stinkend geworden sei, der schwülen Hize wegen. Den Fleischappetit musste er sich also für heute vergehen lassen.
Da er sich nun auf den Weg nach der Tonerde machen wolte und seine Jagdtasche umhing, fand er noch die Kartoffeln drin, die er ehegestern aufs Geratewohl mit zu haus genommen hatte. Es fiel ihm ein, sie bei seinem Feuer in glühende Asche zu legen, um zu sehen, was doch wohl daraus werden mögte, wenn sie gebraten wurden? Dan ging er ab.
Er arbeitete so fleissig, dass er noch vor Mittage so viel Baksteine aus Ton geformt hatte, als er vermutete, dass er zu der Mauer um seine Küche nötig haben werde. Alsdan ging er nach dem Strande um einige Austern aufzusuchen. Aber stat der Austern, deren er nur wenige fand, entdekte er hier, zu seiner grossen Freude, ein anderes Nahrungsmittel, welches noch besser, als diese, war.
Johannes. Was war denn das?
Vater. Es war ein Tier, welches er zwar selbst noch niemals gegessen, aber wovon er doch gehört hatte, dass das Fleisch desselben wohlschmekkend und gesund sei.
Johannes. Nun, was war es denn?
Vater. Eine Schildkröte, und zwar eine so grosse, als man hier nicht leicht zu sehen kriegt. Sie mogte leicht hundert Pfund wiegen.
Gotlieb. Ah das muss ja eine erschrekliche Schildkröte gewesen sein! gibt es denn wohl solche?
Johannes. O es gibt noch viel grössere! Weisst du nicht mehr aus unserer Reisebeschreibung, die uns Vater vorgelesen hat? Die die Leute, die um die Welt reiseten, auf dem Südmeere fingen? Die waren ja dreihundert Pfund schwer gewesen.
Gotlieb. Dreihundert Pfund! das ist doch erstaunlich.
Vater. Robinson lud seinen Fund auf seine Schultern und schlepte ihn langsam nach haus. Hier hieb er mit seinem Beile so lange auf den untern teil der Schale, bis sie endlich zerplazte. Dan bemächtigte er sich der Schildkröte, schlachtete sie, und schnit eine gute Porzion zum Braten davon ab. Diese stekte er an den Spiess, und wartete, weil er von der Arbeit hungrig geworden war, mit Schmerzen, dass sie gar sein mögte.
unterdessen, dass er den Braten wendete, ging ihm der Gedanke im kopf herum, was er nun mit dem übrigen Fleische der Schildkröte anfangen sollte, um es vor der Fäulung zu verwahren? Um es einzubökeln, fehlte es ihm an einem Zuber und an Salze.
Lotte. Was ist das, einbökeln?
Vater. Das heisst