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des Zeigefingers an und nante indem er darauf stipte den ersten monat im Jahr, nämlich den Jenner. Der hat also, wie viel Tage?

Johannes. Ein und dreissig.

Vater. Nun will ich fortfahren, die Monate auf diese Weise an den Knöcheln abzuzählen, und du, Johannes, magst jedesmahl die Zahl der Tage nennen. – Also zweitens: Februar!

Johannes. sollte 30 Tage haben, hat aber nur 28 und zuweilen 29.

Vater. März.

Johannes. Ein und dreissig.

Vater. April.

Johannes. Dreissig.

Vater. Mai!

Johannes. Ein und dreissig.

Vater. Junius!

Johannes. Dreissig.

Vater. Julius.

Johannes. Ein und dreissig.

Vater. August! (Auf den Knöchel des Daums zeigend.)

Johannes. Ein und dreissig.

Vater. September.

Johannes. Dreissig.

Vater. Oktober.

Johannes. Ein und dreissig.

Vater. November!

Johannes. Dreissig.

Vater. December.

Johannes. Ein und dreissig Tage!

Vater. Diderich, hast du immer im Kalender nachgesehen, ob unsere Angabe richtig war?

Diderich. Ja, es traf Alles auf ein Haar ein!

Vater. Dergleichen Dinge muss man sich merken, weil man nicht immer einen Kalender zur Hand hat, und einem doch manchmahl daran gelegen ist, zu wissen, wie viel Tage jeder monat habe.

Johannes. O ich werde' es nicht vergessen!

Diderich. Ich auch nicht; ich hab' es mir wohl gemerkt!

Vater. Auf diese Weise also sorgte unser Robinson dafür, dass er die Zeitrechnung nicht verlöre, und immer wüste, welcher Tag ein Sontag wäre, um ihn, wie die Christen, feiern zu können.

unterdessen hatte er den grössten teil der Kokusnüsse von dem einzigen Baume, den er bisher entdekt hatte, schon verzehrt, und die Austern wurden so sparsam ausgeworfen, dass er von ihnen allein nicht leben konte. Er fing also wieder an für seinen künftigen Unterhalt besorgt zu sein.

Aus Furcht vor wilden Tieren und Menschen hatte er sich bisher noch nicht sehr weit von seiner wohnung zu entfernen gewagt. jetzt zwang ihm die Not, ein Herz zu fassen, und sich etwas weiter auf der Insel umzusehen, um neue Nahrungsmittel zu entdekken. In dieser Absicht beschloss er, am folgenden Tage in Gottes Namen eine kleine Landreise vorzunehmen.

Um sich aber vor der brennenden Sonnenhize zu verwahren, wandte er den Abend dazu an, sich einen Sonnenschirm zu verfertigen.

Nikolas. Wo nahm er denn Leinewand und Fischbein dazu her?

Vater. Er hatte weder Leinewand, noch Fischbein, weder Messer noch Scheere, weder Nadel noch Zwirn, und dochwas meint ihr wohl wie er es anfing, um sich einen Sonnenschinn zu machen?

Nikolas. Ja, das weiss ich nicht!

Vater. Er flochte sich aus Weidenruten ein kleines Dach, stekte in die Mitte desselben einen Stok, den er mit Bindfaden fest band und dan holte er sich von seinem Kokusbaum breite Blätter, die er mit Steknadeln auf dem geflochtenen dach befestigte.

Johannes. Mit Steknadeln? I, wo kriegt' er denn die her?

Vater. Das ratet einmal!

Lotte. O ich weiss schon! Die hatte er gefunden unter dem Auskehrigt, und in den Dielenrizen; ich finde da oft auch welche!

Johannes. Ja, du hast es schön getroffen! Als wenn man Steknadeln finden könnte, wo keiner welche verloren hat! Und wo waren denn Dielen und Auskehrigt in Robinson seinem Loche?

Vater. Nun wer räht's? – Wie würdet ihr es machen, wenn ihr etwas fest stekken woltet, und keine ordentliche Steknadeln hättet?

Johannes. Ich wurde Stacheln vom Dornbusch dazu brauchen.

Gotlieb. Und ich vom Stachelbeerbusch!

Vater. Das lässt sich hören! – Indess muss ich euch sagen, dass Robinson weder jene, noch diese brauchte, weil er weder Dornbüsche noch Stachelbeerbüsche auf seiner Insel gefunden hatte.

Johannes. Nun, was braucht' er denn?

Vater. Fischgräten. Das Meer warf von Zeit zu Zeit tote Fische aufs Land, und wenn die denn verfault oder von Raubvögeln verzehrt waren: so blieben die Gräten davon liegen. Von diesen hatte Robinson die stärksten und spizigsten aufgelesen, um sie stat der Steknadeln zu gebrauchen.

Durch hülfe derselben brachte er einen so festen Schirm zu stand, dass kein einziger Sonnenstrahl durchfallen konte. So oft ihm eine solche neue Arbeit glückte, hatte er eine unaussprechliche Freude darüber; und dan pflegte er zu sich selbst zu sagen: was bin ich doch in meiner Jugend für ein grosser Nar gewesen, dass ich meine meiste Zeit mit Müssiggang zubrachte! O wenn ich jetzt in Europa wäre, und alle die vielen Werkzeuge hätte, die man da so leicht haben kan: was wolte ich nicht alles machen! Was sollte mir das für Freude sein, die meisten Dinge, die ich nötig hätte, selbst zu verfertigen!

Da es noch nicht sehr spät am Tage war: so fiel ihm ein, ob er nicht auch einen Beutel machen könnte, worin er etwas zu leben mitnähme, und worin er dasjenige zurücktrüge, was er etwa so glücklich wäre an neuen Lebensmitteln ausfindig zu machen. Er san eine Zeitlang darüber nach und endlich glückte es ihm, auch dazu Mittel zu finden.

Er hatte nämlich einen ziemlichen Vorrat Bindfaden verfertiget; von diesem beschloss er ein Nez zu strikken, und aus dem Neze eine Art von Jägertasche zu machen